Konter der Betreiber
Stefan Müller, Direktor von European Lithium, hat eine andere Sicht auf die Dinge. Der langjährige Rohstoffexperte ortet so manches Missverständnis darin, dass das Rohstoffgeschäft in Europa keine Tradition hat. "Im Bergbaugeschäft ist es üblich, dass man rund fünf bis zehn Jahre nur Geld für Explorationsarbeiten wie Gutachten und Bohrungen ausgibt. Natürlich kann da bei so manchem Aktionär schon mal Unmut aufkommen", glaubt er. Auch jene Aktionäre, die European Lithium (ISIN
AU000000EUR7) an der Frankfurter Börse oder in Sydney gezeichnet haben, hatten noch nicht allzu viel zu lachen. Der Kurs bewegte sich stets im Penny-Stock-Bereich .
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Dafür, so Müller, lohne sich bei einigen Projekten die Geduld wirklich. Bei dem Kärntner Projekt etwa gehe das Unternehmen von einem Investment in der Größenordnung von 424 Millionen US-Dollar aus, dem würden aber ab 2021 rund 100 Millionen Euro Gewinn pro Jahr gegenüberstehen, und das über 25 Jahre. Gerade ist European Lithium dabei, nach einer Vormachbarkeitsstudie eine endgültige Machbarkeitsstudie ausarbeiten zu lassen. Kostenpunkt: mehr als sechs Millionen Euro. Das wird über eine Wandelanleihe finanziert. Wie überhaupt die Kosten ausschließlich über Wandelanleihen und Förderungen bestritten werden sollen. Eine Kapitalerhöhung, also zusätzliche Mittel der Aktionäre, plant man hingegen nicht. Auch nicht beim geplanten Wechsel in den Prime Market.
Das Gutachten von Professor Moser hat für European Lithium keine Bedeutung, denn: "Wir arbeiten mit international renommierten und unabhängigen Fachberatern zusammen, die zu den bekannten Ergebnissen kommen." Diese würden auch persönlich haften. Moser habe außerdem nur auf eingeschränktes Informationsmaterial zugreifen können. Umweltschützer, so Müller, brauchten sich auch nicht zu fürchten, denn die Mine sei unterirdisch, und beim Abbau würde keinerlei Chemie eingesetzt. Und die rechtliche Unsicherheit sei überschaubar, schließlich gebe es mit den Grundeigentümern eine Rahmenvereinbarung, ein Schiedsverfahren wurde bereits zugunsten von European Lithium entschieden.
Für seinen langjährigen Geschäftspartner Tony Sage findet Müller auch nur lobende Worte. Er habe ein "gutes Händchen für Rohstoffe" und beteilige sich stets an den Unternehmen, das heißt, er ist stets an das Schicksal der Gesellschaft gebunden. Und überhaupt, so Müller: "Wir sind ja keine Scharlatane, die den Staat und Aktionäre an der Nase herumführen."
European Lithium bestreitet in einer offiziellen Stellungnahme das Gutachten von Prof. Moser, das trend exklusiv vorliegt. "Es gibt keine aktuelle Studie oder Gutachten oder sonstige offizielle Publikation der Montanuniversität Leoben zum Lithium Projekt in Wolfsberg. Dahingehende Berichterstattung oder Spekulationen sind falsch", heißt es in einer Mitteilung von European Lithium. Weiters: "Das von trend kolportierte „Gutachten“ von Herrn Professor Moser kennen wir nicht."
Zum Lithium-Projekt in Wolfsberg meint das Unternehmen, dass "mit international renommierten und unabhängigen Fachberatern" zusammengearbeitet wird, die gemäß höchster Industriestandards zu den bekannten und auf der Website www.europeanlithium.com veröffentlichten Ergebnissen kommen."