Gute Aussichten, aber auch Hausaufgaben
Österreich muss in Bildung und Forschung investieren, um Lebensstandard zu halten.Die österreichische Wirtschaft wird bis 2010 real um 2,1 Prozent pro Jahr und damit rascher als im Durchschnitt des Euro-Raums wachsen.
Davon geht das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) in seiner neuen Prognose aus.
Die Wachstumsdynamik werde jedoch nicht ausreichen, um die Arbeitslosenquote zu verringern. Die Preis- und Lohnsteigerungen blieben vor diesem Hintergrund mäßig.
Die Inflationsrate dürfte in der Prognoseperiode unter der Zweiprozentmarke bleiben, meint man.
Bleibt der strikte Sparkurs?
Zur Entwicklung der öffentlichen Haushalte gibt man sich zugeknöpft: Da keine Voranschläge vorliegen und das österreichische Stabilitätsprogramm nur bis zum Jahr 2008 reiche, könne man dazu keine genaueren Prognosen abgeben.
Bleibt man bei strikter Ausgabendisziplin, so
könnte das Defizit der öffentlichen Haushalte auf 0,5 Prozent des BIP im Jahr 2010 zurückgehen.
Mehr für Forschung und Bildung
Der relativ hohe Lebensstandard wird sich laut WIFO in Österreich im internationalen Strukturwettbewerb nur halten bzw. ausbauen lassen, wenn mehr in die Zukunftsbereiche - Forschung und Entwicklung, Bildung, Infrastruktur, Informations- und Kommunikationstechnologien - investiert wird.
Export begünstigt
Die Steigerung der internationalen Nachfrage und die hohe Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen - gemessen an den Lohnstückkosten - begünstigen in den kommenden Jahren den Export.
Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und die erwartete Erholung des Wohnbaus schlagen sich in einer Ausweitung der Bauproduktion nieder, meint das WIFO.
Mehr privater Konsum
Auch der Konsum der privaten Haushalte werde seine lange Schwächephase allmählich überwinden, so das WIFO. Zudem profitieren die österreichischen Unternehmen von der jüngsten EU-Erweiterung in besonderem Maße.
Das Arbeitskräfteangebot, insbesondere an ausländischen Arbeitskräften, werde weiter kräftig steigen. Das stimuliere mittelfristig die Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung in Branchen mit Arbeitskräfteknappheit, vermindere aber gleichzeitig die Chancen auf eine Verringerung der Arbeitslosigkeit, analysiert das WIFO.
Die Zahl der Beschäftigten wird den Prognosen zufolge um 0,9 Prozent pro Jahr zunehmen, die Arbeitslosenquote jedoch bis zum Ende des Prognosezeitraums hoch bleiben: 5,4 Prozent laut Eurostat bzw. 7,4 Prozent nach nationaler Definition.
Die schwache Performance Deutschlands habe die österreichische Wirtschaft in den vergangenen Jahren in Mitleidenschaft gezogen. In den kommenden Jahren sollte der Wachstumsrückstand Deutschlands kleiner werden, die neue Dynamik sollte sich auch auf die österreichische Wirtschaft günstig auswirken.