Wall Street: New York übt Schadensbegrenzung
Die Wall Street hat den Monat März zwar mit Verlusten begonnen. Doch nach einem tiefen Sturz zu Handelsbeginn, der die Blue Chips mehr als 200 Punkte gekostet hatte, fingen sich die Indizes wieder. Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Minus von 34 Zählern oder 0,3 Prozent auf 12 234 Punkten, die Nasdaq verlor 12 Zähler oder 0,5 Prozent auf 2404 Punkte.
Damit schlossen die amerikanischen Märkte unerwartet stabil. Die frühen Verluste waren erneut eine Reaktion auf Kursverluste in Asien gewesen, zudem sorgen sich Anleger weiter um die Stabilität der eigenen Konjunktur. Entsprechend bekam der Markt aber einen Schub, nachdem die jüngsten Zahlen zum Produzierenden Gewerbe deutlich besser ausgefallen waren als erwartet:
Der Einkaufsmanagerindex wurde mit 52,3 Punkten wieder im Expansionsbereich gemessen. Experten hatten nach 49,3 Punkten im Vormonat mit einem Wackelstand von 50 gerechnet. Innerhalb des Index fielen sowohl die Daten zu Neubestellungen und zur Produktion als auch die Werte für die bezahlten Preise höher aus als erwartet.
Letzteres wiederum bringt den Inflationsdruck weiter ins Gespräch, zumal am Morgen bereits die Kernrate der Verbraucherausgaben mit einem Zuwachs von 0,3 Prozent gemeldet worden war, dem steilsten seit einem halben Jahr. Die Jahresrate für den wichtigsten Inflations-Indikator liegt nun bei 2,3 Prozent und damit deutlich über der von der Fed angepeilten Spanne von 1 bis 2 Prozent.
Der Markt zeigte sich dennoch nicht allzu besorgt, sondern konzentrierte sich angesichts des jüngsten Verkaufsdrucks auf einige gute Nachrichten. Die kamen unter anderem von General Motors . Der Automobilriese hat im Februar ein Absatzplus von 3,6 Prozent verzeichnet und schneidet damit unerwartet gut ab. Ford und DaimlerChrysler verbuchen einen Absatzrückgang, allerdings weist ausnahmsweise auch Toyota einen negativen Monatsvergleich aus.
Die Auto-Aktien verloren am Donnerstag dennoch, GM gehörte mit zu den schwächsten Dow-Werten. Weitere große Dow-Verlierer waren indes die Zykliker, also Industrie-Schwergewichte wie Caterpillar und United Technologies.
Unter den Verlierern fand sich erneut auch Home Depot, obwohl die Financial Times berichtet hatte, dass sich mehrere Investoren für die Baustellen-Sparte interessieren sollen, die das Unternehmen gerne verkaufen würde. Die Aktie leidet zur Zeit unter negativen Prognosen des Managements und der allgemeinen Schwäche im Immobilienmarkt.
Es gab trotz allem einige Gewinner: Motorola verbesserte sich um 1,7 Prozent, nachdem der Großinvestor Carl Icahn erklärt hatte, seinen Anteil an dem Handy-Konzern vergrößern zu wollen.
Unter den Hightech-Werten gehörte Oracle zu den Gewinnern. Das Unternehmen übernimmt für 3,3 Milliarden Dollar Hyperion Solutions, dessen Aktie wiederum mit einem Plus von 20 Prozent zu den größten Gewinnern im Donnerstagshandel gehörte.
Lars Halter
Quelle: http://www.wsc.de/index.php?id=11813
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