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Trotzdem ist der Deal nicht mehr so schlecht und die Chancen dürften in meinen Augen doch jetzt deutlich überwiegen.
Nehmen wir einmal an jemand kauft für 1.000 Nominal jetzt eine kurzlaufende Anleihe mit Kurs 29% = Anschaffungskosten (ohne Spesen und Stückzinsen) von 290,- Euro
Risiko: Bei einem erzwungenen Umtausch (Freiwilligkeit macht ja überhaupt keinen Sinn) würde er dann 150 Euro in cash bzw. für 150 Euro Nominal einen 2-Jahres-EFSF-Bond bekommen (ist in meinen Augen so gut wie cash) , für den Rest würde er 315 Euro Nominal 30-Jahres-Griechenbond erhalten. Dieser Griechenbond hätte eine Verzinsung von 2% p.a. bis 2015, 3% von 2016-2020, danach 4,3% ..."plus GDP-Kicker ab 2015".
Der Kurs des Griechenbonds kann bis auf 45% vom Nominalwert (also um 55%) fallen, dies ist der Break-Even...also hier mache ich immer noch keinen Verlust und gehe plus minus Null raus.
Aber bei einem Kurs von 45% habe ich eine laufende Verzinsung von 4,4% p.a. bis 2015, bzw. 6,7% p.a. ab 2016 .....wenn der neue Bond z.B. um 70% abschmiert, dann notiert er bei 95; bei einem Verkauf würde ich einen "kleinen Verlust" hinnehmen (Anschaffung 290 - 150 EFSF - 95 Verkaufserlös neuer Bond = 45 Verlust = 16% auf Kapitaleinsatz)....andererseits, warum sollte ich einen Bond dann mit einer laufenden Verzinsung von 6,7% bis 2015 bzw. 10% ab 2016 verkaufen? .......
besser als bei Deutschen Bundesanleihen....und wenn wir davon ausgehen, dass Griechenland sowieso die nächsten Jahre noch Pleite geht, dann rückt für die EU und Deutschland (EFSF, ESM etc.) dann so allmählich die Haftungsfrage / Defizit Deutschland auch in den Mittelpunkt der Betrachtung......dies war das Risiko.
Chance: wenn wir davon ausgehen, dass Griechenland sowieso die nächsten Jahre noch Pleite geht => welcher Investor möchte dann auf "alten Griechenbonds (z.B. Laufzeit 2016 oder 2018)" nach griechischem Recht und evtl. nachrangiger Behandlung im Falle eines weiteren Cuts sitzen bleiben => es wird meiner Meinung nach eine recht hohe Beteiligung am PSI+ geben und daher die Aktivierung von CAC´s nicht geschehen => 100% Rückzahlung für die Kurzläufer
Die Abstimmung über die Aktivierung von CAC´s in Verbindung mit der Annahme des Umtauschangebots zu machen ist in meinen Augen ein sehr intelligenter Schachzug. Entweder man stimmt den Umtauschangebot zu (dürften ja zumindest die Mehrheit des IIF sein) oder man enthält sich komplett der Abstimmung (Holdouts also kein Stimmrecht!!).
Jetzt dürften die Hedgefonds das Problem haben; wer will schon auf "länger laufenden" Bonds nach griechischem Recht sitzenbleiben, wenn evtl. in 2 oder 4 Jahren noch einmal eine Umschuldung ansteht und man dann "nachrangig" behandelt wird. Also wahrscheinlich/besser/evtl. an der Abstimmung teilnehmen (damit ja auch automatisch am Cut teilnehmen!) und für die Aktivierung der CAC´s stimmen (da besteht dann aber das Risiko, durch Blockade der IIF Mitglieder etc. ausgestochen worden zu sein)....könnte dumm laufen....am Umtausch teilnehmen (dadurch hohe Annahmequote) und keine Aktivierung von CDS...dies will der IIF doch unbedingt...oder
"denn ein IIF Mitglied das sich auf die Holdout-Seite begibt, muss nun bangen, dass wider erwarten alle Hedge-Fonds am Tausch teilnehmen und sich so eine 66% Mehrheit sichern können um dann selbst dafür zu sorgen die CDS zu triggern"
=> dieses Risiko sehe ich als sehr sehr gering an.
Das Problem für die nicht teilnehmenden Banken oder Versicherungen ist doch vielmehr, dass der Umtausch "evtl." ohne Aktivierung CDS durchläuft und die Banken dann auf ihrem Bestand an "alten" Anleihen nach griechischem Recht sitzen bleibt und so evtl. in einen Topf mit anderen Holdouts z.B. Hedgefonds (bösen Spekulanten) kommen. Und wenn diese Anleihen dann z.B. noch eine Fälligkeit erst in 2016 oder 2018 haben, sind die Aussichten nicht wirklich prickelnd (neue Anleihen nach englischem Recht und nicht zu vergessen der 15% EFSF-Sweetener beim Tausch)...bei einer evtl. später erneut nötig werdenden Umschuldung (wer weiss schon was 2015 oder 2016 ist) dürfte diese Gruppe ziemlich rücksichtslos behandelt werden und auch "nicht mehr" den "Schutz" des IIF genießen (Empfehlung war ja im Jahr 2012 zu tauschen) .....das dürfte kein vernünftiger Vorstand riskieren.
Nein, das ist so nicht richtig.
Grundsätzlich werden alle Bondholder (griechische Bonds) gefragt, ob sie teilnehmen wollen ja oder nein (bei nein braucht man einfach nicht zu antworten bzw. bei Nein hat man auch kein Stimmrecht). Alle die Ja sagen und freiwillig am Haircut teilnehmen, müssen dann ihre Stimme abgeben: soll dieser Haircut für alle "anderen" Bondinhaber auch bindend sein Ja oder Nein?
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