Nach Einschätzung der japanischen Bank Nomura ist die Finanzkrise ausgestanden. Es gebe wieder genügend Geld, das Geschäft zwischen den Banken komme in Gang. Stattdessen befinden sich viele andere Branchen im Abwärtsstrudel. Wie es weiter geht, hängt vor allem von einem Riesenstaat ab.
Die globale Liquiditätskrise ist nach Einschätzung von Japans größtem Brokerhaus Nomura überwunden. Das nächste Problem sei jedoch, nun die Realwirtschaft wieder in Gang zu bekommen, sagte Nomura-Chef Kenichi Watanabe am Mittwoch in Tokio. Dies hänge von der finanziellen Hilfe der Staaten in der ganzen Welt ab. Besonders interessant sei nun das Vorgehen Chinas, fügte er hinzu.
Das Land will so schnell wie möglich die eigene Wirtschaft auf Trab bringen. Im nächstne Jahr sollen Verwaltungsgebühren in Milliardenhöhe gestrichen werden, unter anderem die Gebühren für Mediatoren bei Streitigkeiten am Arbeitsplatz und für Universitätsdiplome. Das teilte das Finanzministerium am Mittwoch auf seiner Internetseite mit. Insgesamt würden rund hundert Gebühren mit einem Volumen von 19 Milliarden Yuan (rund 2,2 Milliarden Euro) gestrichen und zwar in den Bereichen Bildung, Arbeit, Bauwesen, Export und Landwirtschaft. Ziel sei es, die Binnennachfrage anzukurbeln und ein "rasches und stetes" Wirtschaftswachstum zu fördern, indem Unternehmen und Bürger weiter entlastet würden, erklärte das Ministerium.
Die Volksrepublik will sich auch auf der Währungsseite absichern. Einem Zeitungsbericht zufolge will die chinesische Zentralbank ihre Goldreserven knapp versiebenfachen. Die Edelmetallreserven sollten von heute rund 600 auf 4000 Tonnen gesteigert werden, berichtete die Zeitung "Guangzhou Daily" am Mittwoch unter Berufung auf Kreise in Hongkong, ohne Einzelheiten zu nennen. Die Zentralbank wollte diese Informationen auf Anfrage zunächst nicht bestätigen. China hielt zu Ende September umgerechnet rund 1,5 Billionen Euro an Währungsreserven. Erstmals überrundete die Volksrepublik mit 585 Milliarden Dollar auch Japan mit 573,2 Milliarden Dollar als Hauptgläubiger der USA, wie das Finanzministerium in Washington am Dienstag mitteilte.
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