Es wird Zeit, auch mal wieder meinen Senf dazuzugeben, sonst verfallt ihr hier noch komplett in eine bullische Gedankenfalle.
Ich habe am Freitag sämtliche Minenaktien verkauft, bis auf ein paar australische Restpositionen, und stattdessen 3x Oil, SM Energy und zwei Shortpositionen ins Depot gepackt.
Der größte Fehler, den aktuell viele machen, ist, ständig auf den Silberchart zu starren und ihn völlig isoliert vom restlichen Marktgeschehen bewerten zu wollen.
Die aktuelle Lage am Anleihemarkt, wo die Renditen praktisch täglich neue Hochs erreichen, muss genauso berücksichtigt werden wie die Entwicklung beim Öl. Noch bis Freitag notierte Öl unter sämtlichen gleitenden Durchschnitten (50, 100 und 200 Tage). Heute wurden alle drei im Tageschart von unten nach oben überwunden.
Hinzu kommt, dass sich der letzte Hoffnungsschimmer auf eine zeitnahe friedliche Lösung des Nahostkonflikts am Wochenende praktisch in Luft aufgelöst hat.
Ich gehe davon aus, dass Öl von hier aus ziemlich schnell weiter steigen und damit die Anleiherenditen zusätzlich nach oben treiben wird.
Das sind keine guten Voraussetzungen für die Edelmetalle und schon gar nicht für den breiten Aktienmarkt. Dieser dürfte durch den zunehmenden Liquiditätsentzug sehr bald unter erheblichen Druck geraten und endlich seinen Weg nach unten antreten.
Die aktuellen Rekordstände werden ohnehin nur noch von einer Handvoll Aktien getragen. Durch deren enorme Gewichtung entsteht der Eindruck eines gesunden Gesamtmarktes, obwohl die Marktbreite längst ein anderes Bild zeichnet.
Sollte sich an der Gesamtlage nichts Wesentliches ändern (Trump spricht heute um 20 Uhr aus dem Oval Office), halte ich einen außergewöhnlich heftigen Aktienmarktcrash im Oktober durchaus für ein realistisches Szenario.
Das ist meine aktuelle Einschätzung. Ich kann damit natürlich auch falsch liegen, aber die makroökonomischen Warnsignale sollte man meiner Meinung nach keinesfalls ignorieren.
Viel Glück
(Verkleinert auf 14%)

