In den frühen Phase-1/HAR1-Förderrunden der britischen Regierung war die Rolle von Start-ups wie H-Power (damals AFC Energy) vor allem die eines Bittstellers: Man brauchte Subventionen, um überhaupt konkurrenzfähig zu werden oder Forschungsprojekte am Leben zu halten.
Durch das Erreichen der Parität – also Wasserstoff aus Ammoniak-Cracking für unter £10/kg direkt vor Ort bereitzustellen – hat sich das Kräfteverhältnis geändert:
Die Regierung hat ein Problem: Das UK hat extrem ehrgeizige Ziele zur Dekarbonisierung des Bausektors und der Schwerindustrie (Off-Grid / Off-Highway), aber herkömmlicher grüner Wasserstoff ist wegen Transport- und Logistikaufwand viel zu teuer.
H-Power hat die Lösung: Mit dem Hy-5 demonstriert H-Power, dass die Kosten schon jetzt auf Diesel-Niveau oder darunter liegen – ohne dass die Regierung dauerhaft den Betrieb subventionieren muss.
Warum JWs Antwort an Charles Archer anders klang
Dass John Wilsons Tonfall im Sommer-Interview spürbar selbstbewusster wirkte, hat konkrete Ursachen:
Fokus auf CAPEX statt OPEX-Subvention: H-Power fordert keine dauerhaften laufenden Zuschüsse mehr, um die Treibstoffkosten künstlich niedrig zu halten. Stattdessen geht es bei den neuen Förderanträgen darum, die Skalierung der Fertigung (CAPEX) zu unterstützen.
Hebelwirkung durch Industrie-Giganten: Mit Partnern wie Komatsu im Rücken tritt JW den Ministerien gegenüber nicht mehr als kleines Entwicklungsbüro auf, sondern als Konsortium, das die Lieferketten für globale Baumaschinen-Ausrüstung prägen wird.
HAR2 / HAR3 strategisch nutzen: Die Regierung sucht händeringend nach Demonstrationsprojekten, die wirtschaftlich tragfähig sind. JW weiß, dass H-Power mit den £10/kg das stärkste Argument für staatliche CO2-Reduktionsprogramme in den Händen hält.
Es geht bei den aktuellen Lobby- und Förderaktivitäten also nicht mehr darum, eine Lücke zu stopfen, sondern darum, staatliches Geld als Beschleuniger für die Serienproduktion einzusetzen. Ich halte es für durchaus möglich, dass die britische Regierung ähnlich wie bei ITM aktionär wird