- Chemische Synthese des natürlichen Wirkstoffs Amanitin durch Heidelberg Pharma erfolgreich etabliert
- Neuer, zusätzlicher Syntheseweg geeignet für Amanitin-Produktion in größerem Maßstab
- Patente und exklusive Lizenzen an Synthesewegen schützen Heidelberg Pharmas ATAC-Technologie
Ladenburg, 27. März 2020 - Die Heidelberg Pharma AG (FWB: WL6) gab heute bekannt, dass ein wissenschaftlicher Artikel über die chemische Synthese des Pilzwirkstoffes Amanitin in der führenden chemischen Fachzeitschrift Angewandte Chemie veröffentlicht wurde. Wissenschaftler der Tochtergesellschaft Heidelberg Pharma Research GmbH beschreiben einen neuartigen, skalierbaren Syntheseprozess für das Pilztoxin Amanitin, der in den Laboren von Heidelberg Pharma Research entwickelt wurde. Nach Kenntnis des Unternehmens ist es Heidelberg Pharma Research als erstes Unternehmen zusammen mit seinem Produktionspartner Carbogen AMCIS AG, Bubendorf, Schweiz, gelungen, auf Basis dieses Syntheseprozesses Amanitin im Gramm-Bereich in GMP-Qualität synthetisch herzustellen. Die Zusammenfassung des Artikels ist unter onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/anie.201914935?af=R zu finden.
In einer ergänzenden Kooperation ist es Prof. Dr. Roderich Süssmuth, Rudolf-Wiechert-Professor für Biologische Chemie an der Technischen Universität Berlin, gelungen, bestimmte Syntheseprozesse für Amanitin zu etablieren. Die von ihm entwickelte Synthesemethode stellt erstmals eine robuste Flüssigphasensynthese von Amanitin dar, die sich auch für die Produktion in größerem Umfang und für pharmazeutische Anwendungen eignet. Heidelberg Pharma Research besitzt die exklusiven Patentrechte auf diese Methode. Die Veröffentlichung dieser Synthesemethode erfolgte Ende letzten Jahres ebenfalls in der Zeitschrift Angewandte Chemie: doi.org/10.1002/anie.201914620.
Andreas Pahl, Vorstand für Forschung & Entwicklung von Heidelberg Pharma, kommentiert: "Die Veröffentlichung von zwei Artikeln im Zusammenhang mit der Synthese von Amanitin in der renommierten Fachzeitschrift Angewandte Chemie freut uns sehr. Sie unterstreicht die Bedeutung dieses wichtigen Herstellungsverfahrens, das essenziell für die Entwicklung von ATACs ist. Mit der exklusiven Lizenz, die wir für die Synthesemethode von Prof. Süssmuth abgeschlossen haben, schützen wir die Herstellung des Wirkstoffs Amanitin und damit verbunden unsere ATAC-Technologie auf einer sehr breiten Basis."
Über Heidelberg Pharmas firmeneigene ATAC-Technologie
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (Antibody Drug Conjugates - ADCs) kombinieren die hohe Affinität und Spezifität von Antikörpern mit der Wirksamkeit von kleinen toxischen Molekülen, um Krebs zu bekämpfen. ATACs (Antibody Targeted Amanitin Conjugates) sind ADCs, deren Wirkstoff aus Amanitin-Molekülen besteht. Amanitine sind bizyklische Peptide, die in der Natur im Grünen Knollenblätterpilz vorkommen. Durch Bindung an die RNA-Polymerase II hemmen sie die Transkription der mRNA, einem Mechanismus, der entscheidend für das Überleben von eukaryotischen Zellen ist. In präklinischen Studien haben ATACs eine sehr hohe Wirksamkeit gezeigt, sie überwanden häufige Resistenzmechanismen und können auch ruhende Tumorzellen bekämpfen.
