ROUNDUP: Carl Zeiss Meditec verliert in Amerika - Aber höhere Dividende
09:54 09.12.08
JENA (dpa-AFX) - Der Medizintechnik-Anbieter Carl Zeiss Meditec (Profil) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 vor allem wegen eines schwächeren US-Geschäfts operativ etwas weniger verdient als ein Jahr zuvor. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe bis Ende September 67,8 (Vorjahr: 70,4) Millionen Euro betragen, teilte die im TecDAX (Profil) notierte Gesellschaft am Dienstag in Jena mit. Die von dpa-AFX befragten Analysten hatten mit einem operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet. Der Umsatz kletterte jedoch dank einer starken Nachfrage in Europa und Asien um 5,4 Prozent auf 600,2 Millionen Euro.
Unter dem Strich verdiente Carl Zeiss Meditec wegen einer geringeren Steuerlast mit 54,0 (Vorjahr: 47,8) Millionen Euro mehr. "Auch in der schwierigen Lage, in der sich die Weltwirtschaft befindet, haben wir unsere ausgegebenen Ziele für das Geschäftsjahr 2007/2008 erreicht", sagte Unternehmenschef Michael Kaschke. Den Aktionären stellte Kaschke eine höhere Dividende in Aussicht: Sie soll von 0,16 im Vorjahr auf 0,18 Euro steigen.
KEIN KONKRETER AUSBLICK
Die Aktie fiel in den ersten Handelsminuten um rund 3,25 Prozent auf 8,33 Euro zu. "Die Zahlen sind gemischt, bis auf den Überschuss liegt alles leicht unter den Erwartungen", begründete ein Börsianer die Verluste. Auch die höhere Dividende sei keine Überraschung.
Einen konkreten Ausblick gab das Unternehmen zwar nicht, aber Unternehmenschef Kaschke sagte: "Unser Augenmerk liegt auch weiterhin auf einer stabilen Geschäftsentwicklung und der Beibehaltung der erreichten Profitabilität." Mittelfristig solle die Rendite weiter verbessert werden. Dabei sollen notwendige Investitionen nicht vernachlässigt werden.
GEWACHSEN IN EUROPA, GESCHRUMPFT IN AMERIKA
Wachsen konnte Carl Zeiss Meditec von Oktober 2007 bis September 2008 in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika. Die Erlöse stiegen um 14,7 Prozent auf 194,1 Millionen Euro. Dazu beigetragen hätten neue Diagnosegeräte, Operationsmikroskopen und Intraokularlinsen, hieß es. Damit erhöhte sich der Anteil der Region am Gesamtumsatz auf 32,3 (Vorjahr: 29,7) Prozent. Stärkste Zuwachsraten verzeichnete die Gesellschaft in der Region Asien/Pazifischer Raum. Der Umsatz nahm um 16,6 Prozent auf 138,5 Millionen Euro zu. Der Medizintechnikanbieter führte dies vor allem auf eine Belebung des japanischen Markts zurück. Der Anteil am Konzernumsatz stieg auf 23,1 (Vorjahr: 20,1) Prozent.
"Americas" war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin umsatzstärkste Region von Carl Zeiss Meditec, aber die Erlöse gingen vor allem aufgrund negativer Währungseffekte um 12,7 Prozent auf 212,8 Millionen Euro zurück. Damit steuerte das Amerika-Geschäft noch 35,4 (Vorjahr: 42,8) Prozent am Konzernumsatz bei. Die Entwicklung in dieser Region habe sich dabei aber im Laufe des Jahres kontinuierlich verbessert, hieß es./ne/nl/das
Quelle: dpa-AFX