Denke die 9 sind bald auch Geschichte.
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... im Dezember hat sich natürlich sehr viel getan, wie hier schon völlig richtig gesagt wurde.
Vor allem wurde mit dem Q4/2017-Ergebnis deutlich, dass die Kosten nicht in dem Maße gesenkt werden können, wie es die Erträge tun. Sonderabschreibungen auf die Steuererhöhung und unangemessene Bonuszahlungen von über 2 Mrd. für 2017 folgten.
Im Anschluss gab es dann noch eine Ertragswarnung für Q1/2018, die dann auch prompt eintrat, weil sie erst kurz vor den Zahlen kommuniziert wurde. Zu den -450 Mio. aufgrund der Währungsproblematik gesellte sich ein weiterer (operativer) Ertagseinbruch von ca. 550 Mio. im Vergleich zum Vorjahr. Das Ziel waren ca. 8 Mrd. (vor Sonderbelastungen). Erreicht wurden aber nur 7,45 Mrd. . Es fällt inzwischen schwer daran zu glauben, dass die Deutsche Bank ihr ausgegebenes Ertragsziel von mindestens 26,4 Mrd. (aus 2017) in 2018 wird erreichen können, wenn schon das stärkste Quartal des Jahres derart in den Sand gesetzt wurde.
Im Rahmen der JHV wurde dann noch (offiziell) bekanntgegeben, dass die Kosten in 2018 nicht (wie ursprünglich geplant) auf 22 Mrd. gesenkt werden können. Hier liegt dann auch der eigentliche Hund begraben, denn die Deutsche Bank hatte es bis dahin (seit Ende 2016) ganz gut hinbekommen, die Kosten gegenüber den stetig abflachenden Erträgen überproportional zu senken. Nun wurde bereits im Vorfeld der Q2-Zahlen bekannt, dass auch dieses Quartal "herausfordernd" sein wird. Heute um 16:45 spricht der CFO im Rahmen der "Goldman Sachs European Financials Conference" in Frankfurt. Gut möglich, dass er erneut vorgeschickt wird, um das Ausmaß dieser "Herausforderung" zu benennen.
Ich gehe auf Basis der vorliegenden Daten und Entwicklungen davon aus, dass die Deutsche Bank in Q2 nicht mehr als 6,5 Mrd. an operativen Erträgen wird erwirtschaften können. Davon werden erneut 200 bis 300 Mio. für irgendwelche "Sonderbelastungen" aufgewandt werden müssen, so wie es in den letzten 4 von 5 Quartalen gewesen ist. Dem stehen dann Kosten von mindestens 5,5 Mrd. gegenüber. Ich schätze, dass es sogar etwas mehr sein werden, weil man beim Umbau doch mächtig Tempo macht und dafür eher zum Jahresende zeigen möchte, was auf Quartalsebene möglich ist. Das Vorsteuerergebnis könnte bestenfalls bei 1 Mrd. liegen, jedoch sind 500 bis 700 Mio. wahrscheinlicher. Alles unter 500 Mio. wäre ohne ein Hinweis auf geeignete Gegenmaßnahmen fatal.
Den größten Einbruch im Vergleich zum Vorjahr prognostiziere ich für das Q3-Ergebnis, weil dann durch den Abbau auch deutlicher die Ertragseinbußen zum Tragen kommen werden. Dort dürften den Kosten von ca. 5,5 Mrd. nur noch Erträge von ca. 6,2 Mrd. gegenüberstehen (Vorsteuergewinn: 700 Mio. ). Im letzten Qurtal werden die Kosten die Erträge wohl erneut überholen, was dann zu einem Verlust von ca. 100 bis 200 Mio. führen wird. Sollte die Bank es endlich schaffen, ihre Erträge in 2019 auf dem Vorjahresniveau zu halten, dann ist frühestens in Q1/2019 wieder mit Quartalsgewinnen von über 1 Mrd. zu rechnen. Das würde dann wieder dem Stand der Dinge zu Q3/2017 entsprechen. Bis dahin muss die Bank aber zeigen, dass ihre Erträge nicht derart stark sinken, wie das seit dem letztem Jahr stetig der Fall gewesen ist. Meine Ertragsprognose für 2018 liegt bei nur noch 24,8 Mrd. . Dem stehen Kosten von kolporierten 23 Mrd. gegenüber. Das würde dann einen Jahresvorsteuergewinn von 1,8 Mrd. bedeuten, was dem 2017er Niveau bei einer gleichzeitig geschrumpften Bank entspricht.
Du siehst also, dass sich seit dem Dezember 2017 die Vorzeichen schon gewaltig verändert haben und in meiner Berechnung ist auch viel Optimismus drin, wenn man sich die aktuelle Lage in Europa anschaut. Ein möglicher Niedergang Italiens wird die Bank nicht wirklich stark treffen. Möglicherweise wird ein schwacher Euro dann sogar zu etwas mehr Gewinn führen, aber um Italien zu retten und um die durchaus progressiven Vorschlägen der dortigen neuen Regierung zu unterstützen, werden die Zinsen in der Eurozone noch länger am Boden bleiben und höhere Erträge auf dem Heimatmarkt verhindern. Somit ist es durchaus gut, wichtig und richtig, Italien nicht (nur) als Gefahr sondern auch als Chance wahrzunehmen und vor Ort die Wirtschaft dabei zu unterstützen, eine Kehrtwende herbeizuführen.
Das wäre auch in Griechenland, Portugal und Spanien das probate Mittel der Wahl gewesen, aber dank Herrn Schäuble und seiner schwäbischen Finanzmathematik hat man es versäumt, dort interessante Märkte für die Banken der damals noch alles überragenden europäischen Volkswirtschaft zu erschließen. Die Banken in diesen Ländern waren gleichzeitig gezwungen, mit Staatshilfen und mit Hilfe der EZB ihre Geschäftsmodelle von links auf rechts zu drehen, einfach um weiter exisitieren zu können, und heute stehen sie (natürlich) sehr viel besser (weil schlanker) da als die deutschen Banken, die nichts dergleichen auf die Reihe bekommen haben, weil man (fälschlicherweise) davon ausging, dass die Zinsen in der Eurozone schon bald wieder steigen werden und der Rubel dann wieder ganz von alleine rollt. Die massiven Probleme in den USA und das Verschlafen der neuen IT-Möglichkeiten kommen da noch obendrauf, was dem Ganzen noch die Krone aufsetzt: Die Deutsche Bank hat die Gegenwart verpennt und damit ihre Zukunft auf's Spiel gesetzt. Deshalb ist es jetzt auch wichtig, einen der Hauptverantwortlichen dieser Versäumnisse (Dr. Achleitner) sofort aus dem Umfeld der Bank zu entfernen und durch einen jüngeren und mutigeren Nachfolger zu ersetzen. Es ist nicht auch nötig, dass die JHV hauptsächlich in deutschen Sprache abgehalten wird. Wichtig ist, dass die Zahlen endlich wieder stimmen ...
https://www.finanznachrichten.de/...chten-aktien/deutsche-bank-ag.htm
... bis auf die Sache mit dem US-Stresstest, aber der könnte ja auch (überraschend) positiv ausfallen!?
Heute taucht im Bundesanzeiger erstmalig der Name Two Sigma Investments, LP mit 0,51% auf. Gut möglich, dass er bisher mit 0,49% unter dem Radar flog, aber es ist auch keiner derjenigen Namen, die bisher unter http://shortsell.nl/short/DEUTSCHEBANK erwähnt wurden.
... sollten auch nicht überbewertet werden. Was eigentlich für mehr Transparenz sorgen soll, hat sich für die Leerverkäufer als zusätzliche "Spielmöglichkeit" herausgestellt: Zunächst einmal braucht man wirklich sehr viel Geld, um bei Unternehmen wie der Deutschen Bank mit einer Multi-Milliarden-Euro-Bewertung überhaupt die Meldeschwelle zu erreichen: 0,5% der Aktien entsprechen in etwa 10,5 Mio. Stück und damit einen Einsatz von aktuell etwa 100 Mio. . Das Überschreiten der Meldeschwellen löst zwangsläufig erst einmal "Unruhe" aus, aber tatsächlich weiß man nie wirklich, wie viele Aktien zu diesem Zeitpunkt vom Shortseller bereits zurückgekauft wurden, aber nicht dessen Bestand auftauchen. Das klingt jetzt vielleicht verwirrend, aber tatsächlich kann man Investmentbanken wie UBS, JPM oder GS damit beauftragen, Aktien zurückzukaufen und in deren Bestand aufzubewahren, bis man diese irgendwann "auf einmal" oder "gestaffelt" in den eigenen Bestand überführt. Solche Postionen tauchen im Bundesanzeiger aber nicht auf und wenn AQR am 01.06.2018 seine Leerverkäufe um 0,08% auf 2,44% erhöht, dann mag das auf den 1. Blick darauf hindeuten, dass sie mit einem weiteren Absturz rechnen, denn sonst würde die Quotenerhöhung ja gar keinen Sinn machen, aber wenn zeitgleich die UBS 0,3% der Aktien im Auftrag des Leerverkäufers zurückkauft, um diese (im Rahmen einer vorab getätigten Vereinbarung) "irgendwann" gegen eine Provision an AQR weiterzureichen, hätten wir de facto eine Absenkung von 0,22% der Shortquote, obwohl eine Erhöhung kommuniziert wurde.
In einer Studie der Bundesbank wurde herausgefunden, dass nur ca. 21% der Shortquoten in Deutschland (über den Bundesanzeiger) veröffentlicht werden. Somit müssten im Moment etwa 17% aller Deutsche Bank-Aktien leerverkauft sein, was so ziemlich genau dem aktuellen Freefloat entspricht (ca. 19%). Das wäre ja absolut selbstmörderisch, wenn dem wirklich so wäre! In Wirklichkeit aber parken die bereits zurückgekauften Aktien größtenteils bei den Investmentbanken und wenn das "Spiel" für beendet erklärt wird, dann kauft man die zuvor zu Festpreisen "bestellten" Aktienpakete einfach zurück und gibt diese an die Verleiher weiter, was dann (verzögert) einem meldepflichtigen Rückzug entspricht. Das ist ja auch der Grund, weshalb es so gut wie keine "Shortsqueeze"-Szenarien mehr gibt und weshalb auch zu Tiefstkursen die Shortquoten noch erhöht werden (können). Die vermeintliche Transparenz wird von den Playern zur "marktpsychologischen Kriegsführung" missbraucht, aber solange der Gesetzgeber solche Lücken in seinen Regelungen offenlässt, werden findige Geschäftsleute diese für ihre Zwecke und gegen ihren eigentlichen Sinn für sich auszunutzen wissen.
... sie sie ihre Aktienquote an der Deutschen Bank zum 31.05.2018 von 5,90% auf 4,36% gesenkt hat. Die Käufer könnten unter anderem die oben erwähnten Leerverkäufer sein, die sich nun wieder eindecken. Da das Datum der Schwellenberührung auf den 31.05.2018 datiert, darf man davon ausgehen, dass hier eher "nicht meldepflichtige Leerverkäufer" aktiv wurden. Andererseits kann es natürlich auch sein, dass die UBS die Aktien für einen Investor eingesammelt hat. Solche Bewegungen sind für die Öffentlichkeit leider nicht wirklich transparent und durch die Meldefristen möglicherweise auch irreführend.
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