Die Auferstehung der Universalbanken


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Die Auferstehung der Universalbanken

 
27.02.02 09:54
Laut einer Studie der Boston Consulting Group sind die "Allesanbieter" profitabler als die Spezialisten. Insgesamt brach der Gewinn im Investmentbanking im vierten Quartal 2001 aber um ein Viertel ein.

Hamburg/Frankfurt - Nach Meinung der Boston Consulting Group (BCG) ist vor allem das schleppende Geschäft mit Unternehmensfusionen und -übernahmen (Mergers and Akquisitions, M&A) für den Gewinnrückgang von rund 25 Prozent im vierten Quartal 2001 verantwortlich. Laut BCG brach der Umsatz im M&A-Geschäft gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 50 Prozent ein. Der Gesamtumsatz im Investmentbanking gab hingegen im gleichen Zeitraum um "nur" 13 Prozent nach.

Das weltweite M&A-Volumen betrug im vierten Quartal 2001 bei insgesamt 995 Transaktionen nur noch 368 Milliarden Dollar. Davon entfielen 220 Milliarden Dollar auf die USA, 106 Milliarden Dollar auf Europa und 42 Milliarden Dollar auf Asien. Im letzten Quartal 2000 waren es weltweit noch 1354 Transaktionen mit einem Volumen von insgesamt 886 Milliarden Dollar. Allein in den USA wurden 451 Milliarden Dollar im Abschlussquartal des Vorjahres bei Übernahmen und Fusionen bewegt.

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Aussicht auf eine schnelle Trendumkehr besteht nach Meinung der Unternehmensberater nicht: Die Anzahl der angekündigten Deals sei gegenüber dem vierten Quartal 2000 um 47 Prozent von 755 auf 400 gesunken. Zu Beginn des Jahres 2000 meldeten die Banken sogar noch 1249 Geschäfte in der Pipeline.

BCG macht aber auch Gewinner in der Krise des Investmentbanking aus. Universalbanken wie die Citigroup oder JP Morgan Chase hätten vom Umsatzwachstum bei Unternehmensanleihen (weltweit plus 40 Prozent) überdurchschnittlich profitiert. So ging der Gewinn im Investmentbanking bei der Citigroup nur um vier Prozent und bei JP Morgan Chase um 17 Prozent zurück. Die Strategie, mit Hilfe von Kreditgewährung Marktanteile im Investmentbanking zu gewinnen, sei aufgegangen.

Obwohl die Generalisten aufgeholt haben, dominieren noch die drei Platzhirsche Goldman Sachs, Morgan Stanley und Merrill Lynch das weltweite M&A-Geschäft (Tabelle). Vor allem Morgan Stanley hatte in Europa und den USA ein starkes viertes Quartal.

Breiter ist besser

Für Ludger Kübel-Sorger, bei BCG in Deutschland Leiter "Financial Services", leitet sich aus der Studie eine klare Strategie ab. "Entscheidend wird es sein, das traditionelle Firmenkundengeschäft und das Investmentbanking zusammenzuführen", rät der BCG-Berater den Universalbanken den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. "Die zu starke Abhängigkeit von provisionsabhängigem Geschäft belastet die Profitabilität. Gut beraten sind die Banken, die breiter aufgestellt sind", so seine Empfehlung.

Dass dieses nicht sehr einfach werden wird, macht das Beispiel Deutsche Bank klar. Nicht erst seitdem sich Josef Ackermann bei der neuen Strategie für die Frankfurter durchgesetzt hat, sind die Gräben zwischen den "klassischen" Kreditbankern und den meist anglo-amerikanischen Investmentprofis sehr tief. Neid und Misstrauen gehören häufig zum Arbeitsalltag.

Die zehn führenden M&A-Häuser 2001

Investmentbank                    Volumen


Goldman Sachs                     847,0 Mrd. Dollar
Morgan Stanley                    626,8 Mrd. Dollar
Merryll Lynch                     595,5 Mrd. Dollar
Credit Suisse First Boston        483,2 Mrd. Dollar
Citigroup/Salomon Smith Barney    476,9 Mrd. Dollar
JP Morgan Chase                   428,3 Mrd. Dollar
Dresdner Kleinwort Wasserstein    343,4 Mrd. Dollar
UBS Warburg                       213,1 Mrd. Dollar
Lehman Brothers                   172,2 Mrd. Dollar
Lazard                            161,1 Mrd. Dollar


Quelle: Thomson Financial
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