13. April 2007
von Folker Hellmeyer, Chefanalyst Bremer Landesbank
Euro markiert Jahreshöchstkurse bei 1.3523 im asiatischen Handel
!Der Euro eröffnet heute bei 1.3510, nachdem im asiatischen Handel Höchstkurse bei 1.3523 markiert wurden.
Gestern lieferte der EZB-Rat im Hinblick auf die Zinsentscheidung als auch die Verbalakrobatik die erwarteten Ergebnisse. Der Leitzins wurde bei 3,75% belassen. Trichets Verbalakrobatik darf als eine vorzeitige Festlegung auf einen Zinsschritt per Juni auf 4,0% interpretiert werden.
Fundamentaldaten als auch die zu erwartende Entwicklung der Zinsdifferenz zwischen der Eurozone und den USA nebst der desolaten politischen Lage der USA wirken sich latent für den Euro unterstützend aus.
Der USD notiert aktuell bei 118.75. EUR-JPY bewegt sich aktuell bei 160.45, nachdem zwischenzeitlich Höchstkurse bei 160.87 markiert wurden.
Die JPY-Schwäche bleibt damit ausgeprägt. Devisenmarktteilnehmer sind zunehmend der Meinung, dass die G-7 Veranstaltung die fortgesetzte Schwäche des JPY in Ermangelung deutlicher Verbalakrobatik tolerieren wird.
Damit unterstellen die Marktteilnehmer, dass sich bei den G-7 Vertretern seit dem Treffen in Essen eine Änderung der Wahrnehmung oder Bewusstseinserweiterung ergeben hat.
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Heute steht zunächst die Industrieproduktion der Eurozone auf dem Plan. Per Februar erwarten Analysten einen Anstieg im Monatsvergleich um 0,4% nach einem Rückgang um 0,2% im Vormonat. Die Auftragslage impliziert eine Fortsetzung der positiven Tendenz in diesem Sektor der Wirtschaft der Eurozone. Aus den USA folgt die Veröffentlichung der US-Handelsbilanz per Februar. Marktbeobachter erwarten ein Defizit in Höhe von 60,0 Mrd. USD nach zuvor 59,12 Mrd. USD. Das Thema struktureller Defizite bleibt erhalten. Die Höhe der Ölpreise/Ölimporte und die Zyklik der USKonjunktur erlauben Schwankungsbreiten zwischen 55 – 65 Mrd. USD auf absehbare Zeit. Die USHandelsbilanz bleibt vollständig ungeeignet, dem USD nachhaltige Unterstützung zu verleihen. Die Erzeugerpreise per März sollen um 0,7% zugelegt haben. Der Takt wird hier durch den Anstieg der Energiepreise vorgegeben. Den Abschluss des Datenreigens macht das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan per April (vorläufiger Wert). Die Konsensusprognose ist bei 87,5 nach zuvor 88,4 Punkten angesiedelt. Molltöne dominieren hier. |
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das weiterhin den Euro favorisiert. Ein nachhaltiges Unterschreiten der Unterstützung bei 1.3350 – 80 neutralisiert den positiven Bias des Euros.
