Euro/Dollar
EUR/USD ist am Dienstag unter die 1,20er-Marke gefallen. Das Sitzungsprotokoll des letzten Treffens der Federal Reserve Bank (Fed) hat gezeigt, dass die Fed weitere Zinsanhebungen für nötig erachtet, um die Inflation in Schach zu halten. Fed-Mitglied Mark Olson hatte auf der letzen Sitzung als Einziger gegen eine Zinsanhebung votiert, weil er die Auswirkungen der Wirbelsturmkatastrophe zunächst abwarten wollte. Da mittlerweile klar ist, dass die ökonomischen Auswirkungen vorübergehend sind und mittelfristig eher konjunkturfördernd wirken, dürfte Olson sich auf der nächsten Fed-Sitzung wieder einreihen. Der Fall unter die runde Marke von 1,2000 fand schon einige Stunden vor Veröffentlichung des Protokolls statt, das im Übrigen keine Überraschungen enthielt.

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EUR/USD hat am Mittwoch im asiatischen Handel die Marke von 1,1970 unterschritten und dabei Verkaufsstopps ausgelöst. Im Stundenchart lässt sich erkennen, dass sich die Geschwindigkeit der Abwärtsbewegung seit Wochenbeginn verringert hat. Die nächste Unterstützung findet EUR/USD bei 1,1930, wo am 5. Oktober ein Bewegungstief erreicht wurde. Die Marken 1,1900 und 1,1870 sind noch bedeutsamer. Jedoch erscheint fraglich, ob die USD-Stärke, die nun schon seit drei Tagen mehr oder minder „unmotiviert“ anhält, EUR/USD so weit abwärts führen kann, bevor die Käufe der Schnäppchenjäger und Zentralbanken überwiegen. Auf der Oberseite trifft das Währungspaar auf Widerstandslinien bei 1,2000 und 1,2035.

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Am Mittwochmorgen sind bereits die deutschen Verbraucherpreise für September gemeldet worden. Sie haben wie im Konsens erwartet um 2,5% zugelegt. Um 16:30 Uhr CET kommt aus den USA der wöchentliche EIA-Ölmarktbericht. In der vergangenen Woche hatten die Rohöllagerbestände um 300.000 Barrel (159 Liter) abgenommen. Fed-Mitglied Olson wird gegen 21:45 Uhr CET über Wirtschafts- und Fiskalpolitik sprechen. Fed-Präsident Alan Greenspan wird gegen 14:30 Uhr CET zum Thema „ökonomische Flexibilität“ sprechen.
Fazit : Wichtige Wirtschaftsdaten bleiben am Mittwoch aus. Allerdings könnten US-Handelsbilanz und US-Haushaltsbudget, die am Donnerstag veröffentlicht werden, ihre Schatten auf den Dollar voraus werfen und das dollarpositive Sentiment zum kippen bringen. Der kurzfristige Abwärtstrend bei EUR/USD ist jedenfalls intakt. Eine interessante Tradinggelegenheit dürfte sich am Mittwoch in GBP/USD ergeben, denn in Großbritannien stehen die Arbeitsmarktdaten um 10:30 Uhr CET an. Die jüngsten Daten (BRC Einzelhandelsumsätze) von der Insel haben das Pfund gegenüber dem US-Dollar bereits unter Druck gebracht. Wenn das Pfund Sterling einen weiteren Abwärtsimpuls erhalten sollte, könnte die USD-Nachfrage von dieser Seite noch einmal angefacht werden. Bei EUR/USD rechnen wir heute mit einer Handelsspanne zwischen 1,1930 und 1,2000. Rolf Schlausch FXresearch