Sorgen sind zurück – Dax mit kräftigem Minus
Die deutschen Unternehmen legen glänzende Zahlen vor. Doch davon profitiert der Dax im Moment nicht. Die Anleger sorgen sich um die Lage in den europäischen Schuldenstaaten. Auch aus dem Emirat Dubai kommen neue Hiobsbotschaften und in China brechen die Aktienkurse sein.
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Broker an der Börse in Frankfurt. Quelle: dapd
HB FRANKFURT. Ein Kursrutsch an der Börse in Shanghai hat am Freitagmorgen die Kurse am deutschen Aktienmarkt belastet. Der Dax fiel um 0,9 Prozent auf 6 661 Punkte. Zu den größten Verlierern zählten Daimler und BMW mit Kursverlusten von bis zu zwei Prozent.
Gegen den Trend legten die Aktienkurse der Solarfirmen Q-Cells und SMA Solar zu. Beide Unternehmen hatten laut Händler überzeugende Bilanzdaten vorgelegt. Q-Cells stiegen um 2,7 Prozent, SMA um 1,3 Prozent. In den vergangenen Tagen waren Solaraktien allerdings massiv unter Druck geraten, weil sich in den Bilanzen einiger Unternehmen der Branche die Förderkürzungen in Deutschland bereits deutlich bemerkbar machten.
Für Unsicherheit sorgt insbesondere der Kurseinbruch in China. Der Shanghai Composite Index lag am Morgen fünf Prozent im Minus, weil Investoren nach den jüngsten Inflationsdaten eine Zinserhöhung der chinesischen Notenbank erwarten. Die Inflation in China war im Oktober mit 4,4 Prozent so stark gestiegen wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.
Neben China sorgt auch weiter die Entwicklung in Irland für Sorgen. Zwar sprangen fünf große EU-Staaten dem schwer verschuldeten Land am Morgen verbal zur Seite und Finanzminister Brian Lenihan sagt, sein Land sei in der Lage, den maroden Haushalt aus eigener Kraft zu sanieren. So recht glauben mögen die Investoren dem irischen Finanzminister allerdings nicht. Auch gestern kletterten die Risikoaufschläge für zehnjährige Irland-Anleihen auf einen neuen Höchststand. Sollte sich die Situation auf der Insel weiter verschärfen, dürfte der Dax noch ein gutes Stück zurückfallen, sagte ein Händler.
Am Rentenmarkt zogen die Bundesanleihen deutlich an. Den Analysten der HSH Nordbank zufolge profitierten die Papiere neben der Zuspitzung der Irland-Krise auch vom Start des neuen Fed-Anleihenkaufprogramms. Der Bund-Future stieg um 46 Ticks auf 130,64 Zähler. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 2,387 Prozent. Auch irische und portugiesische Anleihen erholten sich leich, rentierten aber immer noch mit 9,161 beziehungsweise 7,156 Prozent.
Auch aus dem Emirat Dubai kommen neue Hiobsbotschaften. Der Finanzdienstleister Dubai Group habe in den vergangenen Wochen zwei fällige Zahlungen nicht geleistet, wie aus mit der Situation vertrauten Kreisen am Donnerstag verlautete. Bei einer Telefonkonferenz unter kreditgebenden Banken hätten einige ihrem Ärger Luft gemacht. "Wir wussten, dass sie in Schwierigkeiten sind, in erheblichen Finanzproblemen", sagte ein Banker. Die Dubai Group äußerte sich dazu nicht.
Das Emirat leidet unter einem Zusammenbruch des Immobilienmarktes und den Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Vor einem Jahr war der Mischkonzern Dubai World beinahe kollabiert. Nachdem das staatliche Unternehmen seine Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen konnte, erhielt es schließlich die Zustimmung seiner Gläubiger zu einer Umschuldung über fast 25 Milliarden Dollar
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