Investor Blackstone legt weltgrößten Fonds auf
US-Beteiligungsfirma sammelt insgesamt 15,6 Mrd. Dollar Eigenkapital für Unternehmenskäufe ein
VON ANGELA MAIER, FRANKFURT
Der US-Finanzinvestor Blackstone hat für
Unternehmenskäufe den größten Fonds
aller Zeiten eingesammelt. Der neue Geldtopf
umfasst 15,6 Mrd. $ Eigenkapital und ist mehr
als doppelt so groß wie der letzte Blackstone-
Fonds von 2002. „Diese Rekordsumme wird
uns Transaktionen von einer Größe und Komplexität
ermöglichen, die vor wenigen Jahren
noch unvorstellbar waren“, sagte gestern
Blackstone-Chef Stephen Schwarzman.
Der Fonds markiert den Höhepunkt der
Welle immer größerer Beteiligungsfonds. Der
Branchendienst Private Equity Intelligence
schätzt, dass 2006 über 300 Mrd. $ in Private-
Equity-Anlagen fließen werden – ein neuer Rekord.
Bis zum 7. Juli waren es 167 Mrd. $, zwölf
Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2005. Vergangene
Woche hatte auch Europas Marktführer
Permira einen neuen Fonds mit 11 Mrd. €
aufgelegt. Damit hat Permira 70 Prozent mehr
Eigenkapital zur Verfügung als der nächstgrößere
europäische Konkurrent.
Grund für die massiven Zuflüsse ins Private-
Equity-Geschäft ist, dass Aktien und Anleihen
institutionellen Investoren längst nicht mehr
die früher üblichen Renditen bringen. Beteiligungsfirmen
dagegen haben zuletzt enorm
Kasse gemacht: Blackstone teilte gestern mit,
der 6,45 Mrd. $ umfassende 2002er Fonds habe
bislang eine Rendite von jährlich 63 Prozent erwirtschaftet.
Ein Teil des Gewinns steht aber
nur in den Büchern, da viele Beteiligungen
noch nicht wieder verkauft werden konnten.
Permira und andere Megafonds wie Kohlberg
Kravis Roberts, Bain Capital oder Texas Pacific
Group weisen ähnlich hohe Renditen auf.
Banken geben seit einiger Zeit deutlich höhere
Kredite aus, weil unerwartet viel Liquidität im
Markt ist. So konnten Beteiligungsfirmen ihren
Portfoliounternehmen neue Schulden aufladen
und Sonderausschüttungen an ihre Investoren
finanzieren. „Diese Renditen sind außergewöhnlich
und lassen sich für die Zukunft
nicht fortschreiben“, sagte Peter Laib, Geschäftsführer
des Schweizer Dachfonds Adveq.
Mit dem Fonds stößt Blackstone in eine neue
Dimension vor. Inklusive der üblichen Kreditfinanzierung
können die Amerikaner Firmen für
bis zu 80 Mrd. $ erwerben. Experten erwarten,
dass die Megafonds nun verstärkt Firmen an
der Börse aufkaufen. Blackstone hatte in
Deutschland durch den Kauf von 4,5 Prozent
an der Deutschen Telekom Aufsehen erregt.
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