EZB-Termin: Donnerstag 13.45 Uhr !


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EZB-Termin: Donnerstag 13.45 Uhr !

 
02.01.02 15:19
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) wird am
Donnerstag, bei seiner ersten Sitzung im Jahr 2002, nach Überzeugung der
Finanzmärkte und EZB-Watcher den aktuellen geldpolitischen Kurs und damit
den Leitzins von 3,25 Prozent (2-Wochen-Refi) bestätigen. Als Gäste an
dieser EZB-Rat-Sitzung in Frankfurt wird neben EU-Währungskommissar Pedro
Solbes auch der spanische Finanzminister, Rodrigo Rato, teilnehmen. Rato hat
in der ersten Jahreshälfte 2002 den Vorsitz im Ecofin-Rat und damit auch in
der Eurogruppe der Finanzminister.

Das Ergebnis der EZB-Rat-Sitzung wird wie üblich um 13.45 Uhr
veröffentlicht. Die Pressekonferenz ist diesmal zweigeteilt, wohl infolge
des Sonderthemas Umstellung auf das Euro-Bargeld von den nationalen
Währungen der Mitgliedstaaten des Euroraums. Um 14.30 Uhr findet zunächst
eine gemeinsame Pressekonferenz mit EZB-Präsident Wim Duisenberg und den
beiden EU-Gästen statt, um 15.00 Uhr folgt dann die übliche Pressekonferenz,
bei der Duisenberg zum Ergebnis der EZB-Rat-Sitzung sein Statement abgibt
und sich den Fragen der Journalisten stellt.

Zinssenkungserwartungen prägen die Märkte auch nach der Jahreswende,
wenngleich Geduld erforderlich erscheint und die mutigsten
Zinssenkungsprognosen wenig punktgenau auf das "erste Quartal 2002" lauten.
Der EZB-Rat hatte bekanntlich im vergangenen Jahr die Leitzinsen in mehreren
Schritten seit Mai um 150 Basispunkte auf 3,25 Prozent (2-Wochen-Refi)
gesenkt. Zinssenkungsspekulationen wurden und werden darüber hinaus jedoch
genährt durch die weltweite Wachstumschwäche, die den Inflationsdruck über
die nachlassende Kapazitätsauslastung bremst. Vor diesem Hintergrund dürfte

die EZB-Stabilitätsnorm von "unter zwei Prozent" Inflation in Kürze erreicht
sein, zeigen sich die meisten Beobachter überzeugt.

Während also die Indikatoren an der zweiten Säule sehr wohl weiter für
eine Zinssenkung votieren, werden diese Erwartungen aber durch die Signale
von der ersten Strategie-Säule der EZB gebremst. Dort steigt die Geldmenge
M3 weiter und zwar deutlich stärker als es der Referenzwert von 4-1/2
Prozent vorsieht: Zuletzt hat das Wachstum von M3 im November im Vergleich
mit dem Vorjahresmonat bzw im 3-Monats-Durchschnitt eine Jahresrate von
8,0/7,4 Prozent verzeichnet. Allerdings hat die EZB diese starke
Geldmengendynamik einmal mehr mit dem Hinweis relativiert, M3 sei infolge
der Unsicherheit an den Kapitalmärkten überzeichnet, insbesondere weil die
Anleger Gelder kurzfristig parkten.

Dennoch sind die EZB-Watcher der Meinung, dass sich der EZB-Rat bei einer
weiter steigenden Geldmengenexpansion schwer tun werde mit einer neuen
Zinssenkung, zumal der Hinweis auf den Liquidätsstau nicht überall
überzeugt, insbesondere vor dem Hintergrund seit Oktober weltweit steigender
Aktienkurse. So hat sich auch EZB-Präsident Duisenberg am Silvestertag in
Frankfurt sehr verhalten zu weiteren schnellen Zinssenkungen geäußert.
Direktoriumsmitglied Domingo Solans verwies zudem darauf, die Geldpolitik
sei aktuell nicht nur mit Blick auf die Preisstabilität, sondern auch für
das Wirtschaftswachstum angemessen. +++ Hans Hutter
vwd/2.1.2002/hu/ptr/cv  
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