Wirtschaft, Politik & Glück...
Wie Kostolany schon mal so schön sagte: "An der Börse ist alles möglich - auch das Gegenteil."
So sinngemäß, wenn ich mich halbwegs recht erinnere, sagte, bzw. schrieb er auch mal so was in der Art wie: "Die wirtschaftliche und konjunkturelle Entwicklung haben mit dem Verlauf der Börse nicht unbedingt viel zu tun..."
Nach meiner ganz persönlichen Auffassung und Interpretation könnte das für mich beispielsweise bedeuten, dass, völlig unabhängig jeglicher fundamentaler, wirtschaftlicher Bedingungen, "die Börse" sich manchmal/oft komplett gegenläufig "jeglicher ökonomischer, wirtschaftlicher, logischer Vernunft verhalten könnte und definitiv auch kann und es auch immer wieder tut. Aber natürlich nicht immer ;-)
Sprich - so wie ich es für mich ganz persönlich interpretiere - könnte die ganze Welt quasi sowohl in Sachen Wirtschaft, Konjunktur, oder sogar auch Politik sozusagen "am Abgrund" stehen - und trotzdem könnten die Börsenkurse steigen.
WARUM?
Ich persönlich weiß es selbstverständlich überhaupt nicht, wieso, weshalb und warum zu bestimmten Zeiten Börsenkurse steigen oder auch fallen.
Jedoch meine ich (und so ist oder scheint es wohl auch meistens bzw. mind. sehr oft zu sein), dass sich diese Bewegungen - egal in welche Richtung - aus sehr vielen unterschiedlichen und verschiedenen Komponenten wie beispielsweise a) persönlichen Überlegungen, Gedankensträngen, Bauchgefühlen & Psychologie oder b) Handelssystemen, c) Charts, so wie d) (VOR ALLEM!) institutionellen Käufen/Verkäufen, e) Notenbank-Entscheidungen und f) politischen Entscheidungen etc. zusammensetzen.
Was m.M.n. die Gedanken, die Bauchgefühle, die Psychologie betrifft, so bin ich da etwas ambivalent; denn m.M.n. gibt es viel zu wenig "Menschen", die sich explizit und differenziert mit dem Gesamt-Thema "Wirtschaft/Börse" auseinander setzen. Es gibt vielmehr computergesteuerte Systeme, Handelssysteme, die angeblich alles oder zumindest sehr viel mehr zu wissen scheinen als der Mensch (doch: von wem werden diese Computersysteme "gefüttert" und vor allem "mit "welchen Daten?")
Und warum haben denn dann, obwohl seit mehreren Jahren so viele Fonds weltweit computergesteuert sind, gerade diese teilweise bis zu 80% verloren? Obwohl eben auch gerade diese Fonds auch Handelssysteme etc. computerbasiert verwendet haben?
Es scheint dabei aber doch eigentlich so simpel. Was am Ende jeder Dödel weiß, ist dann auch letztlich am Ende auch herzlich wenig wert ;-)
Selten ist teuer. Selten hat Wert. Selten ist ungeheuer oft begehrt... Tja, aber ein "seltenes Schnäppchen" ist an der Börse auch wohl mal nicht soooo leicht zu finden...;-)
Ich denke, wir alle kleinen Kleinanleger sollten nicht der Illusion erliegen, wir könnten hier auch nur ansatzweise irgend etwas im gesamten Marktgeschehen bewirken. Das glaube ich persönlich definitiv nicht. Egal ob wir die Hilfe von Charts, HS-System oder sonstigen Hilfsmitteln in Anspruch nehmen... Wir können da höchstens ein bisschen mitspielen - mehr oder minder erfolgreich- wenn wir Glück haben, sind wir gerade mal dabei, wenn wir Pech haben, außen vor. Wir machen mal hier und da den einen oder anderen kleineren oder auch größeren Gewinn oder auch Verlust - aber mal ernsthaft: WAS KÖNNEN WIR AUSRICHTEN??? NICHTS!!! Ob mit oder ohne Wissen, mit oder ohne Logik, mit oder ohne Gedanken und Bauchgefühl oder auch HS - WIR ALLE haben letztendlich nur ein wenig mehr oder weniger Glück oder Pech als die anderen bezüglich unserer Anlageentscheidungen...
Hab´ da mal so was gelesen bezüglich "Isaac Newton", der so sinngemäß meinte, er könne zwar in etwa "Die Bewegung der Himmelskörper bestimmen, nicht aber die Verrücktheit der Menschen"...
Hmmmh, da lag der gute Mann ja gar nicht falsch.
Jedoch ist das Börsengeschehen meiner Meinung nach heute eher weniger von der "Masse" - sprich, dem blöden Volke abhängig - sondern doch wohl eher aus einer Mischung von großen Instis, Notenbanken, Politikern und auch vielen Daytradern.
Selbstverständlich gibt es auch noch so ein paar Doofies wie mich, die zu den bekloppten Langfrist-Investoren gehören.
In heutigen Zeiten darf man "uns" dann vielleicht bestenfalls auch durchaus auch als "Antizykliker" deklarieren? :---)))
Na, jedenfalls halte ich ja seit etwa Oktober 2007 :--))!!! diverse Aktien und Fonds in meinem Depot. Manche habe ich rechtzeitig abgeschossen, andere habe ich vermeintlich günstig nachgekauft.
Jedenfalls war ich im Gegensatz zu vielen Anderen immer sehr entspannt (obwohl mein Depot zwischenzeitlich bei fast 40% im Minus lag - mittlerweile "nur noch" 20%) - und das nur aus einem Grund:
Jenes Geld, welches ich in Aktien und Fonds investiert habe, habe ich zum Glück "DIREKT" im Kopf als Total-Verlust bereits bei Kauf als "Spekulation" gedanklich abgeschrieben. So konnte mich der eine oder andere größere Verlust auch nicht weiter negativ tangieren.
Bezogen auf mein "Gesamtvermögen" beträgt der Gesamtverlust bezüglich Aktien/Fondinvestments mittlerweile "nur noch" knappe 6%. Und das finde ich jetzt für diese "historisch schlechten Zeiten" relativ okay, verglichen mit so manchen "Vermögensverwaltungen/Dachfonds/Hedgefonds", die durchaus auch mal so zwischen 20-70% Minus gemacht haben - bezogen auf das Gesamtvermögen natürlich - und nicht etwa nur auf das Aktien- und Fonds- Depot etc...)
Natürlich hat hier der ein oder andere User bei Ariva oder sonst wo schon mindestens 150% -300% an Plus im Depot gemacht - und kann mich daher nur mitleidig belächeln, dass ich mit meinen ca. 6% Minus sehr, sehr glücklich und zufrieden bin. Von meiner Seite aber dann trotzdem in diesen Fällen meinen aufrichtigen "Herzlichen Glückwunsch!" an Alle, die in diesen extrem schwierigen und volatilen Zeiten etwas gewonnen haben. Ist wirklich ernst gemeint...
Erstaunlich ist zur Zeit einfach, dass gerade und ausgerechnet Banken, die gestern noch kurz vor der Pleite standen, nur noch mit Steuergeldern, Staatsgarantien und mittlerweile auch "bilanztechnischen Erleichterungen" am Leben erhalten werden (von diesen Steuergeldern übrigens noch mal schnell ein paar Millionen an Boni etc. an ihre Vorstände, Manager usw. verteilt haben...), diese Banken sich auf "Höhenflüge" mit "PLUS" von 10 -XY-% begeben...
Ich persönlich frage mich ja schon: Welcher menschlichen Logik, ökologischer Denke, Philosophie, Psychologie, Illusion oder auch computergesteuertem HS-System oder so wird eine solche Nachfrage nach faktisch bankrotten Banken halbwegs gerecht?
Man weiß, diese Banken sind faktisch pleite. Sie sind quasi Zombies. Lebende Tote. Sie können nur noch aufgrund der Tatsache existieren, dass das Steuervolk sie unterstützt. Vielleicht werden diese Banken sogar vom Staat übernommen. Sprich: möglicherweise Enteignung der Aktionäre - in den meisten Fällen aber Dividendenausfall der Aktionäre..
HmmmH, Börsenlogik, Psychologie, Illusion und so - ein relativ großes Glücksspiel...
In diesem Sinne: Viel Glück Euch Allen - aber lasst Euch die Illusion nicht gänzlich nehmen ;-) - und Frohe Ostern
Kosto