Die Kellerkinder der Börsenmama
Es knackt im Gebälk...
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Von Frank Markowski
Unter dem Dach der Deutschen Börse hat sich die Säule Neuer Markt, die erst vor ein paar Jahren eingezogen wurde, als marode erwiesen. Der Wurm ist drin im jungen Holz. Und wie heißt der Wurm? Penny Stock! So jedenfalls sehen es weite Teile der Finanzwelt. Werte, deren Kurs unter 1 Euro gefallen ist, sollen raus aus dem Neuen Markt. Auf diese Weise will die Deutsche Börse, Trägerin des Neuen Marktes, den Schaden sanieren. Hinter den Kulissen werden entsprechende Änderungen des Regelwerks bereits erarbeitet.
Panik, Polemik und Prestigedenken beherrschen die Diskussion. Gut ein halbes Dutzend Unternehmen, die auf sich halten, haben angekündigt, den Neuen Markt verlassen zu wollen, wenn sich das Umfeld nicht bald verbessert. Allen voran die Mobilcom AG. Gnadenlose Wendehälse, die zuvor noch den Neuen Markt als Anlage-Mekka gepriesen haben, fordern sogar seinen Total-Abriss: neuer Name, neue Regeln, neues Segment. Auf der anderen Seite fürchten die Emissionsbanken um ihre Pfründe. Energisch plädieren sie dafür, den "Neuen Markt als Finanzierungsquelle für junge Unternehmen zu erhalten", so ein Investmentbanker.