Auch wenn ich nicht den schwarzen Gürtel in Charttechnik habe, mache ich mich mal ab und daran mir diese Dinger anzukucken und etwas dabei zu denken. Wenn Charts dann grundsätzlich Candle-Sticks, da diese einen komplexen und verwirrenden Tag einerseits gut zusammenfassen, andererseits jedoch mehr relevante Information bieten, als eine simpler „Punkt“ in einem Linienchart… Und beim Blick auf eine Kerze versuche ich den Markt – genauer die Marktteilnehmer mit ihrem Mind-Setting zu verstehen. Was ist passiert, wie hat sich das entwickelt, wann kamen Wendepunkte etc.
Aber ich versuche nicht zu komplexe Sachen zu erkennen. Ich bin da total simpel gestrickt, also ein M, ein W verstehe ich – Trendkanäle, Keile verstehe ich auch, versuche aber immer den marktökonomischen Hintergrund zu verstehen. Zum Beispiel bei einem Dreieck oder Keil: Der Kurs stößt sich immer den Kopf (klar, da verkauft einer immer zu diesem Kurs) und schießt irgendwann drüber hinaus (der Verkäufer hat nix mehr).
Das alles, also eine Chartanalyse mit dem dicken Daumen versuche ich mit den Aussagen in Aufsatz Nummer 8613 zu verbinden.
Ich habe folgendes geschrieben:
„Meine Theorie ist,
(a) dass die Wellen eher kürzer werden. Die Welt ist ein Dorf, alles vernetzt, d.h. eine Krise entwickelt sich schneller.
(b) Die Amplitude wird größer, weil alle Wellen (z.B. die Länderwellen) sich überlagern und verstärken.
Beim Abschwung noch stärker, weil der alle erwischt (aus der Seite der Börsenkurse) - der Aufschwung zieht die zusammengezogenen Wellen wieder auseinder, so dass es unregelmäßige Muster gibt.... Und die rechte Seites des Vaus etwas ausgefranster wird...“
Die in der Luft liegende Konsolidierung hat einen Auslöser gebrauscht, den hat Obama geliefert. Und das Tempo war sehr schnell, dadurch wurde die Amplitude kürzer und auch kürzer als z.B. bei der Korrektur im Juli, da hat ein „Gleichschalter“ wie der Obama’sche Bankenangriff gefehlt… Der obigen der beiden Charts sieht eigentlich nicht besonders cool aus Bullensicht aus.
Wie kann man diese Tempoverschärfung aus dem Chart herausnehmen? Recht einfach dies, indem man das Raster gröber stelle und auf drei Jahre geht und nur noch Wochenkerzen anzeigen läßt (der untere Chart).
Und dann sieht der Chart unter Bollinger-Gesichtspunkte gar nicht mehr so furchtbar aus.
Und wenn wir schon bei Bankenkritik sind vergleichen wir die charttechnische Situation mit dem 2008er Lehman-Abstieg. Und von dieser Dynamik sind wir noch weit entfernt.
Immer noch ein Bullenmarkt!
A.
(Verkleinert auf 49%)

