Danke für Deine Erklärungen in Post 11.261. Noch einige Gedankensplitter dazu:
'Performence ist doch das alles entscheidende oder? Was sind denn sachfremde Kriterien? Alles was funktioniert hat seine Daseinberechtigung und das warum ist eher unwichtig. Die Frage ist eher was ist zu tun wenns mal nicht funktioniert also Reißleine, Aussitzen oder Verbilligen und hier liegt eher die Schwierigkeit.'
Ja, Performance ist das harte Kriterium. Für mich formuliere ich es so: Klare Outperformance zu den Main-Indices über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten (bin entweder long oder flat, jedoch nicht short).....Sachfremde Kriterien sind solche, die der eigenen Einbildung entspringen und eine falsche Korrelation unterstellen. Ansätze, die massgeblich von sachfremden Kriterien beeinflusst sind, können zwar scheinbar - weil der Zufall es so will - eine Weile funktionieren, doch über kurz oder lang wird ihre Haltlosigkeit entlavt. Ich würde es so formulieren: Die Börse verführt geradezu zur Konstruktion falscher Korrelationen, weil deren Widerlegung häufig genug nur zeitversetzt erfolgt. Du denkst, du hast den Bogen raus, während sich dein positives Resultat doch tatsächlich einer zufälligen Parallelität der Ergeignisse verdankt...
'-Korrekt auf das Anlegerverhalten wirken viel Kausalfaktoren aber auf den Kurs eben nur Angebot und Nachfrage und Anleger bestehen aus vielen Gruppen z.B. Private,Institutionelle,HandelsComputer oder auch Regionen/Mentalitäten.Wenn du da Kausalfaktoren ergründest wirst du ja nie fetig mit deiner Untersuchung bezüglich der Ursachen. Sobald sich etwas als dominierend durchsetzt und du das "wie" herausgefunden hast ist es bereits als Fakt eingepreist und somit Tatsache. Also wozu etwas evaluieren wollen wenns eh schon eingepreist ist zumal deine/meine Ressourcen (Zeit,Infoquellen) begrenzt sind? Korrelation ist immer temporär und muß deshalb ständig flexibel überprüft/angepasst werden und sobald Kurs/Korrelation nicht mehr funktionieren wird das ja durch den Kurs angezeigt und somit wird es sichtbar und man muß reagieren'.
'Wenn ich den Markt von morgen in meinem Trade von heute antizipieren will, reicht es nicht hin, den ggw Kurs als Tatsache (= alle Kausalfaktoren sind eingepreist) zu akzeptieren - auch wenn dieser immer mein Ausgangspunkt bleiben muss. Ich muss vielmehr herausfinden, was den Kurs bewegt,. Grundsätzliche Kausalfaktoren kann ich mir durchaus erarbeiten, soweit es sich um psychologische, ökonomische, politische und technische Konstanten handelt - der Markt wird schliesslich nicht täglich neu erfunden. Den aktuell dominierenden Faktoren versuche ich mich zu nähern, in dem ich untersuche, wie die ggw Bewegung sich relativ zu ihren Konstanten verhält. Auf der Oberfläche spielt für mich die Reaktion des Marktes auf sich selbst - was folgt auf Trendbrüche, Up- und Downspikes, hohe und niedrige Volatilität usf - dabei die entscheidene Rolle. Je eindeutiger ich den dominierenden Faktor bestimmen kann und mit je mehr Kraft ich diesen unterwegs sehe, desto günstiger kann ich mein CRV formulieren....
-Grundsätzlich läuft der Entscheidungsprozess doch immer auf zwei Möglichkeiten hinaus nämlich Trendfortsetzung oder Bruch und Korrelationen sollen dabei helfen die "Trendreife" zu erkennen und entsprechend ergibt sich dann das CRV. Wer bei möglicher Trendreife mit dem Trend schwimm muß eng absichern ,wer Trendrücksetzter nutzen wil kann halt etwas großzügiger agieren und wer dagegen wettet und den Einstieg schafft kann ebenfalls mit großzügigeren Trailing-SL laufen lassen. Das "CRV- Geheimnis" ist also eher eine Mischung aus Posigröße und weiter/enger SL.. Liest sich einfach ist aber tatsächlich das schwierigste und da hilft nur Erfahrung und "Lernen durch Schmerzen".
Lese ich so, dass je ungünstiger das CRV gewählt wurde, desto mehr Vorsicht sollte man an den Tag legen. Mein Lernziel ist es dagegen, möglichst exzellente CRVs zu formulieren und auch nur diese zu traden. Damit beginnt RM für mich. Ist dann natürlich klar, dass da nicht 30 Trades / Tag bei rausspringen. Dennoch bleibt mir auch hier die Schwierigkeit, die Widerlegung meiner Antizipation, den 'MOB Punkt', zu definieren, weil ich auf SL bei meinen Trades ja weitestgehend verzichte. An der 'Falsifizierbarkeit' meiner Hypothesen muss deshalb noch gearbeitet werden..... .
Deinen übrigen Ausführungen stimme ich 100% zu, Fill
'The fight is finished before it is begun' Morihei Ueshiba