Die deutsche Industrie ächzt weiter unter der Krise. Angesichts der mauen Auftragslage schrumpfte die Produktion im Oktober um mehr als 2 Prozent. Und Besserung ist nicht in Sicht.
Berlin - Industrie, Bau- und Energiewirtschaft haben ihre Produktion im Oktober unerwartet kräftig gedrosselt. Der Ausstoß sank insgesamt um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet. Bereits im September war die Produktion preis-, kalender- und saisonbereinigt mit 3,3 Prozent so stark eingebrochen seit 1995 nicht mehr.
Schwer getroffen: Das Baugewerbe leidet besonders unter der Krise
Besonders stark war der Produktionsrückgang im Oktober im Baugewerbe mit 3,0 Prozent. Die Industrieproduktion sank um 2,2 Prozent. Innerhalb des Industriesektors kam es vor allen bei den konjunkturell wichtigen Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten mit minus 2,2 Prozent beziehungsweise minus 3,1 Prozent zu starken Rückgängen. Im Konsumgüterbereich sank die Produktion unterdessen nur um 0,4 Prozent.
Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich (September/Oktober gegenüber Juli/August) sank die Gesamtproduktion um 2,8 Prozent. Dabei verringerte sich die Industrieproduktion mit 3,1 Prozent besonders stark, während die Bauproduktion um 1,5 Prozent schrumpfte.
Im Jahresvergleich sank die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe im Zweimonatsvergleich arbeitstäglich bereinigt um 2,9 Prozent. Die Unternehmen reagieren damit auf die Auftragsflaute. Seit Ende 2007 treffen bei ihnen Monat für Monat weniger Bestellungen ein, unterbrochen nur von einem kurzen Zwischenhoch im August.
Im September brachen die Aufträge so stark ein wie noch nie seit der Wiedervereinigung, im Oktober folgte der drittstärkste Rückgang. Die Produktion werde deshalb in den kommenden Monaten weiter sinken, erwartet das Ministerium.
manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters
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