14.12.2001 Bild.de News
Der Bericht von BILD-Reporterin Sünje Banasch
Ich besuchte Europas erstes
Bordell für Frauen
So nett kann eine Reportage sein. Alle Fotos aus dem Frauen-Bordell – klicken Sie hier
Von SÜNJE BANASCH
Dass ich noch mal in einem Puff landen würde, hätte ich nicht gedacht. Aber nun bin ich auf dem Weg ins „Angels“ in Leibstadt, Schweiz, in der Nähe der deutschen Grenze. Ein 1300-Seelen-Kaff mitten im Irgendwo. Eine Kirche gibt’s, zwei Gasthöfe, ein Kernkraftwerk – und Europas erstes Bordell für Frauen!
Das sagen Frauen zum Frauen-Bordell
Das sagen Männer zum Frauen-Bordell
Am Bahnhof erwartet mich ein blondes Muskelpaket mit durchtrainiertem Kreuz und super-kräftigen Armen: Calvin (30), Geschäftsführer des Freudenhauses, bringt mich zu einem kuscheligen, braunen Holzhäuschen. Hier würde ich eher eine züchtige Bauernfamilie vermuten als ein Bordell. Galant öffnet mir Calvin die Autotür.
Heute sind noch Gino (36) und Max (38) da. Gino, Spezialist fürs Finden des G-Punktes, ist im wirklichen Leben selbstständig, entwickelt Leistungsmodule für Dieselmotoren und macht den Job aus reiner Lust: „Gibt’s etwas Schöneres als Frauen zu verwöhnen? Das Wichtigste ist, dass die Mädels glücklich und befriedigt nach Hause gehen.“
Calvin ist Experte für Endlos-Vorspiel
Mike (26) ist zuständig für Ganzkörpermassagen, Calvin macht Endlos-Vorspiele, bevor es richtig zur Sache geht. Ansonsten ist die Atmosphäre familiär und lustig.
Die Kundinnen sind überraschend jung, zwischen 25 und 40. „Manche kommen ins ,Angels‘, um einfach mal abzufeiern. Nur wer will, geht mit aufs Zimmer – und kann die ganze Nacht bleiben. Morgens gibt’s dann sogar Frühstück ans Bett.“ Gino: „Viele wollen nur Kuscheln, Massagen zur Entspannung. Mit jeder zweiten haben wir auch wirklich Sex.“
Während wir bei einem Glas Sekt sitzen, klingelt ständig das Telefon. Monika (40) will endlich den ersten Orgasmus ihres Lebens. Eine Frauentruppe will Junggesellenabschied feiern. Claudia (33) bucht Max (Zusatz auf der Anmeldung: Bitte Gleitcreme in Zimmer zwei bereit stellen).
Der Spaß ist nicht ganz billig. Wer nur gucken will, zahlt zwischen 30 und 50 Mark Eintritt, Getränke und Dampfbad inklusive. Private Tanzvorstellung gibt’s für 150 Mark, Sex kostet 300, Massage 200 Mark. Komplettprogramm, inklusive Übernachtung und Frühstück: 800 Mark.
Sex im Stehen ist gut für die Oberschenkel
Wie oft er pro Woche in die Muckibude muss, frage ich Calvin. „Ich trainiere meinen Körper durch Sex. Im Stehen ist zum Beispiel unheimlich gut für die Oberschenkel.“ Aha.
Calvin (30) mit einer Kundin. Kondom und Aidstest sind Pflicht
Inzwischen ist die Stimmung ausgesprochen locker. Gino unterhält uns mit dem Saxophon. Sein Mundspiel kommt bei den Kundinnen gut an. Die Jungs flirten mich an, niedlich, unaufdringlich. Fürs Selbstwertgefühl nicht schlecht. Standhaft schlage ich das Massage-Angebot aus.
Calvin will für mich tanzen. Na gut, soll er zeigen, was er kann. Ich setze mich mit meinem Notizblock aufs rote Bett und harre der Dinge. Calvin räkelt und windet sich um die Tanzstange. Schwuppdiwupp ist er nackt. Wie konzentriert er bei der Sache ist, kann ich nicht übersehen! Mann-O-Mann. Ich beende die Vorstellung: „So, jetzt habe ich genug recherchiert.“ Ganz ehrlich, ein bisschen warm wurde mir schon...
Ich frage mich jetzt: Wie kann man diese Meldung zu Geld machen.
Der Bericht von BILD-Reporterin Sünje Banasch
Ich besuchte Europas erstes
Bordell für Frauen
So nett kann eine Reportage sein. Alle Fotos aus dem Frauen-Bordell – klicken Sie hier
Von SÜNJE BANASCH
Dass ich noch mal in einem Puff landen würde, hätte ich nicht gedacht. Aber nun bin ich auf dem Weg ins „Angels“ in Leibstadt, Schweiz, in der Nähe der deutschen Grenze. Ein 1300-Seelen-Kaff mitten im Irgendwo. Eine Kirche gibt’s, zwei Gasthöfe, ein Kernkraftwerk – und Europas erstes Bordell für Frauen!
Das sagen Frauen zum Frauen-Bordell
Das sagen Männer zum Frauen-Bordell
Am Bahnhof erwartet mich ein blondes Muskelpaket mit durchtrainiertem Kreuz und super-kräftigen Armen: Calvin (30), Geschäftsführer des Freudenhauses, bringt mich zu einem kuscheligen, braunen Holzhäuschen. Hier würde ich eher eine züchtige Bauernfamilie vermuten als ein Bordell. Galant öffnet mir Calvin die Autotür.
Heute sind noch Gino (36) und Max (38) da. Gino, Spezialist fürs Finden des G-Punktes, ist im wirklichen Leben selbstständig, entwickelt Leistungsmodule für Dieselmotoren und macht den Job aus reiner Lust: „Gibt’s etwas Schöneres als Frauen zu verwöhnen? Das Wichtigste ist, dass die Mädels glücklich und befriedigt nach Hause gehen.“
Calvin ist Experte für Endlos-Vorspiel
Mike (26) ist zuständig für Ganzkörpermassagen, Calvin macht Endlos-Vorspiele, bevor es richtig zur Sache geht. Ansonsten ist die Atmosphäre familiär und lustig.
Die Kundinnen sind überraschend jung, zwischen 25 und 40. „Manche kommen ins ,Angels‘, um einfach mal abzufeiern. Nur wer will, geht mit aufs Zimmer – und kann die ganze Nacht bleiben. Morgens gibt’s dann sogar Frühstück ans Bett.“ Gino: „Viele wollen nur Kuscheln, Massagen zur Entspannung. Mit jeder zweiten haben wir auch wirklich Sex.“
Während wir bei einem Glas Sekt sitzen, klingelt ständig das Telefon. Monika (40) will endlich den ersten Orgasmus ihres Lebens. Eine Frauentruppe will Junggesellenabschied feiern. Claudia (33) bucht Max (Zusatz auf der Anmeldung: Bitte Gleitcreme in Zimmer zwei bereit stellen).
Der Spaß ist nicht ganz billig. Wer nur gucken will, zahlt zwischen 30 und 50 Mark Eintritt, Getränke und Dampfbad inklusive. Private Tanzvorstellung gibt’s für 150 Mark, Sex kostet 300, Massage 200 Mark. Komplettprogramm, inklusive Übernachtung und Frühstück: 800 Mark.
Sex im Stehen ist gut für die Oberschenkel
Wie oft er pro Woche in die Muckibude muss, frage ich Calvin. „Ich trainiere meinen Körper durch Sex. Im Stehen ist zum Beispiel unheimlich gut für die Oberschenkel.“ Aha.
Calvin (30) mit einer Kundin. Kondom und Aidstest sind Pflicht
Inzwischen ist die Stimmung ausgesprochen locker. Gino unterhält uns mit dem Saxophon. Sein Mundspiel kommt bei den Kundinnen gut an. Die Jungs flirten mich an, niedlich, unaufdringlich. Fürs Selbstwertgefühl nicht schlecht. Standhaft schlage ich das Massage-Angebot aus.
Calvin will für mich tanzen. Na gut, soll er zeigen, was er kann. Ich setze mich mit meinem Notizblock aufs rote Bett und harre der Dinge. Calvin räkelt und windet sich um die Tanzstange. Schwuppdiwupp ist er nackt. Wie konzentriert er bei der Sache ist, kann ich nicht übersehen! Mann-O-Mann. Ich beende die Vorstellung: „So, jetzt habe ich genug recherchiert.“ Ganz ehrlich, ein bisschen warm wurde mir schon...
Ich frage mich jetzt: Wie kann man diese Meldung zu Geld machen.