DJ UPDATE: Hochtief-Großaktionäre dementieren Zerschlagungspläne
13:57 22.08.08
DJ UPDATE: Hochtief-Großaktionäre dementieren Zerschlagungspläne
(NEU: Weitere Details, Hintergrund, Marktreaktionen)
Von Andreas Heitker
DOW JONES NEWSWIRES
DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die beiden Großaktionäre der Hochtief AG, die spanische ACS und die russische Basic Element, sind Spekulationen über eine mögliche Zerschlagung des Essener Baukonzerns entgegengetreten. Sprecher beider Unternehmen dementierten am Freitag einen entsprechenden Pressebericht. In Telefonaten mit dem Hochtief-Vorstandsvorsitzenden Herbert Lütkestratkötter hatten beide Seiten zuvor ebenfalls schon klar gestellt, dass keine Filetierung des Konzerns geplant sei.
Der spanische Baukonzern Actividades de Construccion y Servicios SA (ACS) hält fast 30% der Hochtief-Aktien - 25,08% direkt sowie weitere Anteile in Form von Derivaten. Basic Element (Bazovy Element), eine Gesellschaft des russischen Oligarchen Oleg Deripaska, gehören zurzeit 10%. Seit dem Einstieg der beiden Investoren hatte es wiederholt Gerüchte über eine Aufspaltung von Hochtief gegeben.
Das "manager magazin" hatte am Donnerstag erneut von einer möglichen Übernahme des MDAX-Konzerns durch die beiden Großaktionäre und anschließender Zerschlagung berichtet. Der Anstoß hierzu könnte dem Bericht zufolge von ACS kommen, der durch den Verkauf einer 45%-Beteiligung am spanischen Versorger Unión Fenosa 7,58 Mrd EUR zugeflossen waren. Dem Magazin zufolge interessiert ACS sich vor allem für die Hochtief-Töchter Turner in den USA und Leighton in Australien. Die übrigen Konzernteile, unter anderem das Flughafen- und das europäische Baugeschäft, könnten dann nach Angaben des "manager magazins" an Deripaska gehen.
"Das ist ein unbegründetes Gerücht, und es gibt nichts, was man dazu sagen müsste", sagte ein Sprecher von Basic Element am Freitag auf Anfrage. Er fügte hinzu, dass das Unternehmen "in absehbarer Zeit" kein Aufstockung seines Anteils plane. Ein ACS-Sprecher wollte sich zwar zu einer möglichen Anteilsaufstockung nicht äußern, dementierte aber ebenfalls die Zerschlagungs-Spekulationen. ACS hatte vorher schon bekannt gegeben, sich auf seine Beteiligung am spanischen Versorger Iberdrola SA sowie auf den Abbau der hohen Schulden konzentrieren zu wollen.
Analysten verwiesen am Freitag darauf, dass die Spekulationen auch darauf beruhten, dass die Hochtief-Aktie derzeit unterbewertet sei. "Das hätte dann schon eine gewisse Logik", sagte M.M.Warburg-Analyst Ralf Dibbern. Und sein Kollege von equinet, Ingbert Faust, sagte: "Mit dem aktuellen Kurs von Hochtief bezahlt man gerade für deren Tochter Leighton." Insofern sei es preislich interessant, Hochtief zu kaufen.
Als fairen Wert für Hochtief sieht Faust rund 81 EUR ohne einen Konglomeratsabschlag. Nach Abzug dieses Abschlags sowie der Nettoverschuldung liege der Wert bei 72 EUR. An der Börse notierte die Hochtief-Aktie am Freitag deutlich über dem Vortagesniveau. Auch die Dementies aus Spanien und Russland konnten daran nichts ändern. Gegen 13.05 Uhr zeigte sich der Kurs bei 55,12 EUR und damit rund 10%% im Plus.
Webseite: www.hochtief.de
- Von Andreas Heitker, Dow Jones Newswires, +49 (0)211 13872 14, andreas.heitker@dowjones.com
DJG/hei/kla
August 22, 2008 07:21 ET (11:21 GMT)
Quelle: Dow Jones & Company, Inc.