Für alle die sich tiefer im Detail mit der Aktie beschäftigen. Der Umsatz steigt um ca. 2 %, aber die Lagerbestände von 357 Mio auf 414 Mio . Bei rückläufigen Abrufen durch die OE Absatzrückgänge sehr fraglich warum die Bestände erhöht werden, vor allem wenn die Rohstoffpreise gerade steigen.
Falls die Preise weiter steigen und wir von einer Erhöhung der Beständen an Rohmaterial ausgehen, könnte das ein OK Schachzug sein.
Da die Situation des Unternehmens aber etwas prekär ist VERMUTE ich, dass die Lagerbestände der Fertigerzeugnisse steigen von Produkten die ggfs. nicht mehr in den höheren Stückzahlen gebraucht, und dann durch MGK aufgewertet werden um das Ergebnis zu beschönigen.
Alternativ kann es auch sein, dass die MGK durch Rohstoffpreise in Kombination mit höheren Personalkosten gestiegen sind und daher EK die höheren Produktionskosten in den Lagerbestand umlegt.
Wenn dann defakto 10% höhere Herstellkosten, oder ggfs. noch höher, bei nur 2% Umsatzsteigerung zu Grunde liegen, haben wir hier ein richtig böses Problem.
Wenn man in der Autoindustrie davon ausgeht, dass bei den Hauptprodukten von EK, die OEs einen DB1 von 35% gestatten, dann sind 10% HK Erhöhung, und nur 2% Umsatzerhöhung durch höhere Preise die man erzielen kann, ein Mid Term Killer.
Da EK aber hauptsächlich durch erhöhte Absatzzahlen wächst und teureren Produkten im Bereich Getriebe oder Leichtbau, sehe ich momentan ein erhebliches Risiko für die nächsten beiden Quartale.
Spinnen wir mal und nehmen an, dass 50% der Lagerbestandserhöhung etwas getrickst wären. Dann hat EK ein Minus von ca 27 Mio in Q1 eingefahren. Die Autoindustrie lebt eigentlich von JIT Konzepten, das heißt niedrigen Lagerbeständen. Wenn man bedenkt, dass EK 25% des Umsatzes als Lagerbestand hält und trotzdem Lieferprobleme hat ist das ein totales Armutszeugnis für Produktionsplanung und Logistik.
Ein gesundes Unternehmen das mit JIT oder JIS Konzepten arbeitet hat maximal einen Lagerbestand von 4-6 Wochen, sprich ca 8 Prozent des Umsatzes. EK hätte in diesem Fall bei 25% Lagerbestand einen Vorrat für 12 Wochen im Mittel. Die Lagerkosten dürften gewaltig sein.
Rechnet man jetzt noch damit, dass ca 10% des Lagerbestandes nicht benötigt werden. Sehe ich durch die Erhöhung des Lagerbestands weitere 5 Mio die das bereinigte Ergebnis auf 31 Mio Minus belasten.
Freue mich über Anregungen und Meinungen zu dem Thema.
Viele Grüsse