Airbus weist Bericht über Milliardenverluste mit A380 zurück
Paris - Airbus hat einen Bericht der «Sunday Times» dementiert, dem zufolge der A380 für 555 Passagiere bis zu acht Milliarden Dollar (6,1 Mrd Euro) Verlust einfliegen könnte. «Der A380 wird ein sehr profitables Programm», erklärte der europäische Flugzeugbauer.
Wenige Tage vor dem ersten Testflug des A380 berichtete die «Sunday Times» unter Berufung auf eine vom US-Konzern Boeing finanzierte Studie, der A380 werde von der Erstauslieferung 2006 bis 2025 rund 8,1 Milliarden Dollar Verlust einfliegen.
Airbus werde die Starthilfe-Kredite von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien nicht tilgen können. Airbus könne mit dem Verkauf von 486 A380 binnen 20 Jahren rechnen. Airbus und Boeing sind harte Konkurrenten. Mit dem weltgrößten Passagierflugzeug A380 will Airbus den Erzrivalen aus den USA auch bei Großraumjets überholen.
Die ersten A380 seien für 130 bis 145 Millionen Dollar verkauft worden, kosteten aber 199 Millionen pro Stück, hieß es. Die ersten für Kunden bestimmten A380 werden zunächst als Testflugzeuge verwendet. Dafür erhalten die Erstkunden Rabatte.
Boeing habe den Inhalt der Studie nicht beeinflusst, hieß es weiter. Das Ergebnis sei «eine Bombe im erbitterten Krieg zwischen Europa und Amerika über Staatshilfen für ihre jeweilige zivile Luftfahrtindustrie». Mit einem ähnlichen Bericht habe einer der Autoren, Aaron Gellman, bereits Anfang der 90er Jahre den ersten transatlantischen Streit um Flugzeugbau-Subventionen ausgelöst, schreibt die Zeitung. Der Streit war mit einem Abkommen 1992 beendet worden, das von den USA aber mit dem sich abzeichnenden Erfolg des A380 aufgekündigt wurde.
Nach ersten Rollversuchen wird der Airbus A380 voraussichtlich an diesem Montag oder Dienstag erstmals bis zur Startgeschwindigkeit am Boden beschleunigt werden. Das größte Verkehrsflugzeug aller Zeiten solle dafür die drei Kilometer lange Concorde-Piste der Airbus-Flugwerft nutzen, verlautete aus Kreisen des Flugzeugherstellers in Toulouse. Wenn alles gut gehe, könne der erste Erprobungsflug zwischen dem 22. und 26. April stattfinden.
© dpa - Meldung vom 18.04.2005 08:15 Uhr
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