Mein Verständnis ist wie folgt (falls jemand anders bessere Informationen haben, bitte einspringen): für den Emittenten ist es kein Muss, sich abzusichern - aber er wird es tun, da er sonst eine offene Position eingeht. Dieses Risiko will er nicht, Emittenten verdienen m.E. hauptsächlich über den Spread, Aufgeld und Liquidität. Nimm Dialog als Beispiel, wenn da jemand vor zwei Jahren beim einstelligen Dialog-Kurs ne Mio Call-Optionsscheine verkauft hätte, würde er heute auf einem zweistelligen Mio-Verlust sitzen...
Also sichert sich der Emittent ab, in dem er den Basiswert kauft bzw. verkauft und zwar dynamisch je nach Kursentwicklung und Ausübungswahrscheinlichkeit des Optionsscheins, so dass die Gewinne/Verluste aus dem Optionsschein permanent durch Verluste/Gewinne aus dem Basiswert ausgeglichen werden. Deswegen ist es m.E. auch Quatsch, wenn hier immer geschrieben wird, dass Emittenten Interesse an fallenden/steigenden Kursen haben. Diese Absicherung kann sowohl über den Basiswert als auch wiederum über Derivate auf dessen erfolgen.
Zu Deiner anderen Frage: ja, m.E. können/werden diese "Sicherungskäufe" den Aktienkurs beeinflussen, abhängig von der Anzahl der von einem Kunden gekauften OS, als auch von dessen Ausstattung: Wenn Du einen Optionsschein auf Dialog mit Basis 0,01 Euro kaufst, der noch eine Woche läuft, liegt die Ausübungswahrscheinlichkeit bei fast 100% und der Emittent dürfte dann wohl 1:1 die Anzahl der OS kaufen. Wenn Du einen Call-OS auf Dialog mit Basis 1.000 Euro kaufst, würde da wohl eher keine Aktie gekauft werden.
Also das ist mein Verständnis basierend auf nem Anruf bei der Marketing-Abteilung eines Emittenten vor einiger Zeit, auf meinen Uni-Erfahrungen von vor ein paar Jahren, und auf dem folgenden Link, der das ganze auch noch mal erklärt. Falls ich falsche liege oder das nicht mehr aktuell ist, lerne ich gerne dazu: www.godmode-trader.de/artikel/...tent-gegen-den-anleger,794257
Gruß,
dlg.