Zögerlicher Wochenauftakt am Aktienmarkt erwartetDie entscheidende Frage, welche sich die Akteure am Aktienmarkt stellen, lautet, ob nach der jüngsten Kurserholung noch genügend Saft für weitere Kursavancen nach oben besteht. Die dünn besetzte Nachrichtenlage und die Zweifel an den konjunkturellen Aussichten spricht dabei eher gegen eine positive Antwort, die noch immer überverkaufte Lage jedoch dafür. Im Auftaktgeschäft richten sich Händler aber zunächst auf ein wenig verändertes Kursgeschehen ein.
Anleihen auf Konsolidierungskurs
Vorbei zu sein scheint es zunächst mit der Herrlichkeit am Rentenmarkt. Zuletzt schwankten die Anleihen jedenfalls eindeutig auf Konsolidierungskurs ein. Und nach der schwachen Schlussnotiz vom Freitag in den USA sei auch zum Wochenauftakt hierzulande nicht mit einem Ende der Gewinnmitnahmen zu rechnen. Impulse für Kursbewegungen könnten zudem am Berichtstag am ehesten von der am Nachmittag um 14.30 Uhr anstehenden Bekanntgabe der US-Frühindikatoren ausgehen.
Euro etwas befestigt
Der Dollar zeigt sich am Montagmorgen gegenüber dem Euro mit leicht nachgebenden Kursen. Gegen 7.25 Uhr werden 0,9859 Dollar gezahlt, nach 0,9836 Dollar im späten Geschäft am Freitag in New York. Zum Yen notiert der Dollar bei 117,88 Yen nach zuletzt 117,89 Yen in New York. Händler stellen sich auch für die kommenden Tage auf einen Fortbestand der jüngsten Seitwärtsbewegung ein. Als charttechnische Orientierungsmarken gelten nach unten die Unterstützung bei 0,9650 Dollar und nach oben der Widerstand bei 0,9910 Dollar.
Börse Japan sehr schwach
Sehr schwach zeigen sich die japanischen Aktienkurse am Montagnachmittag (Ortszeit) in Tokio. Gegen 7.25 Uhr verliert der Nikkei-225-Index 2,3 Prozent auf 9.559,95 Yen. Der Topix-Index büßt 1,8 Prozent auf 943,41 Zähler ein. Händler zeigen sich überrascht von den vergleichsweise hohen Kursverlusten in allen Sektoren. Abgesehen von den schwachen Futures gebe es keine fundamentalen Gründe für die Abgaben. Allerdings seien die Umsätze gering, sagt ein Marktteilnehmer, der bei 9.500 Yen die nächste Unterstützung für den Nikkei ausmacht. Besonders Aktien von Exportunternehmen standen wegen anhaltender Sorgen um die Wirtschaftserholung in den USA unter Druck, sagten Händler. „Die US-Börsen haben sich langsam eingependelt, aber die Wirtschaftsdaten werden schlechter. Die Anleger haben immer mehr Angst, dass die US-Wirtschaft abstürzt und Japan mit nach unten zieht", so Aktienmanager Masatoshi Sato von Mizuho Investors Securities.
Aktien Hongkong tendieren am Mittag etwas leichter
Etwas leichter tendieren die Aktienkurse am Montagmittag (Ortszeit) in Hongkong. Zum Ende der ersten Sitzungshälfte notiert der Hang-Seng-Index (HSI) mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 10.233 Punkten. Die Verluste betreffen alle Sektoren, größte Abgeber sind jedoch die Immobilienwerte. Dieses Segment leide unter Preis-Ängsten, heißt es aus dem Handel. Zu den wenigen Gewinnern gehören CNOOC. Die Titel profitieren nach Angaben von Händlern vom Anziehen des Ölpreises. Für die zweite Sitzungshälfte erwarten Marktteilnehmer, dass der HSI sich oberhalb des Tagestiefs von 10.167 Zählern behauptet.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach US-Börsenschluss
Der Nasdaq 100 After Hours Indicator zeigte sich am Freitag mit einem Minus von 0,06 auf 996,00 Punkten am Freitag im nachbörslichen Geschäft wenig verändert. Wichtige Nachrichten waren dabei Fehlanzeige. Nach einer Gewinnwarnung wurde allerdings Planar Systems, ein Hersteller von Computer-Bildschirmen, in der Spitze gleich um 13,5 Prozent nach unten gezogen.
US-Börsen uneinheitlich - Dell stützt Technologiewerte
DDie US-Aktienmärkte sind zu Wochenschluss uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Händlern zufolge waren vor allem Technologiewerte gefragt, nachdem der weltweit zweitgrößte PC-Hersteller Dell am Vorabend einen optimistischen Geschäftsausblick gegeben hatte. Belastend hätten dagegen überraschend schwache Daten zum Verbrauchervertrauen und den Wohnbaubeginnen gewirkt. Der Dow-Jones-Index schloss bei 8.778,06 Punkten rund 0,45 Prozent tiefer, nachdem er zeitweise geringfügig im Plus notiert hatte. Im Wochenverlauf legte der Dow damit rund 0,3 Prozent zu. Der technologielastige Nasdaq-Index stieg am Freitag um 1,19 Prozent auf 1.361,01 Zähler. Für die Woche bedeutete dies ein Plus von 4,2 Prozent. Der breiter gefasst S&P-500-Index schloss den Tag 0,16 Prozent im Minus bei 928,77 Punkten.
"Die Anleger fühlen sich besser, wenn ein solides Unternehmen auch in einem schwierigen Umfeld gut arbeitet, und ich denke das ist ermutigend", sagte Analyst Jeff Kleintop von PNC Advisors mit Blick auf die Dell-Zahlen. Die niedrigen Aktienkurse gäben zudem den Anreiz, Geld aus den Anleihen in den Aktienmarkt abzuziehen, sagten Händler. Dell zogen gut 1,4 Prozent auf 27,53 Dollar an. Am Vorabend hatte der Konzern mit seinem Quartalsgewinn die Markterwartungen getroffen und sich auch für das laufende Quartal optimistisch gezeigt. Die im Dow-Jones-Index vertretenen Titel des weltgrößten Chipherstellers Intel stiegen 0,75 Prozent auf 18,75 Dollar, obwohl Investmentbanken zuvor die Kurserwartungen reduziert hatten. Der positive Dell-Ausblick sei schließlich auch gut für jemanden, der Computer-Chips herstellt, sagte Analyst James Luke von BB&T Asset Management.
Die Investmentbank Morgan Stanley senkte ihre Gewinnschätzungen für die Aluminiumproduzenten Alcoa Inc. und Alcan Inc. Die im Dow gelisteten Alcoa-Titel fielen 2,6 Prozent auf 24,77 Dollar. Alcan verbilligten sich ebenfalls um rund 2,6 Prozent. Die Titel des Bekleidungseinzelhändlers GAP verloren rund 10,3 Prozent auf 11,66 Dollar. Gap hatte am Vorabend einen Gewinnrückgang im abgelaufenen Quartal mitgeteilt. Auch der Umsatz Anfang August sei geringer als erwartet, hieß es.
US-Anleihen schließen nach kräftiger Baisse sehr schwach
Die Kurse der US-Treasurys präsentierten sich am Freitag nach kräftigen Gewinnmitnahmen und technisch angetriebenen Verkäufen sehr schwach präsentiert. Damit wurden die Gewinne der volatilen Woche praktisch wieder abgegeben. Die zehnjährigen Titel mit einer Zinsausstattung von 4,375 Prozent verloren 1-2/32 auf 100-15/32. Die Rendite stieg auf 4,319 Prozent nach 4,169 Prozent am Vortag und ist damit wieder weit entfernt von dem Tiefststand dieser Woche von 3,96 Prozent. Der mit 5,375 Prozent verzinste 30-jährige Longbond sank um 1-20/32 auf 104-10/32 und rentierte mit 5,086 Prozent nach 4,982 Prozent. Tagesgeld ging mit 1-11/16 Prozent um.
Im frühen Handel notierten vor allem die Anleihen am kurzen Ende etwas fester, nachdem die US-Konjunkturdaten zu Häusermarkt, zur Inflation und zum Verbrauchervertrauen eher unter den Erwartungen ausgefallen waren. Die Stimmung drehte aber kräftig, als Gerüchte über starke Verkäufe sowohl von Übersee als auch von einheimischen Adressen die Runde machten, sagten Marktbeobachter. Das habe auch andere technisch getriebene Verkäufe ausgelöst. Die Abwärtsbewegung sei dann durch geringe Umsätze noch überzogen worden.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
Medienschau
Unternehmensnachrichten
Henkel senkt Umsatzprognose für 2002
Trotz operativer Zuwächse im zweiten Quartal hat die Henkel KGaA ihren Ausblick für den Umsatz im Geschäftsjahr 2002 etwas nach unten revidiert. Wie der Konsumgüter- und Technologiekonzern am Montag mitteilte, werden jetzt Erlöse von “knapp zehn Milliarden Euro“ erwartet. Bislang hatte das Unternehmen mit einer Summe oberhalb dieser Marke gerechnet. Für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) rechnet Henkel aber weiter mit einer zweistelligen Verbesserung. Das Sonderrestrukturierungsprogramm werde planmäßig umgesetzt und führe in allen Bereichen zu den erwarteten Einsparungen. Im zweiten Quartal lag Henkel leicht unter den Erwartungen der Analysten, aber klar über der Vorjahreszeit. In den fortgeführten Bereichen betrug das EBIT 168 (151) Millionen Euro. Von vwd befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit 171 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz stieg auf 2,49 (2,421) Milliarden Euro, die Beobachter des Unternehmens hatten erwartet, dass er mit 2,521 Milliarden Euro etwas höher ausfallen würde. (vwd)
Spekulation um mögliche Zerschlagung von Vivendi
Bei Vivendi Universal "wächst die Sorge", dass die angelsächsischen Großaktionäre eine Aufspaltung des Medienkonzerns versuchen könnten. Das berichtet das "Handelsblatt" am Montag unter Berufung auf Unternehmenskreise. Eine Schlüsselrolle spiele die kanadische Familie Bronfman, die früheren Eigentümerin des Seagram-Konzerns, die sechs Prozent von Vivendi hält, heißt es weiter. Seagram war vor einem Jahr auf Vivendi verschmolzen worden. Bemerkungen des Bronfman-Vertreters im Vivendi-Aufsichtsrat, Samuel Minzberg, ließen diesen Kreisen zufolge darauf schließen, dass ein Teil der Bronfman-Familie die Zerschlagung des Konzerns in seine US- und europäischen Bestandteile anstrebt. Unterdessen räumte der Vorstand ein, dass Vivendi kurz vor der Insolvenz stand. Jetzt hoffe man aber, dass bis Ende September ein zwei Milliarden Euro Kredit stehen werde. (vwd)
ACG mit deutlich gesunkenen Umsätzen
Der im Nemax50 gelistete Chip-Händler ACG hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2002 mit 143,6 Millionen Euro angegeben. Dies entspreche einen Rückgang um 23 Prozent, teilte die Firma in einer Pflichtveröffentlichung mit. Das Ergebnis vor Steuern wurde auf minus 314.000 Euro nach minus 43,0 Millionen Euro beziffert. Das Ergebnis sei unter Berücksichtigung eines relativ starken ersten Halbjahres 2001, des niedrigeren Ausgangsniveaus im Halbleitermarkt sowie vor dem Hintergrund saisonaler Effekte zu bewerten, teilte die Firma mit. Analysten hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 136,5 Millionen Euro erwartet. In der Erklärung hieß es, ACG halte an ihrem erklärten Ziel fest, in allen Geschäftsbereichen profitabel zu operieren. (Reuters)
Apartheid-Klage auch gegen DaimlerChrysler?
Die Sammelklage des US-Anwalts Edward Fagan gegen Banken und multinationale Konzerne, die das Apartheid-Regime in Südafrika unterstützt haben, wird sich offenbar auch gegen DaimlerChrysler richten. Das bestätigte Anwalt John Ngcebetsha, der mit Fagan zusammenarbeitet, im Gespräch mit der "Welt am Sonntag" (WamS). "Möglicherweise wird Daimler sogar zu den 'leading cases' gehören", sagte er der Zeitung. (vwd)
Weiterer Abschreibungsbedarf bei Deutscher Bank vermutet
Abschreibungsbedarf für die Deutsche Bank sieht "Der Spiegel" bei der US-Beteiligung National Discount Brokers Das verlustträchtige Engagement sei zwar praktisch aufgelöst, allerdings stünde das Unternehmen noch mit 800 Millionen Euro in den Büchern des Kreditinstituts, berichtet das Nachrichtenmagazin vorab aus seiner jüngsten Ausgabe. (vwd)
Deutsche Telekom vor Rekordverlust
Die Deutsche Telekom hat einem Vorabbericht des "Focus" zufolge im ersten Halbjahr 2002 den höchsten Fehlbetrag ihrer Unternehmensgeschichte verbucht. Durch die Einbeziehung von VoiceStream sei von Januar bis Juni ein Fehlbetrag von rund drei Milliarden Euro angefallen. Dazu kommt laut "Focus" ein außerordentlicher Verlust von 600 Millionen Euro, da die Telekom die Anteile am Wettbewerber France Telecom neu bewertet hat. Unter dem Strich habe der Konzern damit im ersten Halbjahr den Rekordverlust des Gesamtjahrs 2001 von 3,5 Milliarden Euro übertroffen. Die Deutsche Telekom kommt außerdem womöglich erneut wegen der Übernahme des US-Mobilfunkanbieters VoiceStream unter Druck. Einem Vorabbericht des Magazins "Der Spiegel" zufolge erhebt der Wirtschaftsanwalt Wolfgang Philipp in einer Strafanzeige gegen das Management des Konzerns den Vorwurf, einen drastisch überhöhten Preis für VoiceStream bezahlt zu haben. (vwd)
Marconi vor Liquiditation?
Marconi wird sich womöglich selbst liquidieren. Einem Bericht des "Sunday Telegraph" zufolge erhält das Management des mit rund vier Milliarden britischen Pfund verschuldeten Unternehmens in der kommenden Woche wahrscheinlich die Genehmigung zum Listing einer Tochtergesellschaft mit dem Namen Marconi Corporation. Auf diese Gesellschaft sollen dem Bericht zufolge alle Vermögenswerte, Barbestände sowie Verbindlichkeiten übertragen werden. Danach würden die Aktien der Marconi plc unter den Gläubigern aufgeteilt. (vwd)
Wirtschaftsnachrichten
SEC: Dutzend Unternehmen mit mangelhafter Zertifizierung
Die Zahl der Unternehmen, deren Bilanz-Zertifizierung nicht den Vorschriften der Securities and Exchange Commission (SEC) entspricht, hat sich nach einem Bericht des “Wall Street Jornal“ erhöht. Wie das Blatt in seiner Montagausgabe unter Verweis auf SEC-Angaben schreibt, handelt es sich dabei um “ein Dutzend“ Unternehmen, wie sich bei der unterdessen erfolgten Prüfung der eingangenen Unterlagen erwiesen habe. Daneben hätten einige Unternehmen Fristverlängerungen beantragt. Zudem gebe es eine Gruppe von Unternehmen, deren Zahlenwerke die SEC gegenwärtig gesondert prüfe. Dabei handele es sich unter anderen um AOL Time Warner Inc, Dulles, Bristol-Myers Squibb Co, New York, Cendant Corp, Mirant Corp, Atlanta, Nicor Inc und Reliant Energy Inc. (vwd)