Intel:
Pentium-4 erreicht die 2000-Megahertz-Marke
Von Henry Lübberstdet, Berlin
Sein Debüt auf der Internationalen Funkausstellung wird der Chipkonzern Intel am Montag zur Präsentation seines schnellsten Pentium-4-Prozssors nutzen. Mit dem Chip will Intel zum Liebling von Digitalfilmern werden.
Intel hat die Taktrate des Pentium 4 auf 2000 Megahertz MHz (2 Gigahertz) geschraubt, damit ist der Chip der am höchsten getaktete x86-Prozessor überhaupt. Der neue Pentium soll ab sofort im Handel erhältlich sein. Der Konzern zeigt auf seinem Messestand gleich, wo er die Einsatzgebiete des Boliden sieht: digitale Videobearbeitung, digitale Fotografie und professionelle Mischtechnik im Musikbereich. Sollte das Vorgänger-Modell Pentium III gemäß Intel-Werbung noch "das Internet beschleunigen" verschiebt sich der Focus nun auf den von der Halbleiterbranche erhofften Boom bei Hobby-Fotografie und DVD. Gebiete, die dem seit gut acht Wochen im Amt befindlichen Intel-Deutschland Geschäftsführer Jürgen Thiel nach eigener Aussage vom persönlichen Interesse her liegen.
"Intel will mit seinem Produkt die zentrale Schnittstelle bei der neuen Generation von digitalen Geräten für den Endverbraucher sein," sagte Thiel. Daher wollte man bei dem ersten Auftritt auf der Ifa auch "nicht kleckern sondern klotzen", so Thiel. Der 400 Quadratmeter große Hauptstand wird von mehreren Diskjockeys via PC beschallt und in einem kleinen Filmstudio können sich Besucher vor einem Greenscreen an Bord der USS Voyager aus der TV-Serie Star Trek "beamen" lassen.
AMD unter Zugzwang
Mit dem neuen Pentium-Modell ist Mitbewerber AMD im ständigen Wettlauf um das schnellste Silizium deutlich ins Hintertreffen geraten. AMD-Spitzen-Chip "Athlon" kann mit seinen 1400 MHz nur mit dem 1700-Pentium-4-Variante konkurrieren. Höhere Taktfrequenzen sollen erst mit der Einführung eines neuen Prozessorkerns (Palomino) möglich sein. AMD hält sich indes bedeckt, wann das Unternehmen ebenfalls ein 2-Gigahertz-Prozessor vorstellen wird.
Zeitgleich mit der morgigen Einführung des 2-Gigahertz-Pentiums wird Intel die Preise für die Vorgängermodelle um bis zu 50 Prozent senken. Als "Preisattacke" gegen AMD möchte Thiel das nicht verstanden wissen: " Wir sind heute in der Lage, nach der Neueinführung eines Prozessors sehr viel schneller mehr Chips günstiger zu produzieren als noch vor vier, fünf Jahren." Daher fielen die Preise auch schneller als in der Vergangenheit. Das sei also nicht unmittelbar eine Frage des Konkurrenzdrucks.