Ihr glaubt doch wohl nicht wirklich die wirtschaftlichen Zahlen der Chinesen?
Falls doch, ich denke, dass Ihr das bald nicht mehr tun werdet.
Ende diesen Jahres wird nämlich wohl niemand mehr auf der Welt die Zahlen der Chinesen glauben.
Dazu müsste ich eigentlich den China-Bären Thread aufmachen...dagegen ist die Blase in den USA und alles andere ein Hort der Stabilität :D
Aber kommen wir zum Thema Handelsdeal:
Wenn es nur darum gehen würde, von China mehr Käufe von Waren aus den USA zu verlangen - also das Handelsdefizit auszugleichen - wird mir wohl jeder zustimmen, dass das eine lösbare Aufgabe gewesen wäre.
Klar, das Handelsdefizit ist zwar nicht in einem Jahr oder so ausgeglichen...aber die Lösung dafür ist sehr einfach: China kauft mehr Zeug aus den USA. Das ist alles. So einfach ist das!
Dafür braucht man keine einjährigen Verhandlungen in 11 (elf!) Runden.
Hierbei handelt es sich auch nicht um den "komplexen und komplizierten" Teil. Dafür benötigt man auch keine "substanziellen und strukturellen" Reformen in China.
Dieser schwierige Part ist der, wo es um das Thema Geopolitik geht. Hier gibt es keine einfachen Lösungen.
Manche Dinge, die Teil der Gespräche waren, sind meiner persönlichen Meinung überhaupt nicht lösbar gewesen. Es wäre natürlich schön, wenn die Chinesen sofort aufhören Kommunisten zu sein...aber hier sind die Differenzen wohl zu groß. Gelinde gesagt.
Ehrlich gesagt, wer derartige strukturelle Veränderungen (noch von außen durch den Erzfeind USA "aufgezwungen") schnell in China erwartet, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank oder ist kindlich naiv...
Die gesamte Thematik USA-China ist reine Geopolitik - hier ging es nie wirklich um Handel.
Aber selbst mit einem Handelsdeal (wie oben beschrieben), würde das Thema in Genug anderen Feldern bestehen bleiben. Dieser Konflikt könnte uns an den Börsen noch sehr Zeit beschäftigen. Und wir werden dankbar sein, wenn es auch nur dabei bleibt.
Eins muss ich jedoch noch loswerden:
Nach allem Schlechte was ich bis jetzt über Donald Trump geschrieben und gesagt habe, eine Sache rechne ich Ihm wirklich hoch an: Beim Thema China ist er hart geblieben. Er zieht das ganze durch.
Das Thema China hat auch nichts mit Trumps Protektionismus zu tun - das wird immer gerne alles in einen Topf geworfen - sogar von Trump selber.
Und dafür hat Trump übrigens enorm breite Unterstützung von fast allen führenden Politikern aus BEIDEN Parteien. Präsident Obama hatte es auch schon versucht das China Thema anzugehen, jedoch ohne diese Härte. Unter Obama gemachte Zusagen von China zu enorm wichtigen Themen haben die Chinesen einfach nicht eingehalten. Aber Obama war der erste von dem Xi Xinping Gegenwind gespürt hat...
Selbst der Vorsitzende der Demokraten im Senat - Chuck Schumer - hat Trump noch vor Tagen per Twitter seine Unterstützung beim Thema China signalisiert. Und jeder der sich etwa mit US Politik auskennt, weiß was das zu bedeuten hat...