Nach meiner Ansicht ist die 'Sparpolitik' von Merkel auf die Dauer nicht zu halten. Der Euro wird daran zerbrechen, wenn sich das eine Land mit Zinsen fast um 0% und das andere Land mit Zinsen um 7% oder höher refinanziert. Die Alternative sind Eurobonds.
Wer sagt: 'wir brauchen den Euro nicht', hat zwar Recht. Aber die Exportindustrie braucht und nutzt ihn und verschärft damit die Handelsdefizite.
Im Artikel www.zeit.de/wirtschaft/2012-05/...he-szenarien-anleger/seite-1 wurden 4 Szenarien für Anleger in Sachen Griechenland- und Eurokrise beschrieben.
Im Fall von Szenario 2 - 'Der Euro-Ausstieg Griechenlands führt in die Katastrophe' - heißt es zum Gold: 'Gold kostet' (dann) 'mehr als 2000 Dollar je Feinunze'.
Aber wird es zum Euro-Ausstieg Griechenlands kommen? Nach meiner Meinung: 'jein'. Die Fortsetzung des Systems hängt davon ab, ob die bisherigen Geldgeber den drastischen Sparkurs lockern. Dabei wird man abwägen, ob man ein System mit kaum sichtbaren Erfolgen weiter finanziert oder fallen läßt. Die Risiken sind enorm.
Der offizieller Rauswurf Griechenlands ist nicht möglich, 'nur' die Sperrung weiterer Zahlungen. Aber das reicht, um den Staat (falls man das Wort hier überhaupt verwendet) an den Abgrund zu führen. Schon jetzt steht Griechenland vor dem Problem, dass man dem Land den Strom abschalten will.
www.finanznachrichten.de/...nbruch-der-stromversorgung-198.htm
Die vermutlich angedachte 'Lösung' ist dort der Übergang zu einem System mit zwei Währungen. Die neue Drachme soll angeblich gedruckt werden. Aber Lieferanten Griechenlands wollen weiter Euro, wie Eni, Botas und Gazprom, ebenso die Gläubiger. Wer will die neue Drachme? Eigentlich keiner, aber es wäre ein Weg aus der Finanzkrise.
Wie funktioniert die neue Drachme? Griechenland würde dann auf ein System mit 2 Währungen umgestellt, die neue Drachme ersetzt den Euro im internen Bereich, bei Gehältern, Renten usw., um Zahlungsansprüche, zumindest 'offiziell', zu erfüllen. Der Staat könnte beliebig viele Drachmen drucken, die dann immer wertloser werden.
Je nach Staat funktioniert so ein System, aber ob man es ohne Verwaltungswirtschaft praktizieren kann, ist zu bezweifeln. Denn wenn die Rentnerin, die ja sowieso nur noch einige hundert Euro erhält, auf Drachmen umgestellt wird, müßten ja auch die Mieten und Kosten umgestellt werden oder die Verelendung wächst.
Frau Lagarde hatte die griechischen Verhältnisse mit denen Afrikas verglichen: sie hätte mit den dort im Elend lebenden Menschen mehr Sympathie. Zu Recht. Das dortige Elend gibt es ja bei den Hellenen trotz Dauerkrise noch nicht. Aber es schleicht sich nun ein.
Ein doppeltes Währungssystem könnte man auch bei anderen Krisenstaaten einführen. Das wäre auch dort das Programm der Verelendung. Ob es dabei zum Chaos kommt, dürfte vom Umgang mit den Staatsschulden abhängen - und den Folgen für die Banken.
Die Euro-Zone müßte daher Euro-Staatsanleihen genauso unbegrenzt garantieren wie die FED die US-Staatsanleihen. Das dortige Ergebnis sind die niedrigen Zinsen! Aber ob es zu so einer Garantie kommt? Da muß den Beteiligten vermutlich erst das Wasser bis zum Hals stehen, wie jetzt den Griechen...