(Auszug aus Presseartikel)
In den kommenden beiden Jahren rechnet das Management ohnedies damit, dass sich die Absatzpreise beinahe verdoppeln werden. Entsprechend ambitioniert ist auch das Investitionsprogramm des Konzerns. Gut zwei Milliarden Euro will der Verbund in den nächsten drei Jahren ausgeben. Doppelt so viel wie bisher. „Wir können uns das leisten“, sagt Finanzchef Peter Kollmann. Ein straffes Sparprogramm habe geholfen, die Schulden um 1,5 Milliarden Euro zu drücken. „Wir haben keine Baustellen mehr.“
„Billiger wird es nicht werden“
600 Millionen Euro fließen also in den Ausbau bestehender Wasserkraftwerke, was 500 GWh mehr Produktion bringen soll. 900 Millionen Euro gehen in den Netzausbau, „um die Erneuerbaren zu integrieren“.
Aber damit nicht genug. Der Verbund will sich nicht länger nur auf Wasserkraft beschränken, sondern auch stärker als bisher am Ausbau der geförderten Wind- und Solaranlagen im Land partizipieren. „Wir wollen 20 bis 25 Prozent des zusätzlichen Ökostrom-Ausbaus in Österreich bis 2030“, gab Anzengruber die Marschrichtung vor. Das ist keine Kleinigkeit. Heute machen Windräder nur 2,5 Prozent des Verbund-Portfolios aus. Bei der Solarenergie ist die Tochter Solavolta mit gut 4000 installierten Anlagen auch keine sonderlich große Nummer.
Hält die Regierung aber an ihrem Ziel fest, dass Österreich 2030 zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgt werden soll, sind dafür viele neue Kraftwerke notwendig. Die Branchenlobby Österreichs Energie rechnet mit einem Bedarf von zusätzlichen 30 Terawattstunden. Die Hälfte der bisherigen Stromproduktion des Landes müsse zugebaut werden. Allein der Solarbereich müsse um den Faktor 13 wachsen. „Beim jetzigen Tempo ist das unmöglich“, so Anzengruber. Er fordert, die staatlichen Förderungen künftig auch auf Solaranlagen auf Freiflächen auszudehnen. Ein Geschäft, für das sich der Verbund gerade in Stellung bringt.
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