aber nun ist es Realität: Die Chinesen helfen mit ihren zig Milliarden Dollar angeschlagenen US-Brokern wie Morgan Stanley aus der Patsche.
Damit kaufen Kommunisten mit ihren Staatsersparnissen den von Kapitalisten-Amerika produzierten Housing-Investment-Müll. Die bettelarmen chinesischen Reisbauern springen für mittellose US-Villenbesitzer in die Bresche. Ein Hohn der Geschichte...
Andererseits könnte es von den Chinesen auch ein geschickter Schachzug sein. Als sie einst mit ihren Dollars US-Häfen kaufen wollten, lehnten die Amis dies brüsk ab. Das wäre ja Hardware (Hafenanlagen) gegen Software (Dollars).
Nun, in der akuten Liquiditätskrise, kommen die Chinesen in USA nun doch noch zum Zug. Sie können sich an Sachen/Firmen beteiligen, die ihnen ohne US-Probleme vermutlich verwehrt geblieben wären. In der Not sind ihre Dollars offenbar DOCH mehr Wert als das hier durch den Thread spukende "grüne Klopapier".
Hier die Beteiligungs-Story noch einmal auf Deutsch:Chinesen springen Morgan Stanley beivon Tobias Bayer und Mark Böschen (Frankfurt)
Nach der Schweizer UBS ist auch die US-Investmentbank Morgan Stanley auf Hilfe aus Asien angewiesen. Das Wall-Street-Haus verbuchte im vierten Quartal einen höher als erwarteten Verlust von 3,6 Mrd. $. Die Milliarden des Staatsfonds China Investment Corp sollen es jetzt richten.
Morgan Stanley schrieb 9,4 Mrd. $ auf hypothekenbesicherte Anlagen ab und musste einen Verlust von 3,61 $ je Aktie hinnehmen. Analysten hatten mit einem Verlust von nur 39 Cent gerechnet. China Investment Corp. (CIC) erwerbe einen Anteil für 5 Mrd. $, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.
Die Kreditkrise setzt vielen Brokerhäusern zu. Lehman Brothers hatte die Quartalssaison für die US-Broker eröffnet und vergangene Woche einen Gewinnrückgang von zwölf Prozent vermeldet. Netto schrieb das Wall-Street-Haus 830 Mio. $ ab. Das ist vergleichsweise wenig. Merrill Lynch musste bisher Abschreibungen von 8,4 Mrd. $ vornehmen, die Schweizerische Großbank UBS sogar 14,4 Mrd. $. Sowohl Merrill Lynch als auch UBS haben den Vorstandschef ausgewechselt - und mit einem massiven Verlust an Glaubwürdigkeit zu kämpfen. Sich gut geschlagen hat dagegen Goldman Sachs. Das Wall-Street-Haus hatte am Dienstag eine Gewinnsteigerung um zwei Prozent bekannt gegeben, allerdings spielten Einmaleffekte eine große Rolle, zudem fiel der Ausblick aus Sicht der Marktteilnehmer enttäuschend aus.
Bislang haben Banken weltweit im Zuge der Hypothekenkrise Wertberichtigungen in Höhe von mehr als 70 Mrd. $ vorgenommen. Besonders stark ist der Abschreibungsbedarf bei strukturierten Produkten wie Collateralized Debt Obligations (CDOs). Das sind Investmentpools, an die Anleger Kredite vergeben und die wiederum in Kreditportfolien und in riskantere Tranchen von zweitklassigen Hypothekendarlehen investieren. Die US-Investmentbank JP Morgan schätzt den globalen Wertberichtigungsbedarf bei CDOs auf 260 Mrd. $. [...andere sprechen von 400 Mrd. $ - A.L.]
Staatsfonds helfen Banken
Die 200 Mrd. $ schwere CIC wurde kürzlich aufgelegt und will insbesondere bei angeschlagenen Banken einsteigen. „Die Staatsfonds stabilisieren damit den Aktienmarkt. CIC wird dasselbe tun“, sagte Lou Jiwei, der den im Oktober gegründeten Fonds leitet, in einer seiner ersten Äußerungen zur Anlagestrategie. Der Fonds dürfte künftig weitere Milliarden aus den Devisenreserven des Landes erhalten, die im Oktober auf 1460 Mrd. $ angewachsen sind. Derzeit ist ein Drittel des CIC-Startkapitals für Auslandsinvestitionen vorgesehen.
Mehrere Banken sind wegen der Kreditkrise auf das Kapital von Staatsfonds angewiesen. So stieg Chinas zweitgrößter Versicherer, der Staatskonzern Ping An, mit 4,2 Prozent beim belgisch-niederländischen Finanzkonzern Fortis ein und zahlte dafür 1,81 Mrd. Euro; das Emirat Abu Dhabi kaufte 4,9 Prozent an der weltgrößten Bank Citigroup für 7,5 Mrd. $. Die Schweizer UBS sicherte sich 13 Mrd. Franken durch den Verkauf von zwölf Prozent der Anteile an einen Staatsfonds aus Singapur und einen nicht genannten Investor aus dem Nahen Osten.
Quelle: www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/...nley/294823.html