Tendenz nach oben
Hans Bernecker: Tendenz nach oben
Mails/Nachrichten vom 20.08.2002, Bernecker & Cie.
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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die Prognosen stehen im umgekehrten Verhältnis zum Markt. Wie eine Art Ergänzung zu dem, was ich in der letzten AB auf Seite 1 schrieb, hat nun auch Merrill Lynch die Jahresendschätzungen für mehrere Euro-Aktienindizes um bis zum 20 % nach unten korrigiert. Ursache sind die für das Jahr 2003 deutlich abgesenkten Gewinnschätzungen auf das Niveau des Jahres 1999. Dann kommt heraus: DAX am Ende dieses Jahres 3.850, also gestriger Stand. Bislang waren es 4.700. Damit dürften auch negative Überraschungen hinsichtlich des Wirtschaftswachstums oder der Unternehmensgewinne „eingepreist“ sein, so Merrill Lynch als weitere Begründung. Für den S&P gelten nun 960 gegen bisher 1.050 und für den Euro Stoxx sind es 2.800 gegenüber bisher 3.400. Machen Sie sich dazu Ihre eigenen Gedanken.
Der gestrige Marktverlauf war ein weiterer Baustein zu dem mittelfristigen Aufwärtstrend. Idealer konnte er gar nicht verlaufen. Bei mäßigen Umsätzen von 1,26 bzw. 1,33 Mrd Stück in den zwei Segmenten in New York lag die Relation Advance/Decline bei 2,1 zu 1,0 bzw. 1,7 zu 1,0. Die new highs/new lows erreichten 37:33 bzw. 29:74 und das Verhältnis Upside-/Decline-Volume 1,051 Mrd zu 184 Mio Stück bzw. 1,036 Mrd zu 256 Mio Stück. Besser geht’s nicht.
Je vorsichtiger dieser Trend verläuft, desto sicherer ist die Tendenz. Gibt es aber irrationale Sprünge, so folgt daraus wieder eine größere Rückschlagsgefahr. Die gestern genannten ersten Zielkurse bleiben deshalb gültig. An diesen Punkten stoßen alle drei Indizes an die ersten Widerstände rein technischer Art. Im Detail:
Natürlich war es riskant, auf Chiptitel zu setzen, wenn alle Welt von der Chipkrise redet. Das weiß ich wohl. Immerhin: AMD inzwischen + 44 % gegenüber dem mittleren/möglichen Einkauf um 7,50/8 $. Gestern waren es knapp 11 $. Alle weiteren Bodenbildungen dieser Art habe ich schon gestern kommentiert. Warum ist das wichtig?
Ein solches Marktgleichgewicht bildet sich nur sehr vorsichtig und mit Zittern. Das habe ich Ihnen an dieser Stelle und in der AB immer wieder erläutert. Aber Gott sei Dank: Alle wesentlichen Marken haben gehalten. Nur ganz wenige Titel sind durchgefallen. Die interessanteste Aktie dieser Art ist jetzt MICRON TECH, worüber ich ebenfalls in der nächsten AB schreibe. Wichtig auch: Alle drei großen Technologietitel haben die gleiche Bodenbildung absolviert. Das lief extrem knapp und ebenfalls mit Zittern. Dennoch haben alle vier es geschafft. IBM sogar schon 82,49 $, was gegenüber dem Tief bei rd. 66 $ ein Plus von 25 % ausmacht. So schnell geht es.
Bitte nehmen Sie die ABs der letzten Wochen zur Hand. Wer über Bernstein-Charts verfügt, hat es leichter. Er kann alle diese Bodenbildungen gut nachvollziehen und weiß, wo er steht. Das ist eine rein technische Indikation, aber in der jetzigen Konstellation ist eine andere Beurteilung unmöglich. „Look on the market“ ist dafür wohl das richtige Wort. Und schließlich: Wie aus den obigen Relationen ersichtlich wird, bezieht sich die Markterholung auf sehr, sehr viele Werte. Deshalb verzichte ich an dieser Stelle auf eine direkte Empfehlung. Sie lesen sie in der AB.
Frankfurt fehlen heute die unmittelbaren Firmenanregungen. Halbjahreszahlen gibt es von SIXT und einigen Titeln des Neuen Marktes. Darauf verzichte ich. Aus den USA kommt vielleicht die eine oder andere Anregung mit den Daten von HOME DEPOT, MEDTRONIC und SAKS sowie die Handelsbilanzzahlen für den Juni. Aus Toronto übrigens BOMBARDIER, die gleichfalls Indikatorfunktion haben.
Die Bauwerte waren gestern favorisiert. Grund sind die Arbeiten nach der Flutkatastrophe. Das macht Sinn und Sie kennen meine Ansicht: HOCHTIEF und BILFINGER & BERGER sind für mich weitere Favoriten, wie seit Monaten begründet. Nach dem kürzlichen Kursrutsch um teilweise 35 % sind sie in der Tat ein glatter Nach- und Neukauf. Dazu zählen auch DYCKERHOFF-Vorzüge. Besonders interessant finde ich VOSSLOH als größten Zulieferer für die Dt. Bahn. Hier dürfte das Auftragsvolumen sprunghaft steigen, weil VOSSLOH absoluter Marktführer ist.
Die gestern vorgelegten HENKEL-Zahlen sind ein weiterer Beweis dafür, was Klasse ist. Die deutsche Großchemie beweist dies auch in anderer Form. Ich habe dazu häufig Stellung genommen. Alle diese Titel sind keine Riesenrenner, aber klare Trendwerte.
Gestern morgen hatte ich auf die Besonderheiten der Technologieaktien aufmerksam gemacht. Spitzengewinner war INFINEON mit 6,5 %, gefolgt von SAP mit 5,6 %. Das kann noch einige Prozent mehr bringen, aber: Hier handelt es sich um Tradings, wie oft beschrieben. Die dazu herumgereichten Erklärungen erscheinen mir irgendwie amüsant, wenngleich ich einräume: INFINEON paßt zum oben dargestellten Chiptrend.
NOKIA wird massiv empfohlen. Eine ausführliche Studie der DT. BANK liegt mir gerade vor. Das Tief von 10,50 E. wird nicht mehr unterboten, 14 E. sind gerade noch vertretbar, denn das technische Ziel reicht bis immerhin 18 E. Im günstigsten Fall sind auch 20 E. möglich. Dann muß Kasse gemacht werden. Warum? Die Börsenkapitalisierung würde dann schon annähernd 85/90 Mrd E. erreichen und wäre ein Grenzwert. Diese Rechnung werden Sie demnächst noch häufig lesen/hören. Deshalb ist Erholungs- nicht Trendpotential.
Es gibt also Anregungen genug. Für Sie ist wichtig, wohin der Markt tendiert: Nach oben! Merrill Lynch läßt grüßen.
Herzlichst Ihr
Hans A. Bernecker
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Hans Bernecker: Tendenz nach oben
Mails/Nachrichten vom 20.08.2002, Bernecker & Cie.
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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die Prognosen stehen im umgekehrten Verhältnis zum Markt. Wie eine Art Ergänzung zu dem, was ich in der letzten AB auf Seite 1 schrieb, hat nun auch Merrill Lynch die Jahresendschätzungen für mehrere Euro-Aktienindizes um bis zum 20 % nach unten korrigiert. Ursache sind die für das Jahr 2003 deutlich abgesenkten Gewinnschätzungen auf das Niveau des Jahres 1999. Dann kommt heraus: DAX am Ende dieses Jahres 3.850, also gestriger Stand. Bislang waren es 4.700. Damit dürften auch negative Überraschungen hinsichtlich des Wirtschaftswachstums oder der Unternehmensgewinne „eingepreist“ sein, so Merrill Lynch als weitere Begründung. Für den S&P gelten nun 960 gegen bisher 1.050 und für den Euro Stoxx sind es 2.800 gegenüber bisher 3.400. Machen Sie sich dazu Ihre eigenen Gedanken.
Der gestrige Marktverlauf war ein weiterer Baustein zu dem mittelfristigen Aufwärtstrend. Idealer konnte er gar nicht verlaufen. Bei mäßigen Umsätzen von 1,26 bzw. 1,33 Mrd Stück in den zwei Segmenten in New York lag die Relation Advance/Decline bei 2,1 zu 1,0 bzw. 1,7 zu 1,0. Die new highs/new lows erreichten 37:33 bzw. 29:74 und das Verhältnis Upside-/Decline-Volume 1,051 Mrd zu 184 Mio Stück bzw. 1,036 Mrd zu 256 Mio Stück. Besser geht’s nicht.
Je vorsichtiger dieser Trend verläuft, desto sicherer ist die Tendenz. Gibt es aber irrationale Sprünge, so folgt daraus wieder eine größere Rückschlagsgefahr. Die gestern genannten ersten Zielkurse bleiben deshalb gültig. An diesen Punkten stoßen alle drei Indizes an die ersten Widerstände rein technischer Art. Im Detail:
Natürlich war es riskant, auf Chiptitel zu setzen, wenn alle Welt von der Chipkrise redet. Das weiß ich wohl. Immerhin: AMD inzwischen + 44 % gegenüber dem mittleren/möglichen Einkauf um 7,50/8 $. Gestern waren es knapp 11 $. Alle weiteren Bodenbildungen dieser Art habe ich schon gestern kommentiert. Warum ist das wichtig?
Ein solches Marktgleichgewicht bildet sich nur sehr vorsichtig und mit Zittern. Das habe ich Ihnen an dieser Stelle und in der AB immer wieder erläutert. Aber Gott sei Dank: Alle wesentlichen Marken haben gehalten. Nur ganz wenige Titel sind durchgefallen. Die interessanteste Aktie dieser Art ist jetzt MICRON TECH, worüber ich ebenfalls in der nächsten AB schreibe. Wichtig auch: Alle drei großen Technologietitel haben die gleiche Bodenbildung absolviert. Das lief extrem knapp und ebenfalls mit Zittern. Dennoch haben alle vier es geschafft. IBM sogar schon 82,49 $, was gegenüber dem Tief bei rd. 66 $ ein Plus von 25 % ausmacht. So schnell geht es.
Bitte nehmen Sie die ABs der letzten Wochen zur Hand. Wer über Bernstein-Charts verfügt, hat es leichter. Er kann alle diese Bodenbildungen gut nachvollziehen und weiß, wo er steht. Das ist eine rein technische Indikation, aber in der jetzigen Konstellation ist eine andere Beurteilung unmöglich. „Look on the market“ ist dafür wohl das richtige Wort. Und schließlich: Wie aus den obigen Relationen ersichtlich wird, bezieht sich die Markterholung auf sehr, sehr viele Werte. Deshalb verzichte ich an dieser Stelle auf eine direkte Empfehlung. Sie lesen sie in der AB.
Frankfurt fehlen heute die unmittelbaren Firmenanregungen. Halbjahreszahlen gibt es von SIXT und einigen Titeln des Neuen Marktes. Darauf verzichte ich. Aus den USA kommt vielleicht die eine oder andere Anregung mit den Daten von HOME DEPOT, MEDTRONIC und SAKS sowie die Handelsbilanzzahlen für den Juni. Aus Toronto übrigens BOMBARDIER, die gleichfalls Indikatorfunktion haben.
Die Bauwerte waren gestern favorisiert. Grund sind die Arbeiten nach der Flutkatastrophe. Das macht Sinn und Sie kennen meine Ansicht: HOCHTIEF und BILFINGER & BERGER sind für mich weitere Favoriten, wie seit Monaten begründet. Nach dem kürzlichen Kursrutsch um teilweise 35 % sind sie in der Tat ein glatter Nach- und Neukauf. Dazu zählen auch DYCKERHOFF-Vorzüge. Besonders interessant finde ich VOSSLOH als größten Zulieferer für die Dt. Bahn. Hier dürfte das Auftragsvolumen sprunghaft steigen, weil VOSSLOH absoluter Marktführer ist.
Die gestern vorgelegten HENKEL-Zahlen sind ein weiterer Beweis dafür, was Klasse ist. Die deutsche Großchemie beweist dies auch in anderer Form. Ich habe dazu häufig Stellung genommen. Alle diese Titel sind keine Riesenrenner, aber klare Trendwerte.
Gestern morgen hatte ich auf die Besonderheiten der Technologieaktien aufmerksam gemacht. Spitzengewinner war INFINEON mit 6,5 %, gefolgt von SAP mit 5,6 %. Das kann noch einige Prozent mehr bringen, aber: Hier handelt es sich um Tradings, wie oft beschrieben. Die dazu herumgereichten Erklärungen erscheinen mir irgendwie amüsant, wenngleich ich einräume: INFINEON paßt zum oben dargestellten Chiptrend.
NOKIA wird massiv empfohlen. Eine ausführliche Studie der DT. BANK liegt mir gerade vor. Das Tief von 10,50 E. wird nicht mehr unterboten, 14 E. sind gerade noch vertretbar, denn das technische Ziel reicht bis immerhin 18 E. Im günstigsten Fall sind auch 20 E. möglich. Dann muß Kasse gemacht werden. Warum? Die Börsenkapitalisierung würde dann schon annähernd 85/90 Mrd E. erreichen und wäre ein Grenzwert. Diese Rechnung werden Sie demnächst noch häufig lesen/hören. Deshalb ist Erholungs- nicht Trendpotential.
Es gibt also Anregungen genug. Für Sie ist wichtig, wohin der Markt tendiert: Nach oben! Merrill Lynch läßt grüßen.
Herzlichst Ihr
Hans A. Bernecker
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