Harte oder weiche Landung in den USA

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Harte oder weiche Landung in den USA Ramses II

Harte oder weiche Landung in den USA

 
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Harte oder weiche Landung in den USA - Ökonomen unentschlossen


---Von Jürgen Sabel, dpa-AFX--- FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit
jeder Veröffentlichung neuer Konjunkturdaten wird derzeit die
Wahrscheinlickkeit einer "harten Landung" der US-Wirtschaft
größer - und das verunsichert die Kapitalmärkte. In den meisten
Prognosen von Instituten und Banken wird immer noch ein Bild
einer "weichen Landung" gezeichnet. Das Wirtschaftswachstum in
den USA soll sich nach dem Höhenflug der Vorjahre langsam und
moderat abschwächen. Jedoch wollen immer mehr Ökonomen auch
eine harte Ladung und sogar eine Rezession nicht ausschließen.
Insbesondere die am Donnerstag erfolgte Korrektur des
Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal von 2,4% auf 2,2% hat die
Pessimisten bestärkt. Betont wird aber auch, dass die Finanzpolitik
und insbesondere auch die US-Notenbank die Möglichkeit habe,
einer harten Landung entgegenzuwirken. Christoph Balz, Volkswirt
bei der Commerzbank, rechnet nicht mit einer Rezession in den
USA. Die deutlich Abschwächung der US-Konjunktur sei zwar
unumstritten, die Wirtschaftsindikatoren ließen aber eher eine
weiche Landung erwarten. Der Experte sieht für das kommende
Jahr keinen deutlichen Rückgang des privaten Konsums, wie von
vielen Marktbeobachtern befürchtet. "Gegen einen Einbruch der
privaten Konsumausgaben spricht vor allem die aus Sicht der
Beschäftigten sehr günstige Arbeitsmarktsituation." Der private
Verbrauch werde 2001 daher real etwa im Einklang mit dem
Einkommen expandieren. Durch fallende Energiepreise sei zudem
eine Entlastung zu erwarten. Unternehmensinvestitionen dürften
sich angesichts der weniger günstigen Absatz- und

Ertragsaussichten zwar abschwächen, aber ein Einbruch sei nicht
zu erwarten. Die Wohnungsbaubeginne im September/Oktober
hätten eine Stabilisierung der Situation in der Bauwirtschaft
angekündigt. Eine Gefahr für die Konjunktur sieht der Experte in
einer "Abwärtsspirale der Erwartungen sei zwar unumstritten.
Wenn sich das Geschäftsklima weiter verschlechtere, bliebe dies
auch an den Aktien- und Devisenmärkten nicht ohne Folgen. Dies
könnte zu einem Vertrauensverlust der privaten Anleger und zu
einer höheren Sparneigung führen. "Für diesen Fall hätten jedoch
die Fed und die Finanzpolitik ihr Pulver trocken gehalten". Gunter
Eckner, Analyst bei der Baden-Württembergischen Bank, zeigte
sich deutlich pessimistischer: Er rechnet mit einer deutlichen
Abkühlung der US-Konjunktur. Insbesondere die Finanzprobleme
der US-Unternehmen deuteten auf ein deutliche Abschwächung
hin. Eckner rechnet daher damit, dass Investoren zunehmend Geld
in Europa investieren dürften. "Alan Greenspan hat mit seiner Rede
die konjunkturelle Abschwächung nochmals amtlich bestätigt." Der
Analyst geht fest davon aus, dass ein "Soft Landing" nicht mehr
möglich sei. Das Wachstum werde deutlich unter die Marke von
3,0% fallen. Selbst eine Rezession wollte er nicht mehr
ausschließen. Der Analyst erwartet daher eine Senkung der
Leitzinsen durch die US-Notenbank zu Beginn des kommenden
Jahres. Da die positive konjunkturelle Entwicklung in den USA über
10 Jahre angedauert habe, dürfte auch die Abschwächung kein
kurzfristiges Ereignis sein. Nach Ansicht der Volkswirte der
Dresdner Bank befindet sich die US-Wirtschaft auf einer
Gratwanderung zwischen harter und weicher Landung. Die
Anpassungsprozesse gingen mit einer Halbierung des
Wirtschaftswachstums einher. Die Analysten korrigierten ihre
Prognosen für das Jahr 2000 von 5,2% auf 5,1% und für 2001 von
3,4% auf 3,1% herab. Es bestünde in den USA die Notwendigkeit
Lagerbestände an ein langsameres Wachstum der US-Wirtschaft
anzupassen. Hier könne es zu ein kumulativen Wirkung kommen,
die auch in eine Rezession führen könne. Die Volkswirte der
Dresdner Bank halten dies allerdings nicht für wahrscheinlich. Die
Wirtschafts und Geldpolitik habe genügend Möglichkeiten einer
konjunkturellen Schwäche entgegenzuwirken. "Die geringere
wirtschaftliche Dynamik dürfte die US-Notenbank nicht nur - wie
bisher erwartet - zu einer Zinslockerung, sondern zu mindestens
zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte veranlassen."/js/fa/mr  


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