Wie ich bereits gestern mit einer Bumbärch-Meldung hier kurz angerissen habe, fließen z.Z. sehr hohe Kapitalströme in die sogenannten sicheren Häfen, sprich US-Staatsanleihen. In seinem aktuellen Comment fragt sich Klaus Singer, wann dieses Kapital den „Parkplatz“ verlässt oder unter welchen Umständen verlassen könnte und was passieren sollte, damit Bärenmarkt-Rallies langatmiger werden. Interessant!
…..Weitere Indizien für die horrenden Kapitalsummen, die nach Anlage suchen (und bisher bei den Bonds fündig wurden): Die Reserven in den USA haben sich im Monatsvergleich im September verdoppelt und im Oktober nochmals mehr als verdreifacht. (Siehe Chart unter „Makrodaten“ auf
www.timepatternanalysis.de). Damit stehen sie aktuell mehr als sieben mal so hoch wie zu Jahresbeginn. Zugleich ist die Überschussliquidität seit August von einem Stand bei rund zwei auf aktuell 267,9 Mrd. Dollar explodiert.....
.....Die Erwartung ist, dass die Banken die explodierenden Reserven dazu nutzen, Assets mit höherer Rendite handeln und auch die Kreditvergabe für Unternehmen und Verbraucher auszuweiten. Das erstgenannte Ziel dürfte schon bald in Erfüllung gehen. Die auf dem Liquiditätsparkplatz der TBills zwischengelagerten Gelder sind die Luft für die nächste Blase, die so sicher kommt, wie sich der Derivate-Markt auch in den Zeiten der Finanzkrise weiter aufgebläht hat......
.....Nouriel Roubini glaubt, nachdem die realen Einzelhandelsumsätze in den USA nun schon fünf Monate in Folge sinken, könnte das BIP der USA im vierten Quartal um 5 Prozent oder sogar mehr schrumpfen. Die Rezession dürfte insgesamt drei mal so lang und mindestens drei mal so schwer wie die beiden zurückliegenden und die schlimmste seit dem Ende des zweiten Weltkriegs werden.
Bleibt die Frage, wann die Liquidität den TBill-Parkplatz verlässt und wohin sie dann fließt. Wahrscheinlich dürften Bonds übergeordnet noch weiter profitieren. Man braucht kein Hellseher zu sein, dass ab einem bestimmten Punkt auch Aktien wieder ins Blickfeld geraten. Damit das allerdings etwas nachhaltiger passiert als im Rahmen von kurzatmigen Bärenmarkt-Rallyies, muss die Deflationsspirale zum Stillstand kommen. Die ist jedoch erst seit kurzem wieder in Betrieb und das dürfte sich nicht so bald ändern.
Auch ein Element der Deflation - die Krise der Kfz-Branche. Hier schwingen bestimmt – insbesondere bei den Autobauern der USA- Gründe mit, die in einer verfehlten Modellpolitik zu tun haben. Aber zugrunde liegt die mangelnde Kaufkraft und bezogen auf Deutschland gilt: Hartz-4-Empfänger kaufen keine Autos (jedenfalls nicht genügend). Da unternimmt man jahrelang (fast) alles, um das Lohnniveau zu drücken und anschließend wundern sich die Wirtschaftsweisen und solche, die es werden wollen, dass die Autobranche nichts mehr verkauft.
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