Ein Optimist kauft Gold und Silber, ein Pessimist

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Ein Optimist kauft Gold und Silber, ein Pessimist Mr.Esram

Ein Optimist kauft Gold und Silber, ein Pessimist

 
#1
Konserven.
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John Pierpont (J.P.) Morgan kannte die Bedeutung des Goldes (Bild: Wikipedia)

Vor 500 Jahren hat der spanische Adelige Vasco Núñez de Balboa als erster Europäer den Pazifischen Ozean zu Gesicht bekommen
Von der Gier nach Gold an die Ufer des "Südmeeres" getrieben
Mit voller Rüstung und Flagge steht Balboa im seichten Wasser des Pazifik, um den Ozean auch formell für die spanische Krone in Besitz zu nehmen.
Drei Wochen reichten Vasco Núñez de Balboa, einem arbeitslosen Ritter aus der Extremadura, um unsterblich zu werden. 1513 erblickte der spanische Provinzadelige nach einer 24-tägigen Expedition durch Mittelamerika als erster Europäer den Pazifik.

Panama im September 1513: Mit ihren Schwertern kämpfen sich die Spanier durch den Dschungel. Ständige Indio-Angriffe, das feucht-heiße Klima, Schlangen, Fieber und Millionen Stechmücken setzen Vasco Núñez de Balboa und seinen 200 Männern zu. Doch die Strapazen schrecken die Spanier nicht, ihr Motor ist die unersättliche Gier nach Gold.

Das hatte ihnen der Häuptlingssohn Panquiaco auf der karibischen Seite der Meerenge zwischen Nord- und Südamerika versprochen. Der Indio hatte Balboa - bedrängt von spanischen Bluthunden und Schwertern - in seiner Angst eine Geschichte von einem anderen Meer hinter den Bergen aufgetischt. An dessen Küsten solle - so Panquiaco - ein Volk leben, das aus goldenen Schüsseln und Bechern esse und trinke.

Getrieben von der Gier nach Gold und Reichtum bricht der hoch verschuldete Balboa am 1. September 1513 von der karibischen Seite der Meerenge aus auf. Gut drei Wochen später, am 25. September, sieht er von einem Berggipfel das "große Meer", wie die Indios den Pazifik nennen. Zu diesem Zeitpunkt ist bereits ein großer Teil seiner Mannschaft tot.

Vier Tage später nimmt Balboa den Pazifik, den größten und tiefsten Ozean der Erde, dann auch offiziell für die spanische Krone in Besitz. Eine Lithographie aus dem 19. Jahrhundert zeigt die Szene: In voller Rüstung und mit Helm, Schwert und Flagge steht Balboa im seichten Wasser des Pazifik. In einer feierlichen Zeremonie tauft er den von ihm entdeckten Ozean "Mar del Sur" - "Südmeer". Doch bevor der Ritter aus Jerez de los Caballeros zum Entdecker eines Weltmeeres wird, hat es das Leben nicht besonders gut gemeint mit Vasco Núñez de Balboa. Der ehrgeizige Mann stammt aus einem verarmten Adelsspross, dem mit der Einnahme der letzten maurischen Festung in Granada durch die Spanier 1492 schlichtweg die Erwerbsgrundlage weggebrochen ist. Jahrzehntelang hatten die spanischen Ritter von der Reconquista, der Rückeroberung ihrer Heimat von den Mauren, sehr gut gelebt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts locken dann die fantastischen Geschichten von Gold und Reichtum viele von ihnen über den Atlantik in die von Christoph Kolumbus 1492 entdeckte Neue Welt.  Flucht als blinder Passagier
1501 wagt auch der 25 Jahre alte Balboa als Teilnehmer der Expedition von Rodrigo de Batista den Sprung in die Karibik. Nach der Reise wird ihm auf Hispaniola - heute die Dominikanische Republik und Haiti - ein Stück Land für die Schweinezucht zugeteilt. Da der Berufsritter aber keinen blassen Schimmer von Landwirtschaft hat, scheitert er kläglich. Entnervt von seinem Leben als Siedler und bis über beide Ohren verschuldet, flüchtet er 1510 als blinder Passagier auf einem Frachtschiff in die im heutigen Panama liegende spanische Siedlung San Sebastian. Doch die alte Siedlung ist verlassen. Balboa, der die Küste von seiner Reise mit Batista noch kennt, führt die 150 Kolonisten daher an die Westseite des Golfs von Urabá. Dort gründen sie die Siedlung Santa María de la Antiqua. Der Adelige setzt sich in den internen Machtkämpfen durch und wird 1511 vom spanischen König zum Interimsgouverneur ernannt.  Doch die offenen Rechnungen aus seiner Schweinezüchter-Zeit und die Intrigen um die Macht in der mittelamerikanischen Ansiedlung holen ihn wieder ein. Ein Jahr nach der Entdeckung des Pazifik wird Balboa mit Pedro Arias de Ávila ein Statthalter vor die Nase gesetzt. Ávila, der Balboa auch seine Pazifik-Entdeckung neidet, spinnt Intrigen und streut am spanischen Königshof das Gerücht, Balboa wolle sich mit der Kolonie im Isthmus von Panama vom Mutterland lossagen. Schließlich lässt er den Entdecker des Pazifik eigenmächtig festnehmen und in einem fingierten Prozess wegen Hochverrats zum Tode verurteilen. An einem Morgen im Januar 1517 endet Vasco Núñez de Balboa mit vier Mitstreitern auf dem Schafott von Acla im heutigen Panama. Der spanische König erfährt erst Monate später von der Hinrichtung.

In Jerez de los Caballeros, Balboas Geburtsort, feiert man trotzdem den berühmtesten Sohn der Stadt - mit Stolz, aber auch mit Bedacht, ob der Grausamkeiten, die die Spanier an den Indios verübt haben. Und auch die spanische Regierung hat das Jahr 2013 zum "Año Balboa" - zum "Balboa-Jahr" ausgerufen. Da das Geld für ein eigenes Programm fehlt, wurde kurzerhand die schon etwas angestaubte Tourismus-Route der Entdecker reaktiviert.

Auch in Balboas Geburtsort, der enorm unter der Wirtschaftskrise in Spanien leidet, fehlt das Geld für große Feiern. Lediglich eine ehrenamtliche Bürgerinitiative veranstaltet historische Vorträge und organisiert Ausflüge, um an den berühmtesten Sohn der Stadt zu erinnern. Lokale Historiker werden dabei nicht müde, Balboas Leistung mit der von Astronaut Neil Armstrong zu vergleichen. Auch wenn der Vergleich außerhalb der rund 150 Kilometer nördlich von Sevilla gelegenen Stadt hinkt, ist jedoch eines Fakt: Balboa hat mit der Entdeckung des Pazifik - wenn auch unfreiwillig - den entscheidenden Beweis geliefert, dass es sich bei den von Kolumbus 20 Jahre zuvor entdeckten Ländereien nicht um Teile Asiens, sondern um eine von zwei Meeren umspülte eigenständige kontinentale Landmasse handelt. Zudem bezeichnet die Expedition Balboas den Beginn der pazifischen Entdeckungen und die Eroberung der westlichen Länder des amerikanischen Kontinents.  Geburtsort feiert den Entdecker

Am Ortseingang von Jerez de los Caballeros zeigt eine Statue den Pazifik-Entdecker. Der muskulöse Mann mit dem Spitzbart hat den Blick starr und auch ein wenig sehnsuchtsvoll nach Süden gerichtet. Ansonsten tragen in der 10 000-Einwohner Gemeinde noch eine Straße, ein Restaurant, ein Platz und eine Eisenhütte - immerhin der größte Arbeitgeber im Ort - Balboas Namen.

Unlängst war auch eine Delegation aus Panama in dem Provinzstädtchen, um sich im Geburtshaus Balboas über die Wurzeln des Pazifik-Entdeckers zu informieren. Und die Abgesandten aus der ehemaligen Kolonie hatten sogar Geld im Gepäck für das krisengeschüttelte Mutterland. Mit den finanziellen Mitteln der Mittelamerikaner soll Balboas Taufbecken restauriert werden. Der geschichtsträchtige Granitblock war bis dato in einem Hinterhof der Kirche Wind und Wetter ausgesetzt.

In Panama ist der spanische Entdecker übrigens aus dem Alltag auch nach 500 Jahren nicht wegzudenken, heißt die doch Landeswährung "Balboa" - benannt nach dem glücklosen Ritter aus der spanischen Provinz. © Mannheimer Morgen, Samstag, 07.09.2013.
Eine interessante Zusammenfassung von Tobias Döpker.

Gruss
Metin Akbulut  


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