DDF Actienbörse Nr. 21


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DDF Actienbörse Nr. 21

 
22.05.03 17:13
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Dollar beginnt "zu wirken". Den Zusammenhang
zwischen Dollar und amerikanischer Leistungsbilanz
hatte ich kürzlich an dieser Stelle erläutert. Die Konsequenzen
sind etwas komplizierter, weil zeitverschoben:
1. Volkswirtschaftlich/währungspolitisch ist der nachgebende
Dollar für die Amerikaner natürlich sehr positiv.
Denn jede Leistungsbilanz lässt sich am besten über den
Wechselkurs gestalten, um es vorsichtig auszudrücken.
Damit werden die Amis wettbewerbsfähiger.
2. Börsentechnisch sieht es anders aus. Zunächst verlieren
Sie im Dollar, wenn Sie US-Aktien halten. Dagegen
steht das Potential in den Originalkursen. Dies liegt aktuell
und im Durchschnitt höher als das Dollarrisiko. Allerdings
gibt es hier ein Timelag, das schwierig zu kalkulieren
ist. Mithin entsteht jetzt die Frage:
In welcher "Weltregion" liegt das größte bzw. nachhaltigste Potential? Es stehen sich gegenüber: USA,
Europa und Japan. Die obige Grafik zeigt vor allem das Verhältnis Dow Jones gegen Dow Jones Euro Stoxx.
Tokio spielt als Marktindex vorerst noch keine entscheidende Rolle, so daß ich auf den Abdruck aus Raumgründen
verzichte. Substantiell gilt indes für alle drei:
n New York zeigt einen breiten und deshalb sicheren Boden. Das ist weitgehend identisch mit dem
Konjunkturbild, hat jedoch zur Folge: Die Kursgewinne werden wahrscheinlich geringer ausfallen, aber
nachhaltig sein. So wie der Dow Jones am wenigsten verloren hat, legt er demnächst auch am geringsten
zu, wird aber dennoch der Index sein, der als erster einen neuen Topstand erreicht. Denn dafür
fehlen nur rund 2600 Punkte oder etwas mehr als 30 %. Der Rückenwind kommt vom Dollar. Eindrucksvoll

gezeigt in der Grafik in der AB Daily am vergangenen Dienstag. Gegebenenfalls abrufen.
n Die Europäer gewannen bereits am stärksten. Aber nur deshalb, weil sie im Irak-Dilemma am meisten
verloren haben. Dieses Erholungspotential ist nicht zwingend identisch mit dem künftigen Trendpotential.
Hier bleibt die Volatilität grundsätzlich noch sehr hoch, was ebenso zwingend dazu führt: Europäische
Investments verlangen eine sehr genaue Kontrolle jeder einzelnen Position und deren Einschätzung.
n Japan zeigt noch keine brauchbare Basis. Die gerade abgewendete Bankenpleite zeigt das Problem:
Ohne gesunde Banken gibt es keine gesunde Wirtschaft. Welche Bedeutung dies aber auch für
Deutschland hat, werde ich Ihnen in der nächsten Woche in einer sehr speziellen Analyse darstellen. Ich
hatte allerdings in der AB Daily vom Montag auf zwei japanische Besonderheiten aufmerksam gemacht.
Das Fazit für Sie: Scharfe Korrekturen sind die beste Trendbestätigung. Damit sind
die Frühjahrsziele noch keineswegs endgültig erreicht. Nehmen Sie also "sell in may and go away" nicht ganz
so eng, weil das absolute Tief im März ebenfalls völlig aus dem Rahmen lief. Die Bereinigung der amerikanischen
Wettbewerbslage über das Leistungsbilanzdefizit bzw. den Dollar hat eine wesentlich größere, aber
langfristige Bedeutung. Auf diese Weise wird die einzige Konjunkturlokomotive der Welt unter Dampf gesetzt.
24-05-2003/XL Nr. 21 Seite 2
n n n Für die DEUTSCHE BÖRSE ...
... gab ich Ihnen in der AB Nr. 07/03 das "Gebrauchsmuster" für die
kommende Erholung des Gesamtmarktes an die Hand. Das war am 15.02.03, vier Wochen vor dem
absoluten Tief am 13./14. März. Kann man danach weiterhin verfahren?
1. Die erste Gruppe betraf die Finanzaktien als "alte Aktien". Und zwar sowohl Banken als auch Versicherungen.
Teilweise wurden die damaligen Kurse noch um 20 % unterboten, jedoch nur für wenige Tage. Kernfrage
war, wie Sie den Grafiken entnehmen konnten, ob diese Aktien wieder in den alten, langfristigen Trend
zurückkehren können. Das hat gerade erst begonnen, und völlig unabhängig von technischen Korrekturen.
2. Die zweite Gruppe betraf die "neuen Aktien", die noch keine langfristige Börsenkarriere aufweisen.
Das betrifft TMT im weitesten Sinne über TELEKOM, INFINEON bis SAP. Sie gehörten ebenfalls zu den großen
Verlierern und suchen nun den fairen Wert. Bestes Beispiel ist DT. TELEKOM, die gleichfalls auf diesem Wege
sind. Hier liegt das Potential bei etwa 50 % als Mittelwert. Vergleichen Sie die Grafik in der AB Nr. 07.
3. Die dritte Gruppe betrifft die klassische Industrie. Dies hatte ich am Beispiel von SIEMENS erläutert.
Bezeichnend dafür war/ist: Keine neuen Tiefstkurse im historischen Vergleich, aber im Wesentlichen Rückfall
auf den langfristigen Basistrend, der intakt blieb. Diese Aktien sind gute Investitionen, aber keine schnellen
Renner, weil kein Erholungspotential vorliegt.
4. Die vierte Gruppe betrifft die neuen Technologien. Hier mischen sich verschiedene Einflüsse. Dafür ist
SAP wiederum typisch, doch dies gilt für eine große Zahl kleinerer Unternehmen noch stärker. Sie sind im
TecDAX noch besser repräsentiert.
Mein Rat: Ordnen Sie Ihre Entscheidungen nach diesem Modell weiterhin ein. Schauen Sie bitte auf die
entsprechenden Marktbilder im Brief Nr. 07, die Sie als Modelle werten.
n Die ALLIANZ-Zahlen stiften mehr Verwirrung als Klarstellung. Versuchen wir, die Situation zu überdenken:
Denn das erste Quartal 2003 ist das letzte Quartal des Bereinigungsprozesses.
Die Bruttoprämie wächst um 9,8 %. Die Combined Ratio fällt unter
100 %, nämlich auf 97,7 %. Das sind die zwei wichtigsten Kerndaten
für das versicherungstechnische Ergebnis. Die Gruppe wird
in diesem Jahr erstmals mehr als 60 Mrd E. Bruttoprämie erreichen
und damit satt verdienen. Plus Turnover der DRESDNER BANK.
Im 1. Quartal fielen noch einmal hohe Abschreibungen auf
Kapitalanlagen an. Das ist das Spiegelbild der Irak-Baisse. Sie
summierten sich auf 2,3 Mrd E., aber diese Zahl wird sehr wahrscheinlich
nicht im Abschluß zum 31.12.03 erscheinen, wenn sich
die Kurse der Kapitalanlagen bis dahin deutlich verbessern. Das
wird eine Frage des Börsenverlaufs werden. Der zweite dicke
Brocken war die DRESDNER BANK mit 424 Mio E. Verlust.
Wie weit reicht das Potential für diese Aktie als eine der wichtigsten Meinungsmacher? Denn ohne
ALLIANZ und MÜNCHENER RÜCK und deren Meinungsumfeld gibt es keinen nachhaltigen DAX-Trend. Weil
beide auch auf die Bankenszene indirekt abfärben .
Sie verfügen über drei Optionen: Die erste ist: Wer gekauft hat und auf dem nächsten Korrekturboden zuoder
neukauft, folgt meinem "Modell" in Brief Nr. 17. Dabei operieren Sie, wie in der AB Daily fast täglich
kommentiert, über Stopkurse für den Verkauf. Die zweite Option ist jetzt: Korrektur abwarten und dann neu
kaufen. Dafür ist der Zeitpunkt noch nicht da, kann aber kurzfristig während der Woche erreicht werden. Dafür
ist die AB Daily da. Ich vermute einen Kurs um 57/59 E. für ALLIANZ und 77 E. zu 80 E. für MÜNCHENER
RÜCK. Die dritte Option heißt: Kaufen und Augen schließen und bei 150 E. wieder aufmachen. Diese Variante
erscheint Ihnen kaum glaubhaft. Dennoch ist sie sehr realistisch für 12 - 18 Monate. Denn:
Die fast zweistellig wachsende Prämie wird bei einer sinkenden Combined Ratio (Schaden/Kostenquote)
nur mit 20 % bewertet. Mindestens normal und ohne jede Wachstumsprämie liegt die "normale"
Bewertung bei fast dem Doppelten, mindestens bei 35 % bis max. 42 %. Gleiches gilt auch für die MÜNCHENER
RÜCK, wofür es einen guten Vergleich gibt, nämlich SWISS RE (AB Nr. 20). Deshalb sind beide Aktien
ein wichtiges Gerippe für den gesamten deutschen Markt, weil daran gut abgelesen werden kann, wohin die
normale Bewertung tendiert. Bitte beachten Sie dazu auch, was ich über AMB GENERALI und AXA KONZERN
in der AB Nr. 17 geschrieben habe.
Seite 3 24-05-2003/XL Nr. 21
n THYSSENKRUPP ist auf Junk-Bond-Status abgewertet. Die Schulden haben das Rating BB-. Genauer
gesagt, ist dies die Oberkante für Junk-Bonds oder die Unterkante für Normalbonds. Aber THYSSEN ist ein
wichtiger Repräsentant der deutschen "Industrielandschaft". Lohnt sich hier ein "Konjunkturinvestment"?
Nur dann, wenn der Verarbeitungsanteil wächst und der Stahlanteil
zurückfällt. Er muß deshalb nicht "ausgegliedert" werden. Die breite
Palette ist keineswegs negativ, sondern positiv. Denn THYSSENKRUPP
steht auf mindestens sechs Beinen ohne Immobilien, die im übrigen
aber nur 0,8 % der Umsätze generieren, aber 10,50 % Gewinnanteil
erreichen.
Die Profilneurose der Ratingagenturen reduzierte die Bonität wegen
der Pensionsrückstellungen und deren Anteil an der Gesamtverschuldung.
Daran scheiden sich bekanntlich die Geister. Die
Ratingagenturen urteilen nach US-Muster und ignorieren die deutsche
Praxis, die Pensionszahlungen über den Cash-Flow zu finanzieren und
nicht, wie bei den Amerikanern üblich, aus den Kapitalerträgen der
zuvor ausgesonderten Vermögen für diese Verpflichtungen. Das ist so
nicht hinzunehmen. THYSSENKRUPP wird die Verschuldung über den
Verkauf von rund 7 Mrd E. Umsatz weiter um mindestens 2,5 Mrd E.
reduzieren. Vor allem, um handlungsfähig für die Umstrukturierung zu
werden. Dafür wird dieses Jahr entscheidend sein. Die deutliche Reduzierung der Nettoverschuldung um fast 4 Mrd
E. in den letzten zwei Jahren ist der richtige Weg. Potential dieser Aktie bis 15 E.
Bleiben Sie konsequent: TUI und LUFTHANSA sind noch kein neues Investment wert. Niemand kann zur Zeit
die mittelfristigen Auswirkungen des erkennbaren Flugaufkommens bei LH bzw. des Touristikgeschäftes bei
TUI definieren. Beide bemühen sich sehr erfolgreich, diese Branchenkrise in den Griff zu bekommen. Das wird
im Wesentlichen auch gelingen. Die damit verbundenen Meldungen dürften aber noch für erhebliche Nervosität
bei den Analysten führen. In dieses Kreuzfeuer wage ich mich nicht hinein. Nehmen Sie die kürzliche
Erholung zum Anlaß, die Positionen zu reduzieren.
Der Rückkauf der Energie-Aktien E.ON und RWE wird mit den jüngsten Daten unterlegt. Ich hatte vor zwei
Wochen diese Überlegung an dieser Stelle diskutiert. Aktuelles Rückfallrisiko liegt bei nur 5 %. Keine von
beiden steht vor einer ganz schnellen Rally. Günstiger ist die Ausgangslage dennoch als die von LH oder TUI.
Deutschlands wichtigste Aktie der "High Technology" hat die
Entscheidungslinien erreicht, aber nicht überwunden. Bei 90/
95 E. war das erste Erholungspotential ausgeschöpft. Ich hatte es
beschrieben.
Der Generationswechsel an der Spitze hat keine Bedeutung,
gelang aber zweifellos gut. SAP wächst aber nicht mehr originär, also
in einem deutlichen Wachstumsmarkt, sondern im Feld des
Verdrängungswettbewerbes. Das bedeutet Kampf um Marktanteile zu
Lasten der Konkurrenz, was stets teuer ist. Sämtliche großen
Softwarekonzerne stehen vor dem gleichen Problem, siehe auch
ORACLE, PEOPLESOFT und die Franzosen. Eine überzogene
Wachstumsprämie ist also in der Bewertung nicht vertretbar. Es stehen
mithin 28,5 Mrd E. Börsenkapitalisierung gegen einen Umsatz um 8
Mrd E. in diesem Jahr. Der Cashflow wird mit Glück 900 Mio E. erreichen.
Die Gewinnschätzungen pendeln um 4 E. je Aktie, wobei der
Dollar auch eine hohe Gewichtung hat. Das ergibt ein KGV um 22/23
per 2004. Ist dafür ein Ansatz gegeben, über die Hürde von 100 E.
hinauszukommen?
Nur durch einen ungewöhnlichen/außergewöhnlichen Anstoß, der aus dieser genannten Bewertungs-Szene
hinausführt. Also entweder Kauf eines anderen Unternehmens oder, in lukrativer Form , eine neue Produktidee.
Andererseits ist unverkennbar, was Sie dem Chart ebenfalls entnehmen: Der langfristige Trend drückt sich bekanntlich
in der 200-Tage-Linie, aus und diese beginnt zu steigen. Das sichert den Kurs zumindest gegen einen "Unfall"
weitgehend ab. Die Tochter SAP SI sieht ähnlich aus, ist aber günstiger bewertet. Dieses IT-Beratungs- und
Systemintegrationshaus hat eine größere Chance für zweistelliges Wachstum der Umsätze und des Gewinns, bei
noch "auskömmlicher" Bewertung von etwa dem 1,2fachen Umsatz und KGV um vermutlich 11 - 12, bei allerdings
noch nicht sicherer Gewinnschätzung für 2004. l IDS SCHEER ist bereits abgehoben. Gewinn seit Jahresanfang
82,5 %, wobei sich meine ergänzenden Käufe schon bezahlt gemacht haben.
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n Zwischenbericht zu den jüngsten Empfehlungen: TECHEM erreichten Sie mit Brief Nr. 13 zwischen
7,50 und 8 E., inzwischen knapp 11 E. Das geht mir etwas zu weit, ändert aber nichts am Sachverhalt im
genannten Brief. Die scharfe Erholung deutet aber in Richtung des von mir genannten möglichen Übernahmeangebotes,
welches nicht unter 12/14 E. liegen kann. l SARTORIUS bestätigt inzwischen meine Prognose
von knapp 500 Mio E. Umsatz in diesem Jahr nach 476 Mio E. im letzten Jahr, obwohl das 1. Quartal mit
leicht rückläufigem Geschäft abschloß. Ganz wichtig: SARTORIUS ist nicht nur zuständig für Laborgeräte,
sondern zunehmend im Sektor Biotechnologie tätig. Nach Kursplus von knapp 20 % empfehle ich weitere
Käufe. l KÖNIG & BAUER schließt das erste Quartal mit negativem Umsatzverlauf, wie schon vorher avisiert.
Das führt zu keiner Änderung der Bewertung, aber einem etwas günstigeren Einstieg um 5 - 7 %. Nehmen
Sie die Limits leicht zurück. l MG TECH-Tochter GEA liefert mit den Jahreszahlen einen weiteren
Baustein für den Umbau der Gruppe. Die massive Verbesserung der Ertragslage trotz stagnierender Umsätze
läßt erkennen: Der Wert von GEA und DYNAMIT NOBEL sind die Eckwerte für die Neustruktur von MG
TECH. Ich unterstreiche mein Ziel von zunächst 12 - 14 E. l WEDECO hat sich verspekuliert, aber das
Kerngeschäft bleibt gesund. Die geplatzte Fusion mit TROJAN/Canada ist eher ein Problem der Großaktionäre
als ein solches von WEDECO. Zunächst: Kein Rückzug.
n Ist dies eine Turnaround-Spekulation oder zu riskant? TELEPLAN (ISIN: NL000 229 458 - 3,80 E.), der
zweite Ausländer im MDAX. Der holländische Reparatur-Dienstleister für PC, Drucker und Telekom-Geräte
überraschte mit einem schlechten Quartal, worauf der Kurs um 36 % einbrach. Ich habe zwei Wochen
gewartet, bis der Abgabedruck ausgelaufen sein dürfte. Tagesumsatz um nur noch 200 - 250.000 Stück.
Hat das Management geblendet oder sich verkalkuliert? Tatsächlich
haben verzögerte Auftragseingänge den Umsatz im 1. Quartal kaum
berührt, aber der Dollar, in dem 60 % der Umsätze abgewickelt
werden, ließ das Zahlenbild schlechter erscheinen als es strukturell ist.
Dazu kamen einmalige Lasten aus Restrukturierung. Nach meinen
Recherchen komme ich auf einen Jahresumsatz von etwa 280 - 290
Mio E. und auf eine Gewinnschätzung in der Größe von 1,70 E. je
Aktie. Das steht natürlich in keinem Verhältnis zum Kurs, weil dies ein
KGV von 3 ergibt. Die Zahlen sind also einigermaßen unlogisch. Das
Problem:
Kein Analyst glaubt den Firmen-Prognosen. Doch ich rechne mit der
Wahrscheinlichkeit. Nehmen Sie die aktuellen Zahlen für das erste
Quartal nicht als Messlatte. Bei einem Börsenwert um 100 Mio E. ist
das TELEPLAN-Geschäft unterbezahlt. TELEPLAN wird auf dieser
Basis ein Übernahmekandidat, weil man über diese Adresse seinen
Marktanteil wirklich günstig ausbauen kann. Wer bietet wie viel? Unter
6 - 7 E. ist nichts zu machen, eher 8 E. und mehr. So lautet das Urteil in
Amsterdam. Spielen Sie mit. Das ist eine wirklich brauchbare 50 %-
Chance, obwohl Sie im Moment gegen die Marktmeinung operieren.
n Ist das eine weitere Turn-around-Spekulation, ein Weltmarktführer auf Tiefstniveau? Mehr als drei Mal
bin ich darauf eingegangen aber Reaktion des Kurses gleich null. Ich gebe jedoch nicht auf:
DÜRR fiel bei Mini-Umsätzen auf den tiefsten
Kurs seit Börsennotierung. Als Weltmarktführer in
der Lackiertechnik (Autobau), aber auch Prüf- und
Automatisierungstechnik, liegt der Börsenwert nur
noch bei 213 Mio E. für einen Umsatz von 2,2 Mrd
E. Der Cashflow wird mit dem 2,5-fachen bezahlt,
das KGV liegt bei etwa 7. Allein das offene Eigenkapital
liegt 22 % über dem Börsenkurs. Eine der
Ursachen war wohl auch die Übernahme von
SCHENK, womit eine Reihe von
Restrukturierungsaufwendungen verbunden waren.
Dafür guter Auftragsbestand mit 1,8 Mrd E. oder fast
80 % des Jahresumsatzes. Wer bietet für DÜRR
und wird die Familie Dürr, die mehr als 51 % hält,
dem zustimmen? Denn DÜRR wäre in der Tat eine
äußerst interessante Ergänzung für einen deutschen Technologiekonzern im Großformat. Ich schließe dies nicht mehr
aus, nachdem die Familieninteressen in zwei Pakete gegliedert worden sind. Das ist mehr als eine 50 % - Chance,
wie selbst der Chart signalisiert.
Seite 5 24-05-2003/XL Nr. 21
n Im TecDax und seinem Umfeld tut sich das meiste. Ich erinnere daran: Die Grundposition sollte in einem
TecDax-Zertifikat bestehen. Doch in den einzelnen Aktien steckt natürlich mehr Musik, aber natürlich auch
mehr Risiko. Die Zwischengewinne in Titeln wie FUNKWERK, ELMOS, aber auch TECHNOTRANS oder
AIXTRON bzw. WEB.DE und sogar UNITED INTERNET rechtfertigen die Überprüfung bezüglich Ausbau oder
Abwarten, bis es billigere Kurse gibt. Meine Meinung: Keine vorzeitige Aufgabe dieser Engagements und wer
Zwischengewinne realisiert, löst die Positionen nicht vollständig auf, sondern nur die Hälfte.
NOVASOFT (ISIN: DE000 6778905 - 2 E.), nämlich als SAP-Beratungshaus. Im
letzten Jahr + 5 % im Umsatz = 72,1 Mio E., aber rückläufiger Gewinn. Das wird mit
auslaufenden Projekten erklärt. Bei einem positiven Geschäftsverlauf für SAP halte ich
einen positiven Verlauf für NOVASOFT ebenfalls für wahrscheinlich, wenn auch nicht
hinreichend begründet.
NOVASOFT gehörte früher zum Nemax und wurde nicht in den TecDax aufgenommen.
Damit steht diese Aktie im Schatten. Eine Gewinnschätzung je Aktie ist schwer
möglich. NOVASOFT wird mit dem SAP-Geschäft mitlaufen. Das ist im Moment der
einzig glaubwürdige Ansatz. Ich empfehle diese Aktie als kleine Spekulation auf dem
aktuellen Niveau.
AT&S (7,70 E.) kam eindrucksvoll über das schwierigste Chipjahr 2002 und erhöht
sogar noch die Dividende. In Zahlen: Umsatz plus 1 %, bereinigte EBIT-Marge 7,3 %,
aber Gewinn je Aktie nach den weggefallenen Belastungen (Werksstillegung in
Augsburg) mehr als verdoppelt. Für dieses Jahr erwartet AT&S "zwischen 10 - 20 %"
höheren Umsatz, so die offizielle Vorstandsversion.
AIXTRON ist als Chipausrüster/Zulieferer ebenfalls in die Chipeinschätzung komplett
eingebunden. 3 E. sind eine Kaufbasis, siehe auch AB Nr. 11/03.
n Sonderthema Telekommunikation. Alle reden von rückläufigen Investitionen und fallenden Gewinnen.
Aber die tatsächlichen Zahlen sehen ganz anders aus. Die weltweiten IT-Investitionen nehmen nicht ab,
sondern zu. Das gilt natürlich als Langfristperspektive. Vor allem:
Die IT-Investitionen in Europa nehmen durchweg zu. Ohne Ausnahme und in
allen Ländern. Grossbritannien ist Nr. 1, Deutschland Nr. 2. Die Rangfolge
entnehmen Sie der nebenstehenden Tabelle. Wichtig ist die Gesamtzahl:
Erstmals werden im kommenden Jahr mehr als 300 Mrd E. in IT investiert. Die
US-Daten liegen noch nicht vor, bewegen sich jedoch im gleichen Trend.
Der "Erwartungshorizont" für die Ausrüster erhält damit einen neuen Akzent.
Insbesondere gilt dies für die zwei Europäer ALCATEL und ERICSSON.
Die Franzosen haben deutlich mehr zugelegt als ERICSSON, aber der Weltmeister
in der Handy-Ausrüstung ist mit den jüngsten "Sanierungsbemühungen" bei
gleicher Qualität auf gleichem Niveau. Das bedeutet:
Bei ALCATEL warte ich auf eine technische Korrektur. Der Marsch von 2,50
bis 7,60 E. war etwas zu schnell. Korrekturrisiko geht bis 6,70 E.
Bei ERICSSON keine zu frühen Gewinnmitnahmen, obwohl E. in den Medien
und von den Analysten noch sehr zurückhaltend beurteilt wird. Mein nächstes
Ziel für diese Aktie liegt bei 1,10/1,20 E. gegen aktuell 0,88 E. Das Fernziel liegt
deutlich höher, ist aber nicht vor Juli zu definieren.
Was die ganze Branche zeigt, färbt auch bis auf den kleinsten Titel ab. Das reicht bis zu den Handy-
Herstellern oder der diesbezüglichen Peripherie. Womit ich wieder bei Deutschland bin:
CEAG arbeitet wieder mit schwarzen Zahlen. CEAG ist als Quandt-Aktie einer der größten Hersteller von
Ladegeräten für Handys. Im 1. Quartal 40,1 Mio E. Umsatz, aber - 19 % gegenüber Vorjahr. Doch 17 % stammen
allein aus Wechselkurseinflüssen. CEAG notiert jetzt auf absolutem Tief. Bei einem Absatzvolumen von
FRIWO Netz-und Ladegeräten von voraussichtlich 120 Mio Stück ist CEAG eine "special situation" im Sektor IT
für "Liebhaber" solcher Gelegenheiten.
Bitte beachten: AB-Daily stelle ich in der Regel morgens ab ca. 10.00 Uhr ins Netz. In den nächsten Tagen
werden die Rückkäufe in den Finanzaktien wahrscheinlich besondere Bedeutung haben. Entsprechend der
beschriebenen Volatilität, und am Beispiel von ALLIANZ: Wer bei 40/50 E. kaufte, realisierte bei vermutlich 68/
69 E. und muß Rückkauf bei ca. 56/58 E. ins Auge fassen. Deshalb AB-Daily lesen.
24-05-2003/XL Nr. 21 Seite 6
n n n Die WALL STREET ...
... steht unmittelbar davor, die Wende zu komplettieren. Was kommt danach,
wenn die technische Bestätigung noch in diesem Monat oder im Juni von den Märkten gegeben wird?
Der S+P 500 sieht noch günstiger aus als der Dow Jones
(S. 1). Es fehlen nur noch marginale Anstöße, um aus
dieser "Bodenbildung" nach oben auszubrechen. Überzeugend
ist ferner:
Die 200-Tage-Linie wurde gekreuzt und sie selbst beginnt
zu steigen. Darin erkennen Sie den mittelfristigen Trend
des gesamten Marktes für die kommenden Monate. Unterstützt
wird dies durch die Relationen Advance/Decline und
neue Höchst- und Tiefstkurse, die ich fast täglich in der AB
Daily kommentiere.
Gegen einen schnellen Ausbruch spielt im Moment
lediglich die leicht überkaufte Marktposition, die eine
Ruhepause für ein bis zwei Wochen nahe legt.
Die volkswirtschaftlichen Zahlen werden erst ab Juli aussagefähig. Ich wiederhole diese Mahnung, weil
die jüngsten Resultate mehrdeutig sind. Es zeichnet sich jedoch schon ab: Die Erwartungsindizes
(Verbrauchervertrauen) sind bereits positiv, die faktischen Resultate der Statistik noch negativ. Auf die Bestätigung
dieses gesamten Bildes wartet offensichtlich auch FED-Chef Greenspan. Dafür gibt's Besonderheiten:
APPLE COMPUTER stellt die gesamte Musikbranche in
den Schatten. Mit der soeben gestarteten Internet-Plattform
erreichte der PC-Hersteller über 200.000 neue Kunden
und verkaufte in der ersten Woche 1 Mio Musikstücke. Das
Schlüsselwort heisst "Musicstore". Und dies als PCHersteller.
Denn mit Musicstore kann jeder für 99 Cent pro
Lied Musik online herunterladen. Die technische Konsequenz
lautet: Die neue APPLE-Technik macht CD und DVD
überflüssig. Dann steht der ganze Musikmarkt Kopf, so die
aktuelle Einschätzung der Marktexperten, die ich diesbezüglich
weitergebe. Jedenfalls:
APPLE COMPUTER erhält ein zweites Bein und eine
Marktstellung, die diese Firma sofort zum Übernahmekandidaten
macht, wenn die Großen wie SONY oder AOL
TIME WARNER die Dimensionen begriffen haben, die
darin stecken.
Das Ganze ist erst 14 Tage alt, Kursreaktion von APPLE: Von 13 $ im Tief bis 19 $ im Hoch. Eine Anfangsposition
würde ich billigst wagen, um den Fuß in der Tür zu haben. Diese Aktie gehört ohnehin zu den
Werten meiner Dispoliste. Ich hatte letzthin fasziniert auf den Chart geschaut, aber den Anstoß nicht gefunden.
Das dürfte "Musicstore" nun sein.
Zu den anderen Technologie-Werten: GATEWAY erwischten Sie kürzlich bei 2 $ für Zu- oder Neukäufe.
Inzwischen bei 3,20 $. 3,80 oder 4 $ sind möglich. Dann werden Zwischengewinne zu überlegen sein. l SUN
MICROSYSTEMS erreichte rund 4,50 $. Ziel 5,20 - 5,50 E. sind aktuell möglich. Hier werden ebenfalls Teilgewinne
realisiert, was Sie bitte jetzt schon vorsehen. l NVIDIA erreichten fast 22 $ nach Einstieg bei 12 $.
Sollten 24 $ erreicht werden, verkaufen Sie nicht die gesamte Position. Das wäre mir zu riskant. Teilgewinne
für die Hälfte zu sichern wäre akzeptabel. l COMPUWARE lief meiner Empfehlung in der letzten AB beinahe
davon. Auch hier gilt: Zur Hälfte billigst, zur Hälfte mit 5 $ limitieren. l MICRONTECH entwickelte sich ähnlich,
ist aber noch günstig. Gehen Sie bis 11 $ mit. Rückfallrisiko beträgt aber 2 $. Dann müßte nachgekauft werden.
l SYMBOLTECH schaffte annähernd 13 $. Das sind ca. 50 % Zwischengewinn gegenüber den Neukäufen. 15
$ halte ich für aktuell möglich, lasse aber Gewinnmitnahmen noch offen. l APP MATERIALS erreichten
beinahe 14 $ in der allgemeinen Abstufung, worauf ich eingegangen bin. Bleiben Sie bei diesem Limit. l Für
ADOBE erhöht sich das Kursziel dagegen um weitere 6 $ auf 42 $.
Resümee: Unterscheiden Sie zwischen den langfristigen Trends und den kurzfristigen Potentialen. Steigt ein
Papier um mehr als 50 %, sind technische Korrekturen höchst wahrscheinlich. Das gehört zur Konsolidierung.
Seite 7 24-05-2003/XL Nr. 21
n Die Special Situation gibt es auch in New York. Also wirkliche neue Technologie, die wegweisend ist.
Eine Aktie dieser Art heißt ....
CREE INC (CREE - 18 $). Dieses Unternehmen ist spezialisiert
auf sog. Leuchtdioden, die auf Halbleiterverbindungen
beruhen und Strom direkt in Licht umwandeln. Die Anwendungen
sind vielfältig: Über Handy bis Innen- und Außenbeleuchtung
von Autos bis zu elektronischen Billboards.
Blaue Laser von CREE verändern auch optische Speichermedien.
Doch auch CREE wurde in der Technikkrise von
ursprünglich 102 $ auf 10 $ redimensioniert. Jetzt gilt: Der
CREE-Umsatz zog im letzten Quartal um 80 % an. Die
Betriebsmarge erhöhte sich auf 25 % bzw. 12 Mio $
Cashflow. CREE arbeitet ohne einen Dollar Schulden.
Börsenwert: 1,3 Mrd $. Das bedeutet rund Faktor 5. Setzt
sich aber das Umsatzwachstum in dieser Form fort, wovon
in Kalifornien ausgegangen wird, sind in diesem Jahr auch
350 Mio $ möglich. Dann errechnet sich ein Faktor 3. Das ist
für ein derart rasantes Wachstum in der Hochtechnologie
vertretbar. Vor diesem Hintergrund schauen Sie auf die
Markttechnik. Hier zeigt sich eine langfristige Wende, worin jede Menge Phantasie liegt.
Die "Old Boys" der Technologie sehen nicht unähnlich aus. Das ist sozusagen die solidere Variante mit
allerdings geringerer Phantasie. Ich neige dennoch zu einer neuen Kaufempfehlung, nämlich für UNISYS.
Wer nutzt die Gelegenheit? Vor vier Jahren mißlang der
Versuch, UNISYS zu übernehmen. Interessiert waren GENERAL
ELECTRIC und UNITED TECH. Die Übernahme scheiterte
an Einsprüchen der Kartellbehörde. UNISYS kostet jetzt
nur 3,6 Mrd $ für einen Umsatz von 6 Mrd $, bei einem KGV
von 12,2. Werden 11,50 $ übersprungen, ergibt sich sogar
ein technisches Kaufsignal. Dies sieht verlockend aus. Denn
dann eröffnet sich mindestens ein Spielraum bis 15/16 $.
UNISYS zeigt damit eine ähnliche Situation wie die anderen
"Old Boys" der Technologie, TEXAS INSTRUMENTS, die
bereits ausgebrochen sind und daraufhin 25 % zulegten
oder MOTOROLA, die dies noch nicht geschafft haben, aber
andererseits XEROX, die gerade mittendrin stehen: Siehe AB
Nr. 19/03. Das ist wiederum weitgehend identisch mit dem
Bild, was Ihnen der S & P 500 auf S. 6 zeigt.
n Die US-Pharmatitel stehen in Warteposition. Was ein richtiges Medikament bringt, zeigte soeben
GENENTECH mit 44,7 % Tagesgewinn am vergangenen Montag. Meine Empfehlung datiert vom 25.01.03 in
der AB Nr. 04/03. Ich erweitere mein Pharmaportfolio um eine weitere Aktie:
WYETH (WYE - 43 $) ist die frühere AMERICAN HOME,
der es nicht gelang, mit einem anderen zu fusionieren.
Börsenwert 55,6 Mrd $ stehen gegen 15 Mrd $ Umsatz.
KGV 15 für die Gewinnschätzungen per 2004. Was reizt, ist
die Markttechnik, denn WYETH ist ebenso wie BRISTOL
MYERS ein Übernahmekandidat. Wird jedoch geboten, ist
der Zug abgefahren. Deshalb entweder jetzt investieren
oder gar nicht. Im übrigen:
PFIZER und MERCK als Nr. 1 und Nr. 2 zeigen eine sehr
ähnliche Markttechnik, allerdings nicht auf so niedrigem
Niveau, während BRISTOL MYERS ab 28 $ ein erstes
Kaufsignal erhält, ebenfalls vor einem sehr langen Boden
von nunmehr zehn Monaten. Das ist identisch mit der
Markttechnik von GENENTECH.
Insgesamt: Der Trend der Pharmatitel ist eine wichtige Unterstützung für den Gesamtmarkt.
24-05-2003/XL Nr. 21 Seite 8
Mit freundlichen Grüßen
herzlichst Ihr
(Hans A. Bernecker)
Zur deutschen Lage: Wir leben in einer Zeit, in der die
Menschen nicht wissen, was Sie wollen, aber alles tun,
um es zu bekommen.
n n n An den EURO-BÖRSEN ...
... ist Stock-Picking noch weiter das lukrativste Geschäft. Risikoquote relativ hoch,
aber Erfolgsquote um so höher. Hierbei wissen Sie: Diese Turnarounds beruhen nicht immer auf reinen
Absturzkandidaten mit Pleitegefahr, worauf ich ausdrücklich hinweise. Typischer Fall ist EMI London, die ich
Ihnen vor acht Tagen an dieser Stelle empfahl. Die weiteren Möglichkeiten:
AKZO NOBEL (21 E.) ist der achtgrößte Chemiekonzern der Welt und
hat sich dennoch halbiert bzw. geviertelt gegenüber dem Topstand.
Aktueller Börsenwert nur noch 6,7 Mrd E. für einen Umsatz von über 15
Mrd E. und KGV 8,1. AKZO arbeitete bisher ähnlich wie BAYER: Pharma
und Chemie unter einem Dach. Über ein Splitting wird noch in diesem
Jahr entschieden. Über die anschließenden Kurse kann im Moment nur
spekuliert werden. Doch ähnlich wie bei BAYER: Der Wert beider Beine
liegt wesentlich höher als der aktuelle Börsenwert von AKZO. Es kommt
auf den Weg der Ausgliederung an und auf die Abrechnungskurse.
Möglich ist ein Börsengang der Pharmasparte, aber auch die Kombination
mit einem anderen. Gehen Sie so vor: Erstkauf bei 20 E. als Anfangsposition.
Technisches Schwächerisiko geht bis auf 18 E. in der laufenden
Konsolidierung. Erstes Ziel über 6 - 12 Monate sind jedoch 30/31 E. l
NUMICO läuft bereits flott voran: Am 22.03. noch bei 4,60 E. zu haben,
jetzt bereits 11,50 E., und ich erhöhe das Kursziel zunächst auf 14/15 E.
mit späterer Erweiterung bis 18 E.
n In Zürich entwickelt sich eine ähnliche Turnaround-Spekulation in der gleichen Branche, die ebenso
"umstritten" ist: CLARIANT (15 CHF). Der Absturz von 100 CHF auf 9,60 CHF ist schon ein seltener Fall, der
nun einen neuen Denkansatz bietet:
CLARIANT setzt sich zusammen aus den Resten von CIBA und
SANDOZ zum einen sowie HOECHST zum anderen, beging aber den
strategischen Fehler eines englischen Erweiterungskaufes, der sich
als Milliardengrab erweist. CLARIANT ist aber gleichwohl einer der
großen Spezialchemie-Betriebe mit einem Umsatz von ca. 9 Mrd CHF. Jetzt
geht es um die massive Reduzierung der Nettoverschuldung nach dem
desolaten Ergebnis der englischen Tochter. Dieser Umbau wird vor 2004
nicht erledigt sein. Bis Ende dieses Jahres soll die Nettoverschuldung
jedoch von 3,66 Mrd CHF auf unter 2,5 Mrd CHF reduziert werden. Das
Eigenkapital beträgt nur noch 947 Mio CHF. Das ist zweifellos ein Grenzwert.
Börsenwert von CLARIANT aktuell nur noch 1,9 Mrd CHF.
Mein Rat: Beginnen Sie mit ersten Käufen zwischen 10 CHF und 13 CHF,
auch eine Billigstposition in kleinem Rahmen ist vertretbar. Denken Sie an
ABB bei damals 1,60 CHF und inzwischen 4,50 CHF. Hier warte ich
übrigens auf einen neuen Einstiegskurs knapp unter 4 CHF.
n  Wie weit geht die VA TECH-Spekulation in Wien? Diese Aktie hatte ich Ihnen am 12.04. in AB 15/03 bei
20 E. empfohlen. Inzwischen 26 E. nach überraschendem Einstieg eines Investors, der das 16,6 %-Paket des
Staates übernommen hat, was zunächst noch bei VOEST geparkt war. Meine Recherche in Wien ergibt: Ein
Abfindungsangebot gibt es nicht, aber Neuausrichtung von VA TECH mit der Absicht, über den Erwerb deutscher
Geschäftsfelder zu expandieren. Geprüft werden zur Zeit mehrere Objekte aus deutschen Industriekonzernen,
die als ganze Sparten zur Disposition stehen. Zielgröße für den Umsatz sehe ich zunächst bei 30/32
E. Vergleichen Sie auch AB Nr. 15/03.
AKZO

Gruß Pichel DDF Actienbörse Nr. 21 1040213

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