Aktien-Indizes
Der gestrige Handelstag passte sich noch in das allgemein gültige Gesamtbild der Kursverläufe, so wie wir es bis gestern Morgen diagnostizierten, ein. Noch unterstellen wir potentielle, impulsbestätigende Staubereiche innerhalb intakter, aufwärts ausgerichteter Bewegungsimpulse. Ungeachtet dieser Tatsache, müssen wir jedoch auf zwei Aspekte aufmerksam machen, welche einer uneingeschränkt positiven Betrachtung entgegenstehen:
(1) der Zeitfaktor: wir wiesen in den letzten Kommentaren darauf hin, dass sich die Markttechnik eintrüben wird, je länger die Staubereichsphase anhalten wird. Diese Aussage bezieht sich in erster Linie auf die vorliegende Schwungkraft und Bewegungsdynamik.
(2) die Beachtung der Reaktionspotentiale als „Reißleine“ unserer (noch) optimistischen Erwartungshaltung.
Der gestrige Börsentag war im Grunde eine Enttäuschung, sofern wir uns ansehen, was die Börsen aus der bisherigen Ausgangslage gemacht haben. Besonders in Europa dominierten ausgeprägte Lunten innerhalb der laufenden Staubereiche, was als Indiz einer Dominanz der Nachfrageseite gewertet werden konnte. In den Kursverläufen der vier US-Indizes mündeten die Kursverläufe bis einschließlich Dienstag in Doji-ähnliche Tagesmuster, was zumindest keinen erhöhten Abgabedruck signalisierte. Der japanische Nikkei 225 zeigte sich gestern auf Niveau des Dienstag-Schlusskurses gehalten (Doji). Auffällig im Kursverlauf des HSI war die Tatsache, dass es hier nicht gelang, den Kursrutsch vom Montag nennenswert zu korrigieren.
Mit der gestrigen Kursentwicklung der Aktienseite, wurde die temporär positive Ausgangslage innerhalb intakter Staubereiche jedoch abgeschwächt, nachdem die Tageskörper wieder ausgeprägter auftreten und die Lunten im Gegenzug kürzer ausfallen. Charttechnisch wichtige Indikationen, die daraus schließen lassen, dass sich zumindest kurzfristig ein positiver Impuls doch nicht durchsetzen wird, lässt sich noch nicht klar herausarbeiten, aber wir zeigen uns alarmiert.
In der praktischen Konsequenz gilt für die Aktienseite, dass eventuell bestehende Long-Positionen, welche in Erwartung der Fortsetzung des jüngsten Aufwärtsimpulses eingegangen wurden, engmaschig abgesichert werden sollten. Dieser Aspekt ist wichtig, denn sollte ein Stimmungsumschwung eintreten, kann ein Fall des Kurses aus den gültigen Konsolidierungsbereichen heftig verlaufen. Der Neuaufbau von strategischen Long-Positionen, sollte aus unserer Sicht dagegen vorerst zurückgestellt werden. Auch wenn bei einer strategisch gesehen, noch immer optimistisch guten Ausgangslage tiefere Kurse gute Einstiegsniveaus versprechen, sollte dennoch erst abgewartet werden, ob die laufenden Konsolidierungen wenigstens ihren Bestand halten können. Aussagen dazu werden wir im heutigen Handelstagebuch treffen können.
Umdenken müssen wir, wenn die Kurse der Aktien-Indizes ihre errechneten minimalen Reaktionspotentiale unterschreiten. Und hier gilt, dass diese Niveaus, trotz der vorliegenden Staubereiche, rasch erreicht werden können. Demnach sollte auch unbedingt auf diesen Aspekt im Bezug auf ein Festhalten an einer optimistischen Erwartungshaltung gedacht werden.
Öl-PreisTechnisch auffällig ist die derzeit laufende, erneute Abschwächung des Öl-Preises. Noch im gestrigen Kommentar diskutierten wir die grundsätzliche Frage, ob wir mit einer breit angelegten Konsolidierung rechnen werden können und skizzierten dieses Szenario als das wahrscheinlichste Ereignis. Heute Morgen achten wir zumindest jedoch im Kursverlauf des Brent-Crude-Oil auf das Kursniveau um 70.86 USD, einer untergeordneten Unterstützung, eher Orientierungsmarke, deren Bruch den Weg in Richtung 66 USD eröffnen würde. Nicht unerheblich in diesem Zusammenhang ist die bereits gestern erwähnte Tatsache, dass zumindest im Kursverlauf des Brent-Crude-Oil die jüngste Reaktion (bis gestern) im Bezug auf die Abschwächung der letzten Handelstage, überaus mager ausfiel, was ein erhöhtes Risiko weiter fallender Kurse signalisiert.
Strategisch gesehen, behalten sowohl im Brent-Crude-Oil, als auch im Sweet-Oil die primären Aufwärtstrends ihre Gültigkeit bei, doch scheint sich die Gefährdung ihres Bestandes mit Blick auf Schwungkraft und Dynamik zu erhöhen. Unter charttechnischen Gesichtspunkten verweisen wir besonders auf die Nähe der primären Trendbegrenzungslinie im Kursverlauf des Sweet-Oil.
Praktisch gesehen, sollte auch hier eine mittelfristig ausgerichtete Neupositionierung auf der Long-Seite vorerst zurückgestellt werden, da sich die markttechnische Beurteilung der Qualität der Primärtrends derzeit auffällig eintrübt.
Bund-FutureFür den Kursverlauf des Bund-Future zeichneten wir in den letzten Tagen ein optimistisches Bild, welches mit Überwindung der Widerstandsebene im Bereich um 117.08 / 117.26 eine Bestätigung fand. Als nächst höheren Widerstand definierten wir den Bereich um 118.86.
Diagnostizieren wir den Kursverlauf des FGBL, können wir folgende Aspekte festhalten:
(1) charttechnisch gesehen, liegt uns derzeit ein charttechnisch intakter Aufwärtstrend vor, markttechnisch über die Ausrichtung des set-up bestätigt.
(2) aktuelles Unterstützungsband 117.26 / 117.08, derzeit gültiger „Ziel-Widerstand“ bei 118.86.
(3) Korrekturpotentiale, im Bezug auf den jüngsten Aufwärtsimpuls seit dem 15. August, berechnen sich wie folgt:
117.23 / 117.13 Minimumkorrektur
116.89 Normalkorrektur
116.66 / 116.56 Maximumkorrektur
(4) auffällig ist hierbei, dass die errechnete Minimumkorrektur mit dem derzeit gültigen Unterstützungsband bei 117.26 / 117.08 zusammenfällt. Dieser Aspekt erhöht die analytische Bedeutung der Unterstützung.
Der gestrige Kursverlauf brachte eine kleine, bisher noch unbedeutende und das Gesamtbild nicht störende Zwischenreaktion, wir halten allerdings noch immer an unserer optimistischen Erwartungshaltung fest.
Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Handelstag !!
Uwe Wagner
Gruß Moya 