Auszug aus Posting
#373 vom 18.08.2003
Von Seiten IEM wird bzgl. der Verbindlichkeiten gerne angegeben, dass diese "gegen einzelne Filme oder Filmpakete" abgesichert sind.
o Wie hoch schätzen Sie den prozentualen Anteil an derart abgesicherten kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten? (Bitte nach kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten getrennt angeben).
o Sehen Sie für Q3 und das Geschäftsjahr 2003 einen weiteren Abbau dieser nicht abgesicherten Verbindlichkeiten vor?
IM: Der Anteil von den abgesicherten kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten liegt bei nahezu 100 %. Für das 2. Halbjahr 2003 erwarten wir, sofern keine Neuaufnahme für neue Filmproduktionen stattfindet, mit einem weiteren Abbau der Verbindlichkeiten.
Sie geben kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 139.6 Mio Euro an.
• Wie kurzfristig sind die Verbindlichkeiten oder anders gefragt, welche Fälligkeiten liegen diesen Verbindlichkeiten zugrunde?
IM: Die kurzfristigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und sind durch die Minimumgarantieverträge für neue Filme abgesichert. Das heißt, dass die Zuflüsse aus den Filmen die Darlehensrückzahlungen decken.
Sie haben im textlichen Teil des Q2-Berichtes bei Eigenkapital angegeben, dass im Rahmen von Neuproduktionen projektspezifische Unsicherheiten im Bezug auf die Konzernfinanzierung bestehen.
• Was hat man sich darunter vorzustellen?
IM: Aufgrund des spezifischen Geschäfts der IM sind die Geldzuflüsse im Wesentlichen abhängig von neuen Projekten, welche zur Produktion freigegeben werden. Für das zweite Halbjahr sind deshalb wie auch in der Vergangenheit neue Produktionsstarts geplant, bei denen es jedoch zu Verschiebungen kommen kann, was wiederum negative Auswirkungen auf den Barmittelbestand der Gesellschaft und des Konzerns hervorrufen kann.
• Wieso wurde der Satz im Q2 erstmals eingefügt?
IM: Sollte es (gegen alle Planungen) zu keinen Produktionsfreigaben innerhalb des nächsten halben Jahres kommen (und damit auch zu keinen Zuflüssen von Barmitteln), so werden die Cash-Reserven auf ein Maß sinken, welche einen reibungslosen Geschäftsablauf nicht mehr ermöglichen werden. In vorigen Quartalen war dieses absolute Worst-Case-Szenario durch die Reserven im Konzern gedeckt.
Etwas überrascht und erstaunt war ich über die doch negative Entwicklung der Finanzsituation in Q2.
• Rechnen Sie damit, dass ich ebenso in Q3 über die Finanzsituation überrascht sein werde, nur diesmal im positiven Sinne?
IM: Für Q3 rechnen wir mit einer Verbesserung der Finanzsituation aufgrund der Rückführung von in Vorproduktionen gebundenen finanziellen Mitteln für ALEXANDER und AVIATOR.
• Sehen Sie aufgrund des gesunkenen Cash-Bestandes Liquiditätsengpässe allgemeiner Art in 2003?
IM: Die normalen Overheadausgaben sind mit dem derzeitigen Cash-Bestand gedeckt. Siehe jedoch die oben gemachten Anmerkungen.
• Sehen Sie aufgrund der geschrumpften Finanzdecke Schwierigkeiten bei der Eigenfinanzierung oder Teilfinanzierung von Neuproduktionen?
IM: Auf Grund des gesunkenen Liquiditätsbestandes können Verschiebungen im Rahmen von Vorfinanzierungen von Neuproduktionen stattfinden, für diese Zwischenfinanzierung sind wir derzeit in Gesprächen mit verschiedenen Investoren.