News - 23.01.09 11:26
Wirtschaftsstimmung im Euroraum hellt sich überraschend auf
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum hat sich trotz der tiefen Rezession überraschend aufgehellt. Die stark beachteten Einkaufsmanagerindizes, ein Maß für die Stimmung in großen Unternehmen, legten im Januar leicht von 38,2 Punkten im Vormonat auf 38,5 Zähler zu. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor hellte sich die Stimmung zur Überraschung von Experten auf. Zum Jahresende waren die Kennzahlen noch auf neue Rekordtiefs gesunken. Analysten sprachen in ersten Reaktionen von einem Hoffnungsschimmer für die stark angeschlagene Wirtschaft der Eurozone.
Deutschland konnte sich dem Trend einer besseren Stimmung allerdings nicht anschließen. In der größten Volkswirtschaft des Währungsraums trübte sich die Stimmung sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor weiter ein. Die Indizes fielen auf neue Rekordtiefs. Bankvolkswirte deuteten dies als Beleg dafür, wie die stark die exportorientierten deutschen Unternehmen vom globalen Abschwung betroffen seien. In Frankreich, der zweitgrößten Wirtschaft des Währungsraums, hellte sich die Stimmung hingegen sowohl in der Industrie als auch im Servicebereich auf.
EXPERTEN ETWAS WENIGER PESSIMISTISCH
Ökonomen zeigten sich angesichts der neuen Daten etwas weniger pessimistisch für die weitere konjunkturelle Entwicklung . Der wirtschaftliche Abschwung im Euroraum scheine sich etwas zu verlangsamen, kommentierten die Volkswirte der Commerzbank. Allerdings deute der nach wie vor tiefe Stand der Kennzahlen darauf hin, dass die Wirtschaft der Eurozone wohl auch im ersten Quartal schrumpfen werde. Das Minus dürfte aber bei weitem nicht so stark ausfallen wie im Schlussquartal 2008.
Auch die Postbank sieht eine allmähliche Bodenbildung bei der Unternehmensstimmung, nachdem sie in den vergangenen Monaten regelmäßig auf neue Tiefststände gefallen war. Allerdings sei die Entwicklung der Stimmung regional sehr unterschiedlich, vor allem in den beiden größten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich. Zudem deute das geringe Niveau der Indikatoren auf eine anhaltend schrumpfende Geschäftsaktivität hin. Ab einem Wert von 50 Punkten zeigen die Indikatoren einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität an. Liegen die Kennzahlen unter diesem Wert, kann von einem Rückgang ausgegangen werden./bf/tw
Quelle: dpa-AFX
Wirtschaftsstimmung im Euroraum hellt sich überraschend auf
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum hat sich trotz der tiefen Rezession überraschend aufgehellt. Die stark beachteten Einkaufsmanagerindizes, ein Maß für die Stimmung in großen Unternehmen, legten im Januar leicht von 38,2 Punkten im Vormonat auf 38,5 Zähler zu. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor hellte sich die Stimmung zur Überraschung von Experten auf. Zum Jahresende waren die Kennzahlen noch auf neue Rekordtiefs gesunken. Analysten sprachen in ersten Reaktionen von einem Hoffnungsschimmer für die stark angeschlagene Wirtschaft der Eurozone.
Deutschland konnte sich dem Trend einer besseren Stimmung allerdings nicht anschließen. In der größten Volkswirtschaft des Währungsraums trübte sich die Stimmung sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor weiter ein. Die Indizes fielen auf neue Rekordtiefs. Bankvolkswirte deuteten dies als Beleg dafür, wie die stark die exportorientierten deutschen Unternehmen vom globalen Abschwung betroffen seien. In Frankreich, der zweitgrößten Wirtschaft des Währungsraums, hellte sich die Stimmung hingegen sowohl in der Industrie als auch im Servicebereich auf.
EXPERTEN ETWAS WENIGER PESSIMISTISCH
Ökonomen zeigten sich angesichts der neuen Daten etwas weniger pessimistisch für die weitere konjunkturelle Entwicklung . Der wirtschaftliche Abschwung im Euroraum scheine sich etwas zu verlangsamen, kommentierten die Volkswirte der Commerzbank. Allerdings deute der nach wie vor tiefe Stand der Kennzahlen darauf hin, dass die Wirtschaft der Eurozone wohl auch im ersten Quartal schrumpfen werde. Das Minus dürfte aber bei weitem nicht so stark ausfallen wie im Schlussquartal 2008.
Auch die Postbank sieht eine allmähliche Bodenbildung bei der Unternehmensstimmung, nachdem sie in den vergangenen Monaten regelmäßig auf neue Tiefststände gefallen war. Allerdings sei die Entwicklung der Stimmung regional sehr unterschiedlich, vor allem in den beiden größten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich. Zudem deute das geringe Niveau der Indikatoren auf eine anhaltend schrumpfende Geschäftsaktivität hin. Ab einem Wert von 50 Punkten zeigen die Indikatoren einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität an. Liegen die Kennzahlen unter diesem Wert, kann von einem Rückgang ausgegangen werden./bf/tw
Quelle: dpa-AFX