Also ich bin fast so lange wie du aktiv an der Börse tätig und kenne daher auch die Eigenarten der Märkte zu genüge. Märkte pendeln nunmal gerne hin und her zwischen Euphorie und Entsetzen. Im Kern bewegt die Märkte Psychologie, Liquidtät und Fundamentales. Letzteres kam zuletzt bei vielen Anlegern bei der Beobachtung zu kurz und dürfte nun wieder stärker ins Blickfeld rücken. Bei jedem Pendelschwung wird zwischendurch auch mal wieder die "goldene Mitte" erreicht. Ich bin wie du der Meinung, daß diese ganzen Papiergelduntergangsschmalspurpropheten auf dem falschen Dampfer sind. Die kann man doch alle gleich noch zu den Leuten in den Sack stecken die an so einen Murks wie Mayakalender glauben. Aber es gibt halt gewisse "Gurus" die es gezielt wissen die neurotischen Paniker und Hysteriker auszulutschen mit Börsebriefsabos, Panik-Büchern etc. . Für mich wäre nunmal Gold bei Kursen über 2000$ völlig überbewertet und bei 1000$ unterbewertet. Somit rechne ich damit, daß man eher Richtung "goldener Mitte" zurückpendeln wird, solange sich viele Dinge in der Welt wieder normalisieren. Die ganze Hysterie die von Käseblättchen wie Spiegel, Focus &Co. erzeugt wurden im letzten Sommer und danach ("Gelduntergang" Titelblätter etc.) hat viele ahnungslose Kleingeldanleger in Gold getrieben anstatt damals als der DAX bis knapp unter Buchwertniveau sackte in Qualtitätstitel im Aktienmarkt zu gehen. Heute sehen sie Leute wie die 7000 geknackt wird im DAX und Gold im Gegenzug schon weit über 200$ gefallen ist vom 2011er Top. Man sieht die anderen machen die Gewinne, man selber bei sich die Verluste. Die ärgern sich, weil die Welt einfach nicht zusammenbricht ;). Solange die Paniker&Hysteriker nicht wieder zum großen Teil im Aktienmarkt auf der Bullenseite zurück sind und immer noch von Goldkursen weit jenseits der 2000$ träumen (weil es in ihrem Abo der "Guru" doch immer predigt), solange haben die Aktienmärkte weiteres Potenzial nach oben. Die Zinsen bleiben länger extrem niedrig und es fehlen somit interessante Alternativen im Rentenmarkt. Bei Euro/SFR ist es doch ähnlich gewesen. Letzten Sommer haben viele europäische Anleger ihr Geld wegen der von den Medien progagierten "Gelduntergangsstimmung" auch wie blöde in die Schweiz geschafft. Alleine aus Griechenland kamen ca. 200 Mrd. in die Schweiz. Das führte zu dem absoluten Extrem das Euro/SFR sich der Parität annäherte, obwohl die reale Kaufkraft eher im Bereich 1,35/40 angesiedelt ist. Die SNB setzte den Umtauschkurs auf 1,20 fest und könnte, falls es die Infaltionsrate ermöglicht weiter anheben auf 1,25 in 2012. Ich erwarte aber eher, daß sich die Kurse von alleine wieder von der 1,20 wegbewegen Richtung "goldener Mitte". Die Eurokrise hat man weitestgehend im Griff, die Umschuldung in Griechenland wurde geregelt, die Banken wurden von der EZB mit Cash bis über bei Ohren geflutet, der IFO Bericht wird immer toller, der US Arbeitsmarkt und die US Konjunktur springt zunehmend wieder an. Und die Frankenkonten der Ausländer mit Null- oder Negativzinsen versauern während die Aktienmärkte boomen und dicke Divi.renditen abwerfen. Da dürften so langsam die Reihen der Panikfraktion anfangen zu wackeln und viele von denen die in den letzten 9 Monaten in Gold oder Franken waren sich ihre elendige Performance anschauen in der Zeit und z.B. wieder über Investments in Aktien nachdenken. Von daher brauchst du dir keine Sorgen machen ich würde untergehen. Ich verdiene seit langem gutes Geld an der Börse und halte mich stets an meine Money Manangement Regeln. Geht der Trade nicht auf, dann greift eben der dynamisch nachgezogene SL. Mich interessiert das traden von Swings. Mit dogmatischen Permabullen/Permabären kann ich nichts anfangen. Ich will an der Börse Geld machen und nicht predigen. So bin ich bin bei knapp über 1760 short in Gold gegangen und würde bei SK Kursen über 1720/25 per SL rausgekickt. Wäre Gold jüngst über 1800$ gelaufen, dann wäre ich halt nochmal an der Stelle long mitgegangen. Allerdings hätte ich von da aus nach oben weniger Luft noch erwartet als nach unten bei einem scheitern an der 1800$ Marke. Es trockneten einfach die "Bad News" zu sehr als Pacemaker aus, es kamen einfach zuviele "Good News" hinzu. Bei Euro/Franken bin ich mit einem Long-Zerti dabei mit Knockout knapp unter 1,20. Da die 1,20 mit Gewalt verteidigt werden von der SNB, ist so eine große Nähe zum K.O. vertretbar. Und der Move der letzten beiden Tage hat den Schein um über 50% wieder gehoben. Von daher denke ich es ist nicht so verkehrt zu hoffen es kehrt nach der übertriebenen depressiven Hysterie der letzten 12 Monate wieder etwas mehr Gelassenheit und Realtitätsinn bei gewissen "Geldschiebern" ein. Kann sein in 12 oder 24 Monaten sieht die Welt wieder anders aus. Dann könnte man wieder eine Übereuphorie an den Aktienmärkten haben, weil dann auch die letzten Krisenhysteriker zum Aktienbullen umgepolt wurden und die Folgen der Geldmengenschwemme der Notenbanken auf die Infaltionsraten wieder durchschlagen werden. Dann kippt das Pendel eben wieder in die andere Richtung. Das sind eben normale Konjunkturzyklen wie es sie seit langer Zeit regelmäßig gibt. Ich versteifte mich nicht nur auf eine Richtung auf Dauer, sondern versuche flexibel zu bleiben. Deswegen poste ich auch z.B. nicht in dem Thread der "wenn das Gold redet, dann schweigt die Welt", weil mir dort zuviele dieser sektenhaften Paniker ihren depressiven Einbahnkurs fahren. Lehman- oder Eurokrise sind lediglich Zwischenspielchen auf der Krisenskala der letzten 100 Jahren an der Börse und in der Weltwirtschaft. Und jedesmal hat sich die Welt und die Börse davon wieder erholt. Die nächsten 20 Jahre werden sowieso die asiatischen Märkte viel mehr an Gewicht bekommen als mancher heute momentan realisiert. Von daher juckt mich z.B. eine Pleite von Griechenland nicht übermäßig auf lange Sicht. Deutschland hat vor gut 20 Jahren quasi alleine die Pleite der DDR gestemmt und steht trotzdem heute wieder hervorragend da. Also locker bleiben und lieber ein Auge darauf haben wie weit die Wirtschaft in China auf Kurs bleibt die kommenden Jahre.