OK Metro,aber freuen muss man sich mit Freunden!!!!oder soll ich mir "Feinde" suchen da hab ich erfreulicherweise keine
"Wenn die Kasse der Hund ist und der Terminmarkt der Schwanz, dann kann mit Fug und Recht gesagt gesagt werden, daß nicht immer der Hund mit dem Schwanz wedelt, sondern auch immer häufiger der Schwanz mit dem Hund.
Tatsache ist, daß manchmal die Kasse (Aktienmarkt) den Future beeinflusst und manchmal der Future die Kasse. Die Arbitrage zwischen Future und Kasse sorgt ja dafür, daß Kasse und Future nie zu weit vom fairen Aufgeld gehandelt werden und so immer miteinander verbunden sind. Sinkt nun z.B. die Kasse weil starke Verkäufe eines DAX-Schwergewichtes den DAX-Index drücken, dann werden die Arbitrageure ab einem gewissen zu großen Abstand zwischen Future und Kasse, anfangen Baskets (Aktienkörbe zusammengesetzt wie der DAX-Index) zu kaufen und Futures in gleicher Stückzahl dagegen zu verkaufen, also die zu billige Kasse zu kaufen und den zu teuren Termin zu verkaufen Das nennt man Arbitragegeschäfte, durchgeführt von großen Marktteilnehmern, also Banken und große Brokerhäuser. Diese Transaktionen sorgen nun dafür, daß das zu große Aufgeld zwischen DAX und FDAX sich wieder seinem fairen Wert annähert.
Sinkt nun zum Beispiel der Future (der Termin) weil starke Verkäufe im Future erfolgen, dann werden die Arbitrageure ab einem bestimmten zu kleinen Abstand zwischen Future und Kasse, anfangen Futures zu kaufen und dagegen (gleichzeitig) in gleicher Anzahl Baskets zu verkaufen, also den zu billigen Future zu kaufen und die zu teure Kasse zu verkaufen. Dies wird auch Programmtrading genannt, weil diese Transaktionen von Computersystemen automatisch durchgeführt werden.
Wenn Abrechnungskurse am Verfallstag manipuliert werden sollen, läuft das natürlich logischerweise über die Kasse ab, indem die Kurse der DAX-Schwergewichte in der Spezialauktion manipuliert werden, in der die Aktienkurse festgestellt werden aus denen dann der Abrechnungskurs für die Abrechnung des Termins, also der Futures oder Optionen, berechnet wird.
Der FDAX und der DAX hängen also durch die Arbitrage zusammen und können sich nur sehr begrenzt unabhängig voneinander bewegen, denn wenn zu große Abweichungen vom fairen Aufgeld auftreten, tritt die Arbitrage sofort in Aktion und versucht dieses Ungleichgewichte sofort gewinnbringend zu nutzen, wodurch dann wiederum Kasse (DAX) und Termin (Future) sich wieder Richtung faires Aufgeld annähern oder entfernen.
Zu den Eröffnungskursen und den Schlußkursen funktioniert die Arbitrage natürlich nicht, da ja die Geschäfte in der Kasse und Termin gleichzeitig gemacht werden sollen, um jegliches Risiko für den Arbitrageur auszuschalten. Kurz nach Börseneröffnung müssen jedoch erst einmal alle DAX-Aktienkurse festgestellt werden, bevor ein richtiger Handel los geht und oft kommt es vor, daß zwar alle Aktienkurse schon eröffnet haben, aber im Future immer noch kein Eröffnungskurs geworden ist, oder umgekehrt. Kurz vor Börsenschluß besteht das Risiko, daß der Arbitrageur kein Gegengeschäft mehr machen kann, und deshalb läßt er die Arbitrage lieber ganz bleiben.
Fazit: Da DAX und FDAX durch die Arbitrage untrennbar miteinander verbunden sind, rennt einmal die Kasse dem Termin hinterher und einmal der Termin der Kasse, je nachdem wo gerade die stärkeren Kräfte wirken. Die Kräfte des Termins werden durch den "Transmissionsriemen" Arbitrage auf die Kasse übertragen und umgekehrt.
Die langfristige Entwicklung eines Marktes ist natürlich nicht von seinem Future abhängig sondern der markttechnischen Entwicklung. Diese Tatsache ist aber bestenfalls für Anleger interessant, einem Trader ist das egal.
Die kurzfristigen, insbesondere Intraday Bewegungen werden aber sehr oft vom Future ausgelöst, einfach weil Marktteilnehmer über den Future sehr viel schneller und direkter auf Ereignisse und Nachrichten reagieren können. Diese Aktionen bewegen der Kurs, der Kasse Markt wird zwangsläufig vom Future ins Schlepptau genommen weil die Arbitrage einsetzt. (siehe oben)
Verursacher also der Future in diesem Fall!"
|