Derivate: US-Börsen locken durch neue Favoriten
Wenn Börsianer nach den größten Risikofaktoren am Aktienmarkt gefragt werden, fällt immer wieder das Stichwort USA. Das sukzessive "Luftrauslassen" aus der Blase am Immobilienmarkt sowie die drohende Abschwächung des Konsums schüren die Ängste der Anleger.
Ein Großteil des Wirtschaftswachstums in Übersee war und ist nun mal den Konsumenten zu verdanken. Und die dürften in den kommenden Jahren spürbar an der gestiegenen Zinslast zu knabbern haben. Viele Anschaffungen erfolg-ten auf Grund der lange Zeit niedrigen Zinsen schließlich auf Pump.
Doch trotz aller Bedenken schlägt sich die Börse in den USA mehr als prächtig. Der Dow Jones Industrial Index markierte als Aushängeschild der Wall Street gerade ein neues Rekordhoch. Der Grund für diese auf den ersten Blick unlogisch anmutende Entwicklung liegt vor allem in den guten Ergebnissen der Unternehmen. Die profitieren nachhaltig von ihrem harten Sparkurs, der boomenden Weltwirtschaft und dem gegenüber vielen Ländern gesunkenen Dollar, der die Exportindustrie beflügelt. Obwohl sich die US-Konjunktur deutlich abkühlt, rechnen Analysten für das gerade zu Ende gegangene Quartal denn auch zum 13. Mal in Folge mit einem prozentual zweistelligen Gewinnanstieg der im S&P 500 enthaltenen Unternehmen. Gegenüber dem Vorquartal soll sich die Dynamik zwar etwas abschwächen. Ein Plus von gut 14 Prozent könnte sich aber immer noch sehen lassen.
Abschwächung der Wachstumsdynamik
Bei der am Dienstag mit den Zahlen von Alcoa gestarteten Bilanzsaison werden Investoren aber verstärkt auf die Ausblicke der Unternehmen achten. Hier malen die Experten nämlich ein etwas düsteres Bild. So wird in den kommenden Quartalen mit einer weiteren Abschwächung der Wachstumsdynamik und 2007 nur noch mit einem prozentual einstelligen Gewinnanstieg gerechnet.
Für vorsichtige Anleger bietet sich zur Abdeckung der US-Anteile ihrer Portfolios der Griff zu Bonuszertifikaten an. Hier winkt am Ende der Laufzeit selbst dann noch eine positive Rendite, wenn der Markt nicht weiter vorankommt. So bringt zum Beispiel ein bis Ende 2008 laufendes Bonuspapier von Société Générale auf den Dow Jones eine Bonusrendite von 5,8 Prozent pro Jahr, wenn der Index bis dahin kein einziges Mal unter 8500 Punkte rutscht (Puffer: 28,3 Prozent).
Wer lieber auf den marktbreiteren und nach Börsenkapitalisierung gewichteten S&P 500 setzen will, findet ebenfalls bei den Franzosen ein Bonuszertifikat mit fast identischer Ausstattung. Mit sieben Prozent Bonusrendite und einer Laufzeit von rund 13 Monaten noch renditestärker ist eine von der Commerzbank angebotene Bonus-Pro-Variante. Die allerdings nur noch gut elf Prozent entfernt liegende Kursschwelle wird bei diesem Papier erst gut drei Monate vor Fälligkeit "scharf" geschaltet. Ein vorheriges Abgleiten unter 1200 Punkte hätte daher keine negativen Folgen für den Bonusanspruch.
Hightechunternehmen versprechen Gewinnsprünge
Von Investoren zuletzt eher vernachlässigt worden sind die im Nasdaq-100-Index gelisteten Hightechunternehmen. Das könnte sich bald ändern, sollten die Analysten Recht behalten. Die erwarten von den Techwerten im kommenden Jahr nämlich einen Gewinnsprung von 20 Prozent. Mit Indexzertifikaten auf den Nasdaq 100 lässt sich an einer möglichen Aufholjagd kostengünstig partizipieren.
Sehr gut gelaufen ist in den vergangenen Wochen hingegen der Amex-Biotech-Index, der 20 Unternehmen aus der Biotechnologiebranche umfasst. Mit Indexzertifikaten setzen Investoren auf eine positive Wirkung der anhaltenden Übernahmefantasie in diesem Sektor. Wichtig: Bei allen genannten Zertifikaten besteht kein Währungsschutz, sodass sich Veränderungen beim Euro-Dollar-Kurs auf die Rendite auswirken - positiv wie negativ.
Quelle: Financial Times Deutschland