Coup der Bank of America
Mit Staatsgeld auf Auslandsexpansion
von Heinz-Roger Dohms (Hamburg)
Seit Monaten lechzen die westlichen Geldhäuser nach Kapital. Bevor die staatlichen Rettungspläne aufgelegt wurden, kamen die frischen Mittel vor allem aus Asien. Nun aber dreht die Bank of America den Spieß um - und schlägt in China zu.
Der Finanzkonzern aus Charlotte teilte am Montag mit, seinen Anteil an der China Construction Bank auf knapp 20 Prozent quasi zu verdoppeln. Die US-Bank war 2005 mit neun Prozent bei den Asiaten eingestiegen und hatte sich das schon damals das Recht auf eine höhere Beteiligung gesichert. Diese soll nun bis Ende November auf 19,1 Prozent steigen.
Angaben zum Kaufpreis machte die Bank of America (BoA) nicht. Daten der Nachrichtenagentur Reuters zufolge würde die US-Großbank nach Abschluss des Deals über 44,7 Milliarden Aktien des chinesischen Instituts verfügen - dies entspricht einem Börsenwert von rund 24 Mrd. $. Die Beteiligung erfolgt über sogenannte H-Aktien, die in Hongkong gehandelt werden und für Ausländer frei zugänglich sind. Dagegen sind die in China gehandelten A-Aktien größtenteils Chinesen vorbehalten.
Die Akquisition kommt zum jetzigen Zeitpunkt überraschend. Zum einen hätte die Bank of America noch fast zweieinhalb Jahre Zeit gehabt, die Option auf eine Erhöhung des Aktienpakets zu ziehen. Zum anderen ist auch das Finanzkonglomerat aus Charlotte massiv von der Finanzkrise betroffen. Erst im vergangenen Monat hatte das Institut seine Dividende drastisch gekappt, nachdem der Quartalsgewinn aufgrund wachsender Verluste im Kreditgeschäft um 68 Prozent eingekracht war.
Um 60 Prozent ist die BoA-Aktie in diesem Jahr gefallen...
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