16:02 13Aug2002 RTRS-FOKUS 1-D.Logistics strebt Schuldenabbau an
Mainz, 13. Aug (Reuters) - Der in den vergangenen beiden Jahren stark expandierte Logistikdienstleister D.Logistics AG sieht sich bei der eingeleiteten Restrukturierung auf einem guten Weg.
"Das Desinvestitionsprogramm ist sehr weit fortgeschritten", sagte Vorstandschef Detlef Hübner am Dienstag auf der Hauptversammlung in Mainz. Durch den Verkauf margenschwacher Geschäftsbereiche sollen Sparten verschlankt werden, um Schulden abzubauen. "Bis Ende 2002 besteht eine gute Chance, dass wir ein komplett entschuldetes Unternehmen sind", sagte Hübner mit Blick auf die Entwicklung in der AG. Einen Ausblick für das Gesamtjahr 2002 gab er allerdings nicht. "Wir haben Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen", sagte er nur. Aktionärsvertreter kritisierten eine maßlose Expansionspolitik von D.Logistics und forderten die Führung auf, die Zukunft aktiv zu gestalten und nicht nur auf einen Konjunkturaufschwung zu setzen.
BÜNDELUNG VON INDUSTRIEVERPACKUNGS-AKTIVITÄTEN IN HOLDING
Im Zuge der Konzentration auf die Kerngeschäfte gab Hübner bekannt, die Aktivitäten in der Industrieverpackung in einer neuen Holding zusammenzulegen. Die operative Geschäftsführung werde durch die bisherigen Geschäftsführer der Deufol/Baumann GmbH, Manfred Wagner, und der Deutschen Tailleur, Axel Wöltjen, übernommen. Die bisher von einer Firmengruppe um Wagner gehaltenen 49-prozentigen Anteile an der Deufol/Baumann-Gruppe werden zudem in die neue Holding eingebracht. D.Logistics werde künftig 55 Prozent an der Industrieverpackungs-Holding halten.
D.LOGISTICS-CHEF RÄUMT FEHLER BEI EXPANSION EIN
Gegenüber den Aktionären räumte Hübner Fehler bei der Expansion ein. "Ja, wir sind zu schnell gewachsen", sagte er. Durch Desinvestitionen und Konzentration auf "langlaufendes und margenstarkes Geschäft" wolle er D.Logistics wieder auf Kurs bringen. Hübner kündigte für dieses Jahr ein weiteres Aktionärstreffen an. Die im Auswahlindex Nemax50 gelistete D.Logistics konzentriert sich auf die Geschäftsbereiche Airport Services, Konsumgüter, Automotive, Industrieverpackungen sowie Chemie. "Die Geschäftsbereiche, so wie sie heute aufgestellt sind, erscheinen mir durchaus als werthaltig", sagte Hübner.
Anfang des Jahres zog sich die Gesellschaft aus dem Bereich IT/E-Commerce zurück. "Die Investitionen haben sich ganz klar als Flopp erwiesen", zeigte sich Hübner selbstkritisch. Weitere Belastungen aus diesem Bereich seien nun aber nicht zu erwarten, versicherte Vorstand Heinz Fey, der die finanzielle Lage der rund 6000 Mitarbeiter zählenden Gesellschaft als gesichert ansieht. Im Februar hatte D.Logistics in der AG einen Liquiditätsengpass eingeräumt, der aber kurze Zeit später wieder behoben wurde. Hübner zeigte sich zuversichtlich, die AG bis zum Jahresende zu entschulden. Fey bezifferte die Verschuldung in der AG, zusammengesetzt aus Bankverbindlichkeiten und dem Kaufpreis für die im vergangenen Jahr übernommene CSC, per Ende März auf rund 60 Millionen Euro.
Einen Ausblick für das Jahr 2002 gab Hübner aber erneut nicht. Er erwarte in der zweiten Jahreshälfte keinen konjunkturellen Aufschwung, sagte der Firmenchef lediglich auf Nachfrage. 2001 hatte D.Logistics seine mehrfach zurückgenommene Umsatzplanung verfehlt und einen Verlust von 25,7 Millionen Euro ausgewiesen. Auch in den ersten drei Monaten 2002 verbuchte der Konzern bei einem Umsatz von 110,7 Millionen Euro einen Verlust von 2,53 Millionen Euro.
Mainz, 13. Aug (Reuters) - Der in den vergangenen beiden Jahren stark expandierte Logistikdienstleister D.Logistics AG sieht sich bei der eingeleiteten Restrukturierung auf einem guten Weg.
"Das Desinvestitionsprogramm ist sehr weit fortgeschritten", sagte Vorstandschef Detlef Hübner am Dienstag auf der Hauptversammlung in Mainz. Durch den Verkauf margenschwacher Geschäftsbereiche sollen Sparten verschlankt werden, um Schulden abzubauen. "Bis Ende 2002 besteht eine gute Chance, dass wir ein komplett entschuldetes Unternehmen sind", sagte Hübner mit Blick auf die Entwicklung in der AG. Einen Ausblick für das Gesamtjahr 2002 gab er allerdings nicht. "Wir haben Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen", sagte er nur. Aktionärsvertreter kritisierten eine maßlose Expansionspolitik von D.Logistics und forderten die Führung auf, die Zukunft aktiv zu gestalten und nicht nur auf einen Konjunkturaufschwung zu setzen.
BÜNDELUNG VON INDUSTRIEVERPACKUNGS-AKTIVITÄTEN IN HOLDING
Im Zuge der Konzentration auf die Kerngeschäfte gab Hübner bekannt, die Aktivitäten in der Industrieverpackung in einer neuen Holding zusammenzulegen. Die operative Geschäftsführung werde durch die bisherigen Geschäftsführer der Deufol/Baumann GmbH, Manfred Wagner, und der Deutschen Tailleur, Axel Wöltjen, übernommen. Die bisher von einer Firmengruppe um Wagner gehaltenen 49-prozentigen Anteile an der Deufol/Baumann-Gruppe werden zudem in die neue Holding eingebracht. D.Logistics werde künftig 55 Prozent an der Industrieverpackungs-Holding halten.
D.LOGISTICS-CHEF RÄUMT FEHLER BEI EXPANSION EIN
Gegenüber den Aktionären räumte Hübner Fehler bei der Expansion ein. "Ja, wir sind zu schnell gewachsen", sagte er. Durch Desinvestitionen und Konzentration auf "langlaufendes und margenstarkes Geschäft" wolle er D.Logistics wieder auf Kurs bringen. Hübner kündigte für dieses Jahr ein weiteres Aktionärstreffen an. Die im Auswahlindex Nemax50 gelistete D.Logistics konzentriert sich auf die Geschäftsbereiche Airport Services, Konsumgüter, Automotive, Industrieverpackungen sowie Chemie. "Die Geschäftsbereiche, so wie sie heute aufgestellt sind, erscheinen mir durchaus als werthaltig", sagte Hübner.
Anfang des Jahres zog sich die Gesellschaft aus dem Bereich IT/E-Commerce zurück. "Die Investitionen haben sich ganz klar als Flopp erwiesen", zeigte sich Hübner selbstkritisch. Weitere Belastungen aus diesem Bereich seien nun aber nicht zu erwarten, versicherte Vorstand Heinz Fey, der die finanzielle Lage der rund 6000 Mitarbeiter zählenden Gesellschaft als gesichert ansieht. Im Februar hatte D.Logistics in der AG einen Liquiditätsengpass eingeräumt, der aber kurze Zeit später wieder behoben wurde. Hübner zeigte sich zuversichtlich, die AG bis zum Jahresende zu entschulden. Fey bezifferte die Verschuldung in der AG, zusammengesetzt aus Bankverbindlichkeiten und dem Kaufpreis für die im vergangenen Jahr übernommene CSC, per Ende März auf rund 60 Millionen Euro.
Einen Ausblick für das Jahr 2002 gab Hübner aber erneut nicht. Er erwarte in der zweiten Jahreshälfte keinen konjunkturellen Aufschwung, sagte der Firmenchef lediglich auf Nachfrage. 2001 hatte D.Logistics seine mehrfach zurückgenommene Umsatzplanung verfehlt und einen Verlust von 25,7 Millionen Euro ausgewiesen. Auch in den ersten drei Monaten 2002 verbuchte der Konzern bei einem Umsatz von 110,7 Millionen Euro einen Verlust von 2,53 Millionen Euro.