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CONSORS WEEKLY NEWSLETTER Nr. 2000/46
Der kostenlose, wöchentliche Newsletter der
Consors Discount-Broker AG Freitag, 17. November 2000
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THEMEN DIESER AUSGABE:
1. CONSORS INTERN
2. MARKTANALYSE DEUTSCHER MARKT
3. GEWINNER UND VERLIERER DER WOCHE
4. CONSORS FAVORITEN
5. MUSTERDEPOT
6. NEUER MARKT REPORT
7. EMPFEHLUNGEN INLAND
8. EMPFEHLUNGEN AUSLAND
9. DISCLAIMER
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1. CONSORS INTERN
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BB-Invest mit neuem E-Business Fonds
Am 01.11.2000 legte die BB-Invest den Fonds BB-TMT.com-Invest (WKN 531
987) auf, der überwiegend in Standardwerte, aber auch in ertragsstarke
Titel des Neuen Marktes investiert. Die Anlage erfolgt in Unternehmen,
die aufgrund ihrer Marktstellung und ihres Unternehmenskonzeptes
bezüglich der Perspektiven, die das Internet für die weitere Zukunft
bietet, gut positioniert sind. Regulärer Ausgabeaufschlag: 5 %, Con-
sors-Preis: 2,5 %, Mindestanlage: 500 EUR.
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2. MARKTANALYSE
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Aktienmärkte, 47. Woche vom 20. bis 24. November 2000
Die Hoffnungen auf einen "Goldenen Herbst" am Aktienmarkt schwinden
und machen trüben grauen Novembertagen und einer depressiven Stimmung
Platz. Das Vertrauen auf baldige Besserung der Aktienmarktsituation
wird durch Gewinnwarnungen, insbesondere bei TMT-Werten (Technologie-
Medien-Telekommunikation), Empfehlungsherabstufungen von Researchhäu-
sern und schwachen Vorgaben der US-Börsen zusehends aufgerieben.
(Alle nachfolgenden Indexstände beziehen sich auf 17. November 2000 um
19.43 Uhr MEZ).
Der Deutschen Aktienindex DAX konnte zwar im Rahmen seines "Herbstaus-
fluges" mit dem Wochenverlaufshoch bei 6976 an der 7000er-Marke
schnuppern. holte sich dabei aber anscheinend einen "amerikanischen
Schnupfen" und schloß zuletzt bei 6741 Punkte um 1,6 % unter Vorwo-
chenniveau.
Beim Blick auf einzelne DAX-Werte zeigten sich im Wochenverlauf mar-
kante Einzeltagesschwankungen in beide Richtungen, z. B. bei Deutsche
Telekom, Epcos (positive Zahlen erwartet), Henkel (Quartalsbericht
enttäuschte), Infineon, SAP Vorzüge und Siemens. Besondere Freude
bereitete die Deutsche Lufthansa ihren Anlegern. Erst überraschte der
Vorstand mit brillianten Neunmonatszahlen, dann die Aktie mit einer
Kursrallye. Weitere positive Kursausschläge gab es bei Allianz, Degus-
sa, KarstadtQuelle, Schering und ThyssenKrupp. Enttäuschung dagegen
bei den Henkel-Aktionären, dafür sorgte der negativ interpretierte
Quartalsbericht, insbesondere im Hinblick auf fehlende Perspektiven
zur Ausgliederung der Chemiesparte Cognis. Auch die DaimlerChrysler-
Aktien sorgte mal wieder für schlechte Stimmung, da weiterhin mit
Schwierigkeiten bei Chrysler zu kämpfen ist. Erst wurde der Vorstand
des amerikanischen Automobilbauers Jim Holden durch den Deutschen
Dieter Zetsche ersetzt, dann stuften u. a. die Analysten von Goldman
Sachs die Aktie auf Marktperformer herunter; schmerzhafte Kursverluste
blieben dadurch nicht aus. Abwärts ging es auch mit den Kursen bei Ba-
yer (Quartalsbericht nicht zu-friedenstellend) und den Versorgerwerten
infolge von Gewinnmitnahmen.
--- 1. Neuer Markt Deutschland ---
Per Saldo scheint der Neue Markt seit Monaten nur eine Richtung zu
kennen - nach unten. Seit seinem Hoch am 10. März bei 8546 Punkten hat
der Nemax All Share bis heute knapp 60 % verloren. Da ist aus dem
Kapitaleinsatz so manchen Anlegers ein "kleines" Vermögen geworden.
Was der Neue Markt auch diese Woche wieder präsentierte, war wenig
erfreulich. Die schlechten Vorgaben der Nasdaq setzten den Neuen Markt
deutlich unter Druck. Vor allem institutionelle Investoren hatten sich
im größerem Stil von ihren Werten getrennt und den Neuen Markt auf ein
neues Jahrestief gezwungen. Zwischenerholungen sind vorwiegend von
Privatinvestoren getragen worden. Bis zum Freitagschluß ging es
abwärts auf einen Stand von zuletzt 3652 beim Nemax 50 und 3462 beim
Nemax All Share. Die Wochenperformance beim Nemax 50 betrug minus
10,2 %. Der Nemax All Share schlug sich mit minus 9,8 % nur unwesent-
lich besser. Die Wochenverlaufshoch- und -tiefpunkte lagen beim Nemax
50 bei 4066/3611. Der Nemax All Share markierte mit 3806/3440 seine
Verlaufsextremwerte.
Die Unterstützungszonen von 3860 bzw. 3660 bei Nemax 50 bzw. Nemax All
Share wurden nach unten durchbrochen. Der Neue Markt entwickelt nach
wie vor wenig Eigenleben, sondern klammert sich an die Entwicklung der
Nasdaq. Insofern relativiert sich die isolierte technische Betrachtung
des Neuen Marktes. Unser Blick richtet sich für die Zukunft verstärkt
auf die amerikanische Wachstumsbörse, die die Entwicklung des Neuen
Marktes in Deutschland entscheidend beeinflußt. Die nächsten Unter-
stützungen liegen beim Nemax 50 um die 3320 und beim Nemax All Share
bei ca. 3300 Punkten. Den Weg nach oben begrenzen ab sofort unsere al-
ten Unterstützungen bei 3860 bzw. 3660. Die Indikatoren befinden sich
im überverkauften Bereich, tendieren aber nach wie vor nach unten.
Seitens der Markttechnik kann also keine Entwarnung gegeben werden.
Die Kaufbereitschaft der Anleger ist extrem gering, weshalb auch immer
wieder vom "Käuferstreik" gesprochen wird. Dies könnte sich erst än-
dern, wenn über mehrere Tage eine nachhaltig positive Kursentwicklung
einsetzen würde. Davon ist aber derzeit weit und breit nichts zu
sehen. Die Verluste in den Sektorindizes des Neuen Marktes lagen
ungewöhnlich nah beeinander. Die größten Verlierer waren IT Service
(-12,3 %), Finanzdienstleister (-12,2 %) und die Technologiewerte
(-11,7 %). Vergleichsweise gut hielten sich die Medizintechnik
(-4,77 %) und Telekommunikationswerte (-5,05 %).
Der Vorstand der Deutschen Börse hat in der vergangenen Woche über die
Neuzusammensetzung des Nemax 50 entschieden. Demnach fallen Infomatec,
Ricardo, Teldafax und Teles aus dem Blue Chip Index. Aufgenommen wer-
den dafür die Aktien von ACG, Comroad, Lion Bioscience und Medigene.
Die Änderungen werden zum 18. Dezember umgesetzt. Vor allem die
Umschichtungen von sich am Nemax 50 orientierenden Investmentfonds
dürften die Kurse der Kanditaten in den nächsten Wochen entsprechend
bewegen.
Die Lage am Neuen Markt bleibt nach wie vor angespannt, auch im Hin-
blick auf die technische Situation beim Nasdaq Index. Die Kurse vieler
Aktien sind sehr günstig geworden, das Risiko, in einen intakten Ab-
wärtstrend hineinzukaufen, überwiegt noch. Diese Marktlage wird nicht
ewig andauern, die Kurse werden früher oder später auch wieder nach
oben drehen. Die Frage ist nur: von welchem Niveau aus? Neuengagements
sollten auch deshalb auch weiterhin vorerst zurückgestellt werden.
Nach erfolgter Bodenbildung raten wir zum Kauf bei Medion, EM. TV,
Intershop, e.Multi und Consors.
Zahlen kommen in der nächsten Woche u. a. von: ACG, Das Werk, Dino
Entertainment, WWl Internet, Kabel New Media, Gauss Interprise, plenum
und Hunzinger.
--- 2. Europäischer Aktienmarkt ---
Das europäische Aktienmarktbarometer, der DJ STOXX 50 Index, schaffte
als einziger von den im Rahmen dieser Publikation beobachteten Indices
eine positive Wochenperformance von 1,2 % und notierte zuletzt mit
4835 Punkten sogar nahe dem Wochenverlaufshoch bei 4889.
Technisch betrachtet steht die Seitwärtskonsolidierung zwischen 5160
und 4690 auf dem Spiel. Der STOXX 50 bewegt sich im letzten richtungs-
entscheidenden Drittel eines Dreiecks, das sich aus dem "alten" Auf-
wärtstrend vom Oktober 1998 bei derzeit 4760 und dem Abwärtstrend von
Anfang September 2000 bei aktuell 4890 bildet. Die flache 200-Tage-Li-
nie bei 4935 begrenzt weiterhin das mögliche Erholungspotential. Gut
gehalten hat bislang die Unterstützungszone zwischen 4820 und 4690.
Einige Marktindikatoren geben neutrale Signale.
--- 3. US-Aktienmarkt ---
Der amerikanische Dow Jones industrial average ist auf Wochenbasis be-
trachtet mit Mini-Wochenperformance von minus 0,1 % auf zuletzt 10594
Punkte anscheinend auf der Stelle getreten. Dabei lagen die Wochenver-
laufsextremwerte um 2,2 % auseinander bei 10799 und 10572.
Das Chaos um den US-Präsidentschaftswahl-Ausgang geht weiter und wirkt
wenig anregend; einziger Trost ist die Erfahrung, daß politische Bör-
sen "kurze Beine" haben. Positiv interpretiert wurden die veröffent-
lichten US-Verbraucherpreisdaten. Aufgrund des moderaten Anstiegs
sieht man positive Signale für eine "soft landing" der amerikanischen
Konjunktur und für eine baldigen Lockerung der Geldpolitik. Die seit
Ende September zahlreichen Gewinnwarnungen weisen auf das Überschrei-
ten des Gewinnzyklus im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" hin.
Aus technischer Sicht schafft es der Dow Jones einfach nicht, sich von
seiner (fallenden) 200-Tage-Linie bei 10685 nachhaltig zu emanzipie-
ren. Dadurch pendelte sich der Index zuletzt zwischen der Widerstands-
zone zwischen 10730 und 10900 und der Unterstützungszone zwischen
10500 und 10300 ein. Mögliche Erholungsbewegungen werden zudem vom
seit Anfang September intakten Abwärtstrend bei derzeit 10900 in die
Schranken verwiesen. Noch ist die breite Seitwärtsbewegung zwischen
10300 und 11300 nicht abgehakt. Einige Marktindikatoren liefern kurz-
fristig negative Signale. Der US-Aktienmarkt bleibt weiterhin risiko-
behaftet, auch für andere wichtige internationale Aktienmärkte.
--- 4. Nasdaq ---
"Wir schließen ..."! Das von uns genannte Gap (Kurslücke) des Nasdaq
Composite zwischen 2875/2919 wurde erwartungsgemäß zugemacht. Es
bleibt nun noch ein kleines Gap vom 28.10.1999 bei 2812/2830. Nachdem
die Kurse am Wochenanfang heftig nachgaben, kam es im Anschluß zu
einer technischen Erholung. Zum Wochenschluß liegt der Index bereits
wieder im Minus (letzter Stand 2992 Punkte). Die Wochenperformance
liegt bei minus 1,2 % und damit deutlich besser als die des deutschen
Neuen Marktes. Derzeit ist der Kampf und die psychologische Unterstüt-
zung bei 3000 wieder im vollen Gange. Wir gehen davon aus, daß diese
Marke nicht gehalten werden kann und der Bereich um die 2890 Punkten
nochmals getestet wird. In den letzten Wochen und Monaten wurde immer
wieder klar, das den relativ hoch bewerteten Wachstumsunternehmen in
letzter Zeit immer seltener gelingt, die Erwartungen der Marktteilneh-
mer zu erfüllen. Vor allem die revidierten Prognosen für die zukünfige
Umsatz- und Gewinnentwicklung machen deutlich, daß wir uns von den
bisher gewohnten Steigerungsraten verabschieden müssen. Die aktuell zu
beobachtende Marktschwäche ist eine Anpassung der Bewertungen an das
verminderte Wachstumspotential. Das noch immer offene Ende der Präsi-
dentschaftswahlen, die enttäuschenden Zahlen von Hewlett-Packard und
die Herabstufung von fünf führenden Halbleiterunternehmen durch die
Investmentbank Merrill Lynch haben die amerikanischen Wachstumsbörse
in der letzten Woche in Atem gehalten. Wir raten weiterhin dazu, die
Entwicklung abzuwarten und Käufe noch zurückzustellen, zumindest, bis
der intakte Abwärtstrend bei derzeit 3250 gebrochen ist.
--- 5. Japanischer Aktienmarkt ---
Enttäuschend ist die Entwicklung des japanischen Nikkei 225 Index,
wenn dies auch vor dem Hintergrund der schwachen Vorgaben des Techno-
Trendsetters Nasdaq betrachtet nicht anders zu erwarten war. Vom Wo-
chenverlaufshoch bei 14958 ging es abwärts auf 14420 und anschließend
auf den Freitagschluß bei 14544 Punkten. Dadurch erreichnet sich eine
negative Wochenperformance von 3 %. Die Hoffnungen auf eine Bodenbil-
dung im Bereich zwischen 14500 und 15500 schwinden bedauerlicherweise
zusehends. Lichtblick für eine zumindest notwendige technische Erho-
lungsreaktion bleibt die unverändert stark überverkaufte Situation,
insbesondere bei Aktienwerten des Technologiesektors.
Der seit April intakte Abwärtstrend bei aktuell 14950 zieht den Nik-
kei-Index seit August wie am "Schnürchen" nach unten. Ob sich der nun
angelaufene "alte" Aufwärtstrend vom Oktober 1998 (über das Oktober-
2000-Tief gelegt) bei aktuell 14500 erfolgreich in den Weg stellen
kann? Zuletzt wurde die Unterstützungszone zwischen 14600 und 13800
aktiviert. Die gebrochenen "alte" Bodenbildungszone um 15500 bietet
künftig Widerstand. Wichtige Orientierung ist der seit Mitte Juli in-
takte Abwärtstrendkanal zwischen derzeit 16500 und 14550. Einen "Son-
nenaufgang" am japanischen Aktienmarkt würden wir erst beim nachhalti-
gen Überwinden dieses Trendkanals und der massiven Hürde bei 16400
sehen. Zum Trost ein Spruch: "Die Nacht ist vor Tagesanbruch am
schwärzesten".
--- 6. DAX-Technik ---
Die technische Situation beim DAX ist aus unserer Sicht ebenso einfach
wie unbefriedigend: Der Index befindet sich auf Konsolidierungskurs.
Nach oben hin deckelt die Widerstandszone zwischen 7110 und 7290 und
die flach verlaufende 200-Tage-Linie bei 7230. Nach unten bietet
unsere "Schicksalsmarke" bei 6780 Unterstützung, im Extremfall besteht
eine massive Supportzone zwischen 6470 und 6190. Den möglichen Bewe-
gungsspielraum markiert ein seit Anfang März intakter Abwärtstrendka-
nal zwischen aktuell 7085 und 6350. Außerdem befindet sich der DAX
innerhalb eines mittel- bis langfristigen Aufwärtstrendkanals, der je
nach Neigung zwischen 6100 und 7100 bzw. 6000 und 6720 verläuft und
seit Jahreswechsel 1998/99 bzw. seit November 1997 Bestand hat.
Die Umsatzentwicklung zeigte sich zuletzt stabil auf leicht erhöhtem
Niveau. Die Volatilität (Schwankungsintensität) ist nach dem kräftigen
Anstieg im Oktober zwischenzeitlich deutlich zurückgekommen. Die Stim-
mung, gemessen an der Put/Call-Ratio der Aktienoptionen auf geglätte-
ter Ein-Wochen-Basis, ist aktuell als neutral zu werten. Andere
Marktindikatoren geben neutrale bis negative Signale.
--- 7. Rentenmarkt und Euro ---
Davon "politisch" profitieren könnte der Wechselkurs des Euro zum US-
Dollar, der aktuell um 0,85 pendelt. Kommt dann auch noch eine
Entspannung an der Ölpreisfront, dann könnte die Euro-Erholung endlich
auch mal über 87 $-Cent hinausgehen. Die für die chronische Währungs-
schwäche ursächliche Differenz beim Konjunkturwachstum und dem Zinsni-
veau zwischen Euroland und den USA läßt sich auf Sicht sicher überwin-
den. Aber der tief sitzende Vertrauensmangel in die gemeinsame Währung
ist nicht einfach wegdiskutierbar, insbesondere nicht durch politische
Äußerungen und so manch unbedachte Aussage aus der EZB-Führungsetage.
Die makroökonomischen Perspektiven, die für eine Höherbewertung des
Euro sprechen, setzten sich erfahrungsgemäß nur langsam durch, dann
aber meist mit in der Folge kräftigen Devisenmarktreaktionen.
Auf den stattgefundenen Zentralbankratsitzungen der US-Notenbank und
der Europäischen Zentralbank gab es erwartungsgemäß keine neuen
Zinsbeschlüsse, sondern wieder Warnungen vor Inflationsrisiken.
Der deutschen Rentenmarkt steht auf der Gewinnerseite, lenken doch die
schwachen Aktienmärkte den Liquiditätsstrom auch in Anleihen als "si-
cherer Anlagehafen". Infolge des sich abflachenden Wirtschaftswachs-
tums in Euroland verliert der Inflationsauftrieb an Kraft. Die Kapi-
talmarktzinsen bewegen sich sehr stabil innerhalb der seit Januar
bestehenden freundlichen Grundtendenz. Wir empfehlen für Investoren am
deutschen Rentenmarkt unverändert den mittel- bis langfristigen
Laufzeitenbereich.
--- 8. Fazit - Ausblick - Empfehlung ---
Vertrauensverlust und Käuferstreik beherrschen das Börsenparkett.
Sichtbar wird dies auch dadurch, daß alle negative Meldungen "dankbar"
aufgenommen werden und positive Nachrichten wirkungslos verpuffen.
Wird aus der Superhausse (Oktober 1999 bis März 2000) am Ende eine Su-
perbaisse (September 2000 bis ?)? Damals trieben Trendkäufer die Märk-
te rasant nach oben, heute sind Trendverkäufer in Aktion, die die Kur-
se ebenso, wenn nicht sogar schneller, nach unten drücken können. Die
sogenannten "schwachen Hände" zittern und werfen dadurch wahllos Akti-
enbestände auf den Markt. "Never catch a falling knife" fällt einem
dazu ein; vor allem TMT-Werte befinden sich scheinbar im freien Fall.
Eine nachhaltige Besserung an den Aktienmärkten ist schwierig, denn
außer vereinzelten positiven Unternehmensmeldungen fehlt einfach der
"Zündende Funke", der die festgesetzten "bad news" in den Köpfen der
Marktteilnehmer vertreiben kann. Ohne nachhaltige Erholungstendenz
bleibt in Erholungsphasen hinein die Bereitschaft groß, bei Erreichen
von persönlichen Break-even-Marken Verkaufsorders zu plazieren oder
Tradinggewinnen mitzunehmen. Dadurch kommen die Aktienkurse (insbeson-
dere der TMT-Titel) immer wieder unter Druck.
Der DAX kann sich seinem Schicksal in Form der von uns so bezeichneten
technischen Marke bei 6780 einfach nicht entziehen und testet diese
ausgiebig von allen Seiten. Von den von uns in der Vorwoche an dieser
Stelle beschriebenen möglichen Szenarien wird das zweite immer wahr-
scheinlicher: Der DAX bleibt weiter im bestehenden Abwärtstrend und
testet noch einmal die Jahrestiefststände um 6200. Der Korridor der
Indexbewegung wird sich dann bis zum Jahresende zwischen 6250 und 7300
Punkten bewegen. Je nachhaltiger ein Über- oder Unterschreiten der
"Schicksalsmarke" erfolgt, um so klarer wird entweder eine Trendwende
mit Zielrichtung 7400/7900 eingeläutet oder der intakte Abwärtstrend
in Richtung 6300 bestätigt.
Zu Abschluß und als "Trostpflaster" wiederholen wir gerne, daß es auch
im aktuellen Umfeld Positives zu bemerken gibt! Hier sehen wir zum
Beispiel die freundliche Weltwirtschaft, Aussichten auf eine sanfte
Landung der US-Konjuntkur mit Verlagerungstendenzen in Richtung Euro-
land, eine trotz leichter Abkühlung sehr stabile deutsche Wirtschafts-
entwicklung, Reform(-vorhaben), allgemein gute Gewinnlage bei Unter-
nehmen, stabile Zinssituation und die aufgestaute Liquidität. Außerdem
sind die übertriebenen Aktienkurse vom Frühjahr Vergangenheit, vor
allem an den Wachstumsmärkten Neuer Markt und Nasdaq. Allenthalben nä-
hern sich die Notierungen den fundamentalen Gewinnerwartungen an.
Sogar kalendarisch betrachtet gäbe es noch Chancen für eine Herbstral-
lye, da die Winterjahreszeit bekanntlich erst ab 24. Dezember beginnt.
Nicht zuletzt sei auch mal wieder auf den als "Kontraindikator" zu
sehenden Bildzeitungsindikator hingewiesen. Am 14. November stand auf
der Titelseite: "Panik! Neuer Markt minus 10 %".
Wir warten gemeinsam mit Ihnen auf eine Trendbestätigung oder einen
Trendwechsel. Als Anleger können Sie diese Zeit der Schwächephasen
nutzen, um sukzessive gute Aktien zu kaufen und vorhandene Bestände
durchzuhalten, auch wenn weiteres Rückschlagspotential bei den wichti-
gen Aktienindizes von 10 % bis maximal 20 % nicht ganz auszuschließen
ist. Bei attraktiv bewerteten Titel jetzt schon zuzugreifen, erfordert
natürlich Mut, gute Nerven und einen langfristigen Anlagehorizont. At-
traktiv sind Unternehmen, an deren langfristigen Erfolg man als Inves-
tor glaubt und die ein realistisches Maß zwischen Kurs-Gewinn-Verhält-
nis und Gewinnwachstum haben! Bei den DAX-Werten zählen hierzu aus un-
serer Sicht adidas-Salomon, BASF, Commerzbank, DaimlerChrysler, Degus-
sa-Hüls, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, Dresdner Bank, Henkel Vorzü-
ge, Karstadt Quelle, MAN (Vorzüge), Metro, Münchener Rückversicherung,
Preussag und ThyssenKrupp.
Eine erfolgreiche Börsenwoche und Anlageentscheidungen mit "starker
Hand" wünscht Ihnen ihr SchmidtBank-Researchteam aus Nürnberg.
Quelle: SchmidtBank Research
Verfasser: Alois Bauer, Thomas Brodehl, Mike Otto
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3. GEWINNER UND VERLIERER DER WOCHE
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Die Gewinner und Verlierer der Börsenwoche
vom 10.11 bis 17.11.2000 [14:47 Uhr]
Wochen-Hits 10.11.00 17.11.00 %
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e.multi 5,00 6,50 +30,00
Brain International 6,00 7,50 +25,00
Gigabell 1,61 2,00 +24,22
Moenus 2,49 3,00 +20,48
Vectron Systems 32,50 39,00 +20,00
Holzmann, Philipp 15,60 18,60 +19,23
Basler 18,00 20,80 +15,56
Telegate 75,50 87,00 +15,23
net.IPO 23,00 26,00 +13,04
FortuneCity.com 1,51 1,70 +12,58
Wochen-Flops 10.11.00 17.11.00 %
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Intraware 6,60 2,99 -54,70
Atoss Software 30,30 14,50 -52,15
Intertainment 31,00 15,00 -51,61
Arbomedia 21,50 11,50 -46,51
Toys International.com 1,98 1,10 -44,44
Pixelpark 64,50 37,90 -41,24
GFT Technologies 49,50 29,80 -39,80
Euromed 3,10 1,95 -37,10
Heyde 19,40 12,30 -36,60
Vivanco 13,60 8,70 -36,03
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4. CONSORS FAVORITEN
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Die meistgehandelten Werte bei Consors (10.11.2000 - 16.11.2000)
1. INTERSHOP COMMUNICATIONS AG 622700
2. EM.TV & MERCHANDISING AG 568480
3. SIEMENS AG 723610
4. CONSORS DISCOUNT-BROKER AG 542700
5. SAP AG SYSTEME ANW.PRD.I.D.DV. 716463
6. DEUTSCHE TELEKOM AG 555750
7. MILLENNIUM PHARMACEUTIC. INC. 900625
8. ACG AG F.CHIPK.INFO.SYS. 500770
9. INFINEON TECHNOLOGIES AG 623100
10. D. LOGISTICS AG 510150
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5. MUSTERDEPOTS
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Platowbriefe:
Aktie WKN Stck. Kaufkurs Kurs
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IPC Archtec 525280 600 66,00 65,20
IDS Scheer 625700 1900 21,00 17,10
Intershop 622700 1000 47,80 42,30
Internationalmedia 548880 1250 40,00 45,00
Condomi 544490 1000 23,50 24,90
Jumptec 609060 2400 20,80 17,70
Vectron 760860 1600 31,20 39,10
Der Aktionär - Bernd Förtsch:
Aktie WKN Stck. Kaufkurs Kurs
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Juniper Networks 923889 80 262,00 184,00
Millenium 900625 400 64,00 64,10
Vertex 882807 400 62,50 72,00
Astropower 912953 450 48,00 42,00
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6. NEUER MARKT REPORT
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Czerwensky's Neuer Markt Report:
Infomatec-Vorstände wandern in den Knast
Die Serie der Skandale am Neuen Markt erreichte nun mit der Festnahme
der beiden Infomatec-Vorstände Harlos und Häfele einen vorläufigen Hö-
hepunkt. Kursbetrug, Insider-Geschäfte und falsche Darstellung der Un-
ternehmensverhältnisse, so lauten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft.
Sie sollen mit einer unzutreffenden Ad-hoc-Meldung den Kurs in die
Höhe getrieben haben, um dann Aktien im Wert von rund 28 Mill. DM zu
verkaufen. Auf der Hv 1999 präsentierte Infomatec nach Überzeugung der
Staatsanwaltschaft Konkurrenzprodukte, die durch einen Firmenaufkleber
als eigene "verkauft" wurden.
Größter Wochenverlierer war indes Intertainment. Aus der Spekulation
der Händler, das Unternehmen könnte die Jahresziele nach unten
revidieren, wurde Gewißheit. Die Aktie begab sich danach auf weitere
Tauchfahrt (aktuell 15,30 Euro, Hoch 131).
Kein Wunder, daß das Wachstumssegment nicht wieder auf die Beine
kommt. Die Korrektur nimmt nun allerdings beängstigende Ausmaße an.
Die Verluste am gesamten Neuen Markt summieren sich seit März auf 60 %
und bei den 50 größten Werten auf sage und schreibe 62 %. Aus chart-
technischer Sicht besteht weiteres Abwärts-Potential bis in den Be-
reich von 3000 bis 3200 Punkten, das sind nochmals rund 10 bis 15 %
vom heutigen Stand (NEMAX ALL SHARE 3500 Punkte). Dort befindet sich
dann aber eine massive Unterstützung, die Analysten nun als den "worst
case" bezeichnen. Das Jahr 2000 hat indes bereits des öfteren
bewiesen, daß feste Unterstützungen schnell weich wurden.
Data Display: Augusta-Tochter setzt zum Sprung über den großen Teich
an
Einen Boom erleben derzeit Flachbildschirme für industrielle Anwendun-
gen. Studien zufolge soll das Marktvolumen von 1,62 Mrd. Dollar in
1999 auf 2,32 Mrd. in 2003 steigen. Profitieren will davon der oberba-
yerische Systemanbieter Data Display, dessen Aktien ab 27. November
(Zeichnung 21. - 23.11., Konsortialführer: HypoVereinsbank) am Neuen
Markt notiert werden. Den Emissionserlös investiert Vorstandsvorsitzer
Bernhard Staller vor allem in die Internationalisierung, nachdem das
Unternehmen derzeit noch 80 % seiner Umsätze (2000: etwa 86 Mill. DM,
2001: 117 Mill.) im Inland generiert. Das substanzstarke Unternehmen
arbeitet bereits seit Jahren profitabel. In den ersten neun Monaten
des laufenden Jahres erwirtschaftete Data Display aus einem Umsatz von
67,5 Mill. DM einen Gewinn vor Steuern und Zinsen von immerhin 11,1
Millionen. Auf Basis eines von Czerwensky intern erwarteten Emissions-
preises von 10 Euro eröffnet die Bewertung der Data Display mit 195
Mill. DM (KGV 2001: 17) mittelfristig deutliches Kurspotential. Eine
Zeichnung sollte sich somit lohnen.
Mit Data Display listet die Technologie-Holding Augusta nach Pandatel
(Beteiligung: 58,7 %) die zweite ihrer allesamt profitablen Beteili-
gungen an der Börse. Nach dem Börsengang hält die Mutter weiterhin
rund 51 % der Anteile. Von einer Stabilisierung des Neuen Marktes
sollte Augusta überproportional profitieren können, ist doch ein Trend
der Anleger zu soliden und profitablen Werten bereits erkennbar. Zudem
setzte das Unternehmen auch in den ersten 9 Monaten mit Umsätzen von
283 Mill. DM (+16,8 %) und einem EBIT von 43,8 Mill. (+12,6 %) weiter
seinen Wachstumstrend fort.
Groteske: Cybernet exerziert neue Art der Entschuldung
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate brüstet sich Cybernet, seine
hohe Verschuldung, die das Unternehmen zum Stammgast auf den immer
wieder auftauchenden Todeslisten werden ließ, durch Anleihe-Rückkäufe
zurückgeführt zu haben. Im Sommer 1999 deckte das Unternehmen seinen
Mittelbedarf im Wege eines Senior Bonds im Volumen von 150 Mill. Dol-
lar. Die starke Korrektur bei Internetwerten, sich ausweitende unter-
nehmerische Verluste sowie verfehlte und revidierte Prognosen ließen
den Cybernet-Kurs gewaltig einbrechen (aktuell 5 Euro, Hoch 41) - und
damit auch den Anleihekurs. Nun "verkauft" das Management die Tilgung
der Anleihen von 51,6 Mill. Dollar Nennwert im dritten und 20 Mill.
Dollar im vierten Quartal zu jeweils 44 % des Nominalwerts als cleve-
ren Schachzug, der satte außerordentliche Erträge generiert. Kein Wort
verliert Cybernet allerdings über die "geprellten" Investoren bzw.
Anleger, die dem Unternehmen in gutem Glauben ihr Geld zur Verfügung
stellten. Bleibt zu hoffen, daß dieses Beispiel nicht Schule macht.
Tips und Termine
Trotz des widrigen Umfeldes feiern in der kommenden Woche mit Gericom,
MME (20.11.), ems new Media, Group Technologies, Neue Sentimental Film
(21.11.) sowie Comtrade und Royalty Pharma (24.11.) immerhin sieben
Neulinge Einstand auf dem Parkett des Neuen Marktes. Großartige Zeich-
nungsgewinne sind freilich nicht zu erwarten. Da die Börsengänger al-
lerdings mehrheitlich für die jeweiligen Vorstände an der Schmerzgren-
ze gepreist sind und vermutlich am unteren Ende der Preisspanne bzw.
sogar darunter zugeteilt werden, sollten Zeichner zumindest nicht auf
Verlusten aufwachen.
Für Spannung sorgen eine ganze Reihe an Unternehmensdaten - meist
Quartalsberichte. Aufschluß über die vermeintlichen Liquiditätsproble-
me der Kinowelt könnten die Neun-Monats-Zahlen am Montag geben. Eben-
falls am 20.11. berichtet der Aufsteiger in den NEMAX 50 ACG über den
Geschäftsverlauf.
Quelle: Czerwensky Intern
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7. EMPFEHLUNGEN INLAND
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BfG Bank: Porsche aufstocken
Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche (WKN 693773) hat im Ge-
schäftsjahr 1999/2000 (31.07.) sein Ergebnis weiter gesteigert, so die
Analysten der BfG-Bank. Der Gewinn vor Steuern habe trotz gestiegener
Entwicklungsaufwendungen für die zukünftige dritte Modellreihe um
21,5 % auf 848,5 (Vorjahr 698,2) Mio. DM zugenommen und übertreffe da-
mit das Wachstum von Absatz (+10,9 % auf 48.797 Fahrzeuge) und Umsatz
(+15,4 % auf 7,134 Mrd. DM). Der Jahresüberschuss verbessere sich um
10 % auf 410,7 Mio. DM. Aufgrund der erfreulichen Geschäftsentwicklung
werde der Hauptversammlung am 19. Januar 2001 die Erhöhung der Divi-
dende je Vorzugsaktie von 25 auf 30 DM sowie je Stammaktie von 24 auf
29 DM vorgeschlagen. Das Thema Aktiensplitt habe der Aufsichtsrat auf
seiner gestrigen Sitzung noch nicht behandelt. Eine Entscheidung hier-
zu werde aber noch rechtzeitig vor der Hauptversammlung erwartet. Die
Empfehlung der Analysten der BfG-Bank laute daher, Porsche-Vorzüge an
schwachen Börsentagen aufstocken.
Porsche (WKN 693773)
Quelle: Aktiencheck
CONSORS WEEKLY NEWSLETTER Nr. 2000/46
Der kostenlose, wöchentliche Newsletter der
Consors Discount-Broker AG Freitag, 17. November 2000
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THEMEN DIESER AUSGABE:
1. CONSORS INTERN
2. MARKTANALYSE DEUTSCHER MARKT
3. GEWINNER UND VERLIERER DER WOCHE
4. CONSORS FAVORITEN
5. MUSTERDEPOT
6. NEUER MARKT REPORT
7. EMPFEHLUNGEN INLAND
8. EMPFEHLUNGEN AUSLAND
9. DISCLAIMER
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1. CONSORS INTERN
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BB-Invest mit neuem E-Business Fonds
Am 01.11.2000 legte die BB-Invest den Fonds BB-TMT.com-Invest (WKN 531
987) auf, der überwiegend in Standardwerte, aber auch in ertragsstarke
Titel des Neuen Marktes investiert. Die Anlage erfolgt in Unternehmen,
die aufgrund ihrer Marktstellung und ihres Unternehmenskonzeptes
bezüglich der Perspektiven, die das Internet für die weitere Zukunft
bietet, gut positioniert sind. Regulärer Ausgabeaufschlag: 5 %, Con-
sors-Preis: 2,5 %, Mindestanlage: 500 EUR.
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2. MARKTANALYSE
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Aktienmärkte, 47. Woche vom 20. bis 24. November 2000
Die Hoffnungen auf einen "Goldenen Herbst" am Aktienmarkt schwinden
und machen trüben grauen Novembertagen und einer depressiven Stimmung
Platz. Das Vertrauen auf baldige Besserung der Aktienmarktsituation
wird durch Gewinnwarnungen, insbesondere bei TMT-Werten (Technologie-
Medien-Telekommunikation), Empfehlungsherabstufungen von Researchhäu-
sern und schwachen Vorgaben der US-Börsen zusehends aufgerieben.
(Alle nachfolgenden Indexstände beziehen sich auf 17. November 2000 um
19.43 Uhr MEZ).
Der Deutschen Aktienindex DAX konnte zwar im Rahmen seines "Herbstaus-
fluges" mit dem Wochenverlaufshoch bei 6976 an der 7000er-Marke
schnuppern. holte sich dabei aber anscheinend einen "amerikanischen
Schnupfen" und schloß zuletzt bei 6741 Punkte um 1,6 % unter Vorwo-
chenniveau.
Beim Blick auf einzelne DAX-Werte zeigten sich im Wochenverlauf mar-
kante Einzeltagesschwankungen in beide Richtungen, z. B. bei Deutsche
Telekom, Epcos (positive Zahlen erwartet), Henkel (Quartalsbericht
enttäuschte), Infineon, SAP Vorzüge und Siemens. Besondere Freude
bereitete die Deutsche Lufthansa ihren Anlegern. Erst überraschte der
Vorstand mit brillianten Neunmonatszahlen, dann die Aktie mit einer
Kursrallye. Weitere positive Kursausschläge gab es bei Allianz, Degus-
sa, KarstadtQuelle, Schering und ThyssenKrupp. Enttäuschung dagegen
bei den Henkel-Aktionären, dafür sorgte der negativ interpretierte
Quartalsbericht, insbesondere im Hinblick auf fehlende Perspektiven
zur Ausgliederung der Chemiesparte Cognis. Auch die DaimlerChrysler-
Aktien sorgte mal wieder für schlechte Stimmung, da weiterhin mit
Schwierigkeiten bei Chrysler zu kämpfen ist. Erst wurde der Vorstand
des amerikanischen Automobilbauers Jim Holden durch den Deutschen
Dieter Zetsche ersetzt, dann stuften u. a. die Analysten von Goldman
Sachs die Aktie auf Marktperformer herunter; schmerzhafte Kursverluste
blieben dadurch nicht aus. Abwärts ging es auch mit den Kursen bei Ba-
yer (Quartalsbericht nicht zu-friedenstellend) und den Versorgerwerten
infolge von Gewinnmitnahmen.
--- 1. Neuer Markt Deutschland ---
Per Saldo scheint der Neue Markt seit Monaten nur eine Richtung zu
kennen - nach unten. Seit seinem Hoch am 10. März bei 8546 Punkten hat
der Nemax All Share bis heute knapp 60 % verloren. Da ist aus dem
Kapitaleinsatz so manchen Anlegers ein "kleines" Vermögen geworden.
Was der Neue Markt auch diese Woche wieder präsentierte, war wenig
erfreulich. Die schlechten Vorgaben der Nasdaq setzten den Neuen Markt
deutlich unter Druck. Vor allem institutionelle Investoren hatten sich
im größerem Stil von ihren Werten getrennt und den Neuen Markt auf ein
neues Jahrestief gezwungen. Zwischenerholungen sind vorwiegend von
Privatinvestoren getragen worden. Bis zum Freitagschluß ging es
abwärts auf einen Stand von zuletzt 3652 beim Nemax 50 und 3462 beim
Nemax All Share. Die Wochenperformance beim Nemax 50 betrug minus
10,2 %. Der Nemax All Share schlug sich mit minus 9,8 % nur unwesent-
lich besser. Die Wochenverlaufshoch- und -tiefpunkte lagen beim Nemax
50 bei 4066/3611. Der Nemax All Share markierte mit 3806/3440 seine
Verlaufsextremwerte.
Die Unterstützungszonen von 3860 bzw. 3660 bei Nemax 50 bzw. Nemax All
Share wurden nach unten durchbrochen. Der Neue Markt entwickelt nach
wie vor wenig Eigenleben, sondern klammert sich an die Entwicklung der
Nasdaq. Insofern relativiert sich die isolierte technische Betrachtung
des Neuen Marktes. Unser Blick richtet sich für die Zukunft verstärkt
auf die amerikanische Wachstumsbörse, die die Entwicklung des Neuen
Marktes in Deutschland entscheidend beeinflußt. Die nächsten Unter-
stützungen liegen beim Nemax 50 um die 3320 und beim Nemax All Share
bei ca. 3300 Punkten. Den Weg nach oben begrenzen ab sofort unsere al-
ten Unterstützungen bei 3860 bzw. 3660. Die Indikatoren befinden sich
im überverkauften Bereich, tendieren aber nach wie vor nach unten.
Seitens der Markttechnik kann also keine Entwarnung gegeben werden.
Die Kaufbereitschaft der Anleger ist extrem gering, weshalb auch immer
wieder vom "Käuferstreik" gesprochen wird. Dies könnte sich erst än-
dern, wenn über mehrere Tage eine nachhaltig positive Kursentwicklung
einsetzen würde. Davon ist aber derzeit weit und breit nichts zu
sehen. Die Verluste in den Sektorindizes des Neuen Marktes lagen
ungewöhnlich nah beeinander. Die größten Verlierer waren IT Service
(-12,3 %), Finanzdienstleister (-12,2 %) und die Technologiewerte
(-11,7 %). Vergleichsweise gut hielten sich die Medizintechnik
(-4,77 %) und Telekommunikationswerte (-5,05 %).
Der Vorstand der Deutschen Börse hat in der vergangenen Woche über die
Neuzusammensetzung des Nemax 50 entschieden. Demnach fallen Infomatec,
Ricardo, Teldafax und Teles aus dem Blue Chip Index. Aufgenommen wer-
den dafür die Aktien von ACG, Comroad, Lion Bioscience und Medigene.
Die Änderungen werden zum 18. Dezember umgesetzt. Vor allem die
Umschichtungen von sich am Nemax 50 orientierenden Investmentfonds
dürften die Kurse der Kanditaten in den nächsten Wochen entsprechend
bewegen.
Die Lage am Neuen Markt bleibt nach wie vor angespannt, auch im Hin-
blick auf die technische Situation beim Nasdaq Index. Die Kurse vieler
Aktien sind sehr günstig geworden, das Risiko, in einen intakten Ab-
wärtstrend hineinzukaufen, überwiegt noch. Diese Marktlage wird nicht
ewig andauern, die Kurse werden früher oder später auch wieder nach
oben drehen. Die Frage ist nur: von welchem Niveau aus? Neuengagements
sollten auch deshalb auch weiterhin vorerst zurückgestellt werden.
Nach erfolgter Bodenbildung raten wir zum Kauf bei Medion, EM. TV,
Intershop, e.Multi und Consors.
Zahlen kommen in der nächsten Woche u. a. von: ACG, Das Werk, Dino
Entertainment, WWl Internet, Kabel New Media, Gauss Interprise, plenum
und Hunzinger.
--- 2. Europäischer Aktienmarkt ---
Das europäische Aktienmarktbarometer, der DJ STOXX 50 Index, schaffte
als einziger von den im Rahmen dieser Publikation beobachteten Indices
eine positive Wochenperformance von 1,2 % und notierte zuletzt mit
4835 Punkten sogar nahe dem Wochenverlaufshoch bei 4889.
Technisch betrachtet steht die Seitwärtskonsolidierung zwischen 5160
und 4690 auf dem Spiel. Der STOXX 50 bewegt sich im letzten richtungs-
entscheidenden Drittel eines Dreiecks, das sich aus dem "alten" Auf-
wärtstrend vom Oktober 1998 bei derzeit 4760 und dem Abwärtstrend von
Anfang September 2000 bei aktuell 4890 bildet. Die flache 200-Tage-Li-
nie bei 4935 begrenzt weiterhin das mögliche Erholungspotential. Gut
gehalten hat bislang die Unterstützungszone zwischen 4820 und 4690.
Einige Marktindikatoren geben neutrale Signale.
--- 3. US-Aktienmarkt ---
Der amerikanische Dow Jones industrial average ist auf Wochenbasis be-
trachtet mit Mini-Wochenperformance von minus 0,1 % auf zuletzt 10594
Punkte anscheinend auf der Stelle getreten. Dabei lagen die Wochenver-
laufsextremwerte um 2,2 % auseinander bei 10799 und 10572.
Das Chaos um den US-Präsidentschaftswahl-Ausgang geht weiter und wirkt
wenig anregend; einziger Trost ist die Erfahrung, daß politische Bör-
sen "kurze Beine" haben. Positiv interpretiert wurden die veröffent-
lichten US-Verbraucherpreisdaten. Aufgrund des moderaten Anstiegs
sieht man positive Signale für eine "soft landing" der amerikanischen
Konjunktur und für eine baldigen Lockerung der Geldpolitik. Die seit
Ende September zahlreichen Gewinnwarnungen weisen auf das Überschrei-
ten des Gewinnzyklus im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" hin.
Aus technischer Sicht schafft es der Dow Jones einfach nicht, sich von
seiner (fallenden) 200-Tage-Linie bei 10685 nachhaltig zu emanzipie-
ren. Dadurch pendelte sich der Index zuletzt zwischen der Widerstands-
zone zwischen 10730 und 10900 und der Unterstützungszone zwischen
10500 und 10300 ein. Mögliche Erholungsbewegungen werden zudem vom
seit Anfang September intakten Abwärtstrend bei derzeit 10900 in die
Schranken verwiesen. Noch ist die breite Seitwärtsbewegung zwischen
10300 und 11300 nicht abgehakt. Einige Marktindikatoren liefern kurz-
fristig negative Signale. Der US-Aktienmarkt bleibt weiterhin risiko-
behaftet, auch für andere wichtige internationale Aktienmärkte.
--- 4. Nasdaq ---
"Wir schließen ..."! Das von uns genannte Gap (Kurslücke) des Nasdaq
Composite zwischen 2875/2919 wurde erwartungsgemäß zugemacht. Es
bleibt nun noch ein kleines Gap vom 28.10.1999 bei 2812/2830. Nachdem
die Kurse am Wochenanfang heftig nachgaben, kam es im Anschluß zu
einer technischen Erholung. Zum Wochenschluß liegt der Index bereits
wieder im Minus (letzter Stand 2992 Punkte). Die Wochenperformance
liegt bei minus 1,2 % und damit deutlich besser als die des deutschen
Neuen Marktes. Derzeit ist der Kampf und die psychologische Unterstüt-
zung bei 3000 wieder im vollen Gange. Wir gehen davon aus, daß diese
Marke nicht gehalten werden kann und der Bereich um die 2890 Punkten
nochmals getestet wird. In den letzten Wochen und Monaten wurde immer
wieder klar, das den relativ hoch bewerteten Wachstumsunternehmen in
letzter Zeit immer seltener gelingt, die Erwartungen der Marktteilneh-
mer zu erfüllen. Vor allem die revidierten Prognosen für die zukünfige
Umsatz- und Gewinnentwicklung machen deutlich, daß wir uns von den
bisher gewohnten Steigerungsraten verabschieden müssen. Die aktuell zu
beobachtende Marktschwäche ist eine Anpassung der Bewertungen an das
verminderte Wachstumspotential. Das noch immer offene Ende der Präsi-
dentschaftswahlen, die enttäuschenden Zahlen von Hewlett-Packard und
die Herabstufung von fünf führenden Halbleiterunternehmen durch die
Investmentbank Merrill Lynch haben die amerikanischen Wachstumsbörse
in der letzten Woche in Atem gehalten. Wir raten weiterhin dazu, die
Entwicklung abzuwarten und Käufe noch zurückzustellen, zumindest, bis
der intakte Abwärtstrend bei derzeit 3250 gebrochen ist.
--- 5. Japanischer Aktienmarkt ---
Enttäuschend ist die Entwicklung des japanischen Nikkei 225 Index,
wenn dies auch vor dem Hintergrund der schwachen Vorgaben des Techno-
Trendsetters Nasdaq betrachtet nicht anders zu erwarten war. Vom Wo-
chenverlaufshoch bei 14958 ging es abwärts auf 14420 und anschließend
auf den Freitagschluß bei 14544 Punkten. Dadurch erreichnet sich eine
negative Wochenperformance von 3 %. Die Hoffnungen auf eine Bodenbil-
dung im Bereich zwischen 14500 und 15500 schwinden bedauerlicherweise
zusehends. Lichtblick für eine zumindest notwendige technische Erho-
lungsreaktion bleibt die unverändert stark überverkaufte Situation,
insbesondere bei Aktienwerten des Technologiesektors.
Der seit April intakte Abwärtstrend bei aktuell 14950 zieht den Nik-
kei-Index seit August wie am "Schnürchen" nach unten. Ob sich der nun
angelaufene "alte" Aufwärtstrend vom Oktober 1998 (über das Oktober-
2000-Tief gelegt) bei aktuell 14500 erfolgreich in den Weg stellen
kann? Zuletzt wurde die Unterstützungszone zwischen 14600 und 13800
aktiviert. Die gebrochenen "alte" Bodenbildungszone um 15500 bietet
künftig Widerstand. Wichtige Orientierung ist der seit Mitte Juli in-
takte Abwärtstrendkanal zwischen derzeit 16500 und 14550. Einen "Son-
nenaufgang" am japanischen Aktienmarkt würden wir erst beim nachhalti-
gen Überwinden dieses Trendkanals und der massiven Hürde bei 16400
sehen. Zum Trost ein Spruch: "Die Nacht ist vor Tagesanbruch am
schwärzesten".
--- 6. DAX-Technik ---
Die technische Situation beim DAX ist aus unserer Sicht ebenso einfach
wie unbefriedigend: Der Index befindet sich auf Konsolidierungskurs.
Nach oben hin deckelt die Widerstandszone zwischen 7110 und 7290 und
die flach verlaufende 200-Tage-Linie bei 7230. Nach unten bietet
unsere "Schicksalsmarke" bei 6780 Unterstützung, im Extremfall besteht
eine massive Supportzone zwischen 6470 und 6190. Den möglichen Bewe-
gungsspielraum markiert ein seit Anfang März intakter Abwärtstrendka-
nal zwischen aktuell 7085 und 6350. Außerdem befindet sich der DAX
innerhalb eines mittel- bis langfristigen Aufwärtstrendkanals, der je
nach Neigung zwischen 6100 und 7100 bzw. 6000 und 6720 verläuft und
seit Jahreswechsel 1998/99 bzw. seit November 1997 Bestand hat.
Die Umsatzentwicklung zeigte sich zuletzt stabil auf leicht erhöhtem
Niveau. Die Volatilität (Schwankungsintensität) ist nach dem kräftigen
Anstieg im Oktober zwischenzeitlich deutlich zurückgekommen. Die Stim-
mung, gemessen an der Put/Call-Ratio der Aktienoptionen auf geglätte-
ter Ein-Wochen-Basis, ist aktuell als neutral zu werten. Andere
Marktindikatoren geben neutrale bis negative Signale.
--- 7. Rentenmarkt und Euro ---
Davon "politisch" profitieren könnte der Wechselkurs des Euro zum US-
Dollar, der aktuell um 0,85 pendelt. Kommt dann auch noch eine
Entspannung an der Ölpreisfront, dann könnte die Euro-Erholung endlich
auch mal über 87 $-Cent hinausgehen. Die für die chronische Währungs-
schwäche ursächliche Differenz beim Konjunkturwachstum und dem Zinsni-
veau zwischen Euroland und den USA läßt sich auf Sicht sicher überwin-
den. Aber der tief sitzende Vertrauensmangel in die gemeinsame Währung
ist nicht einfach wegdiskutierbar, insbesondere nicht durch politische
Äußerungen und so manch unbedachte Aussage aus der EZB-Führungsetage.
Die makroökonomischen Perspektiven, die für eine Höherbewertung des
Euro sprechen, setzten sich erfahrungsgemäß nur langsam durch, dann
aber meist mit in der Folge kräftigen Devisenmarktreaktionen.
Auf den stattgefundenen Zentralbankratsitzungen der US-Notenbank und
der Europäischen Zentralbank gab es erwartungsgemäß keine neuen
Zinsbeschlüsse, sondern wieder Warnungen vor Inflationsrisiken.
Der deutschen Rentenmarkt steht auf der Gewinnerseite, lenken doch die
schwachen Aktienmärkte den Liquiditätsstrom auch in Anleihen als "si-
cherer Anlagehafen". Infolge des sich abflachenden Wirtschaftswachs-
tums in Euroland verliert der Inflationsauftrieb an Kraft. Die Kapi-
talmarktzinsen bewegen sich sehr stabil innerhalb der seit Januar
bestehenden freundlichen Grundtendenz. Wir empfehlen für Investoren am
deutschen Rentenmarkt unverändert den mittel- bis langfristigen
Laufzeitenbereich.
--- 8. Fazit - Ausblick - Empfehlung ---
Vertrauensverlust und Käuferstreik beherrschen das Börsenparkett.
Sichtbar wird dies auch dadurch, daß alle negative Meldungen "dankbar"
aufgenommen werden und positive Nachrichten wirkungslos verpuffen.
Wird aus der Superhausse (Oktober 1999 bis März 2000) am Ende eine Su-
perbaisse (September 2000 bis ?)? Damals trieben Trendkäufer die Märk-
te rasant nach oben, heute sind Trendverkäufer in Aktion, die die Kur-
se ebenso, wenn nicht sogar schneller, nach unten drücken können. Die
sogenannten "schwachen Hände" zittern und werfen dadurch wahllos Akti-
enbestände auf den Markt. "Never catch a falling knife" fällt einem
dazu ein; vor allem TMT-Werte befinden sich scheinbar im freien Fall.
Eine nachhaltige Besserung an den Aktienmärkten ist schwierig, denn
außer vereinzelten positiven Unternehmensmeldungen fehlt einfach der
"Zündende Funke", der die festgesetzten "bad news" in den Köpfen der
Marktteilnehmer vertreiben kann. Ohne nachhaltige Erholungstendenz
bleibt in Erholungsphasen hinein die Bereitschaft groß, bei Erreichen
von persönlichen Break-even-Marken Verkaufsorders zu plazieren oder
Tradinggewinnen mitzunehmen. Dadurch kommen die Aktienkurse (insbeson-
dere der TMT-Titel) immer wieder unter Druck.
Der DAX kann sich seinem Schicksal in Form der von uns so bezeichneten
technischen Marke bei 6780 einfach nicht entziehen und testet diese
ausgiebig von allen Seiten. Von den von uns in der Vorwoche an dieser
Stelle beschriebenen möglichen Szenarien wird das zweite immer wahr-
scheinlicher: Der DAX bleibt weiter im bestehenden Abwärtstrend und
testet noch einmal die Jahrestiefststände um 6200. Der Korridor der
Indexbewegung wird sich dann bis zum Jahresende zwischen 6250 und 7300
Punkten bewegen. Je nachhaltiger ein Über- oder Unterschreiten der
"Schicksalsmarke" erfolgt, um so klarer wird entweder eine Trendwende
mit Zielrichtung 7400/7900 eingeläutet oder der intakte Abwärtstrend
in Richtung 6300 bestätigt.
Zu Abschluß und als "Trostpflaster" wiederholen wir gerne, daß es auch
im aktuellen Umfeld Positives zu bemerken gibt! Hier sehen wir zum
Beispiel die freundliche Weltwirtschaft, Aussichten auf eine sanfte
Landung der US-Konjuntkur mit Verlagerungstendenzen in Richtung Euro-
land, eine trotz leichter Abkühlung sehr stabile deutsche Wirtschafts-
entwicklung, Reform(-vorhaben), allgemein gute Gewinnlage bei Unter-
nehmen, stabile Zinssituation und die aufgestaute Liquidität. Außerdem
sind die übertriebenen Aktienkurse vom Frühjahr Vergangenheit, vor
allem an den Wachstumsmärkten Neuer Markt und Nasdaq. Allenthalben nä-
hern sich die Notierungen den fundamentalen Gewinnerwartungen an.
Sogar kalendarisch betrachtet gäbe es noch Chancen für eine Herbstral-
lye, da die Winterjahreszeit bekanntlich erst ab 24. Dezember beginnt.
Nicht zuletzt sei auch mal wieder auf den als "Kontraindikator" zu
sehenden Bildzeitungsindikator hingewiesen. Am 14. November stand auf
der Titelseite: "Panik! Neuer Markt minus 10 %".
Wir warten gemeinsam mit Ihnen auf eine Trendbestätigung oder einen
Trendwechsel. Als Anleger können Sie diese Zeit der Schwächephasen
nutzen, um sukzessive gute Aktien zu kaufen und vorhandene Bestände
durchzuhalten, auch wenn weiteres Rückschlagspotential bei den wichti-
gen Aktienindizes von 10 % bis maximal 20 % nicht ganz auszuschließen
ist. Bei attraktiv bewerteten Titel jetzt schon zuzugreifen, erfordert
natürlich Mut, gute Nerven und einen langfristigen Anlagehorizont. At-
traktiv sind Unternehmen, an deren langfristigen Erfolg man als Inves-
tor glaubt und die ein realistisches Maß zwischen Kurs-Gewinn-Verhält-
nis und Gewinnwachstum haben! Bei den DAX-Werten zählen hierzu aus un-
serer Sicht adidas-Salomon, BASF, Commerzbank, DaimlerChrysler, Degus-
sa-Hüls, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, Dresdner Bank, Henkel Vorzü-
ge, Karstadt Quelle, MAN (Vorzüge), Metro, Münchener Rückversicherung,
Preussag und ThyssenKrupp.
Eine erfolgreiche Börsenwoche und Anlageentscheidungen mit "starker
Hand" wünscht Ihnen ihr SchmidtBank-Researchteam aus Nürnberg.
Quelle: SchmidtBank Research
Verfasser: Alois Bauer, Thomas Brodehl, Mike Otto
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3. GEWINNER UND VERLIERER DER WOCHE
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Die Gewinner und Verlierer der Börsenwoche
vom 10.11 bis 17.11.2000 [14:47 Uhr]
Wochen-Hits 10.11.00 17.11.00 %
--------------------------------------------------
e.multi 5,00 6,50 +30,00
Brain International 6,00 7,50 +25,00
Gigabell 1,61 2,00 +24,22
Moenus 2,49 3,00 +20,48
Vectron Systems 32,50 39,00 +20,00
Holzmann, Philipp 15,60 18,60 +19,23
Basler 18,00 20,80 +15,56
Telegate 75,50 87,00 +15,23
net.IPO 23,00 26,00 +13,04
FortuneCity.com 1,51 1,70 +12,58
Wochen-Flops 10.11.00 17.11.00 %
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Intraware 6,60 2,99 -54,70
Atoss Software 30,30 14,50 -52,15
Intertainment 31,00 15,00 -51,61
Arbomedia 21,50 11,50 -46,51
Toys International.com 1,98 1,10 -44,44
Pixelpark 64,50 37,90 -41,24
GFT Technologies 49,50 29,80 -39,80
Euromed 3,10 1,95 -37,10
Heyde 19,40 12,30 -36,60
Vivanco 13,60 8,70 -36,03
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4. CONSORS FAVORITEN
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Die meistgehandelten Werte bei Consors (10.11.2000 - 16.11.2000)
1. INTERSHOP COMMUNICATIONS AG 622700
2. EM.TV & MERCHANDISING AG 568480
3. SIEMENS AG 723610
4. CONSORS DISCOUNT-BROKER AG 542700
5. SAP AG SYSTEME ANW.PRD.I.D.DV. 716463
6. DEUTSCHE TELEKOM AG 555750
7. MILLENNIUM PHARMACEUTIC. INC. 900625
8. ACG AG F.CHIPK.INFO.SYS. 500770
9. INFINEON TECHNOLOGIES AG 623100
10. D. LOGISTICS AG 510150
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5. MUSTERDEPOTS
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Platowbriefe:
Aktie WKN Stck. Kaufkurs Kurs
--------------------------------------------------
IPC Archtec 525280 600 66,00 65,20
IDS Scheer 625700 1900 21,00 17,10
Intershop 622700 1000 47,80 42,30
Internationalmedia 548880 1250 40,00 45,00
Condomi 544490 1000 23,50 24,90
Jumptec 609060 2400 20,80 17,70
Vectron 760860 1600 31,20 39,10
Der Aktionär - Bernd Förtsch:
Aktie WKN Stck. Kaufkurs Kurs
--------------------------------------------------
Juniper Networks 923889 80 262,00 184,00
Millenium 900625 400 64,00 64,10
Vertex 882807 400 62,50 72,00
Astropower 912953 450 48,00 42,00
**************************************************
6. NEUER MARKT REPORT
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Czerwensky's Neuer Markt Report:
Infomatec-Vorstände wandern in den Knast
Die Serie der Skandale am Neuen Markt erreichte nun mit der Festnahme
der beiden Infomatec-Vorstände Harlos und Häfele einen vorläufigen Hö-
hepunkt. Kursbetrug, Insider-Geschäfte und falsche Darstellung der Un-
ternehmensverhältnisse, so lauten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft.
Sie sollen mit einer unzutreffenden Ad-hoc-Meldung den Kurs in die
Höhe getrieben haben, um dann Aktien im Wert von rund 28 Mill. DM zu
verkaufen. Auf der Hv 1999 präsentierte Infomatec nach Überzeugung der
Staatsanwaltschaft Konkurrenzprodukte, die durch einen Firmenaufkleber
als eigene "verkauft" wurden.
Größter Wochenverlierer war indes Intertainment. Aus der Spekulation
der Händler, das Unternehmen könnte die Jahresziele nach unten
revidieren, wurde Gewißheit. Die Aktie begab sich danach auf weitere
Tauchfahrt (aktuell 15,30 Euro, Hoch 131).
Kein Wunder, daß das Wachstumssegment nicht wieder auf die Beine
kommt. Die Korrektur nimmt nun allerdings beängstigende Ausmaße an.
Die Verluste am gesamten Neuen Markt summieren sich seit März auf 60 %
und bei den 50 größten Werten auf sage und schreibe 62 %. Aus chart-
technischer Sicht besteht weiteres Abwärts-Potential bis in den Be-
reich von 3000 bis 3200 Punkten, das sind nochmals rund 10 bis 15 %
vom heutigen Stand (NEMAX ALL SHARE 3500 Punkte). Dort befindet sich
dann aber eine massive Unterstützung, die Analysten nun als den "worst
case" bezeichnen. Das Jahr 2000 hat indes bereits des öfteren
bewiesen, daß feste Unterstützungen schnell weich wurden.
Data Display: Augusta-Tochter setzt zum Sprung über den großen Teich
an
Einen Boom erleben derzeit Flachbildschirme für industrielle Anwendun-
gen. Studien zufolge soll das Marktvolumen von 1,62 Mrd. Dollar in
1999 auf 2,32 Mrd. in 2003 steigen. Profitieren will davon der oberba-
yerische Systemanbieter Data Display, dessen Aktien ab 27. November
(Zeichnung 21. - 23.11., Konsortialführer: HypoVereinsbank) am Neuen
Markt notiert werden. Den Emissionserlös investiert Vorstandsvorsitzer
Bernhard Staller vor allem in die Internationalisierung, nachdem das
Unternehmen derzeit noch 80 % seiner Umsätze (2000: etwa 86 Mill. DM,
2001: 117 Mill.) im Inland generiert. Das substanzstarke Unternehmen
arbeitet bereits seit Jahren profitabel. In den ersten neun Monaten
des laufenden Jahres erwirtschaftete Data Display aus einem Umsatz von
67,5 Mill. DM einen Gewinn vor Steuern und Zinsen von immerhin 11,1
Millionen. Auf Basis eines von Czerwensky intern erwarteten Emissions-
preises von 10 Euro eröffnet die Bewertung der Data Display mit 195
Mill. DM (KGV 2001: 17) mittelfristig deutliches Kurspotential. Eine
Zeichnung sollte sich somit lohnen.
Mit Data Display listet die Technologie-Holding Augusta nach Pandatel
(Beteiligung: 58,7 %) die zweite ihrer allesamt profitablen Beteili-
gungen an der Börse. Nach dem Börsengang hält die Mutter weiterhin
rund 51 % der Anteile. Von einer Stabilisierung des Neuen Marktes
sollte Augusta überproportional profitieren können, ist doch ein Trend
der Anleger zu soliden und profitablen Werten bereits erkennbar. Zudem
setzte das Unternehmen auch in den ersten 9 Monaten mit Umsätzen von
283 Mill. DM (+16,8 %) und einem EBIT von 43,8 Mill. (+12,6 %) weiter
seinen Wachstumstrend fort.
Groteske: Cybernet exerziert neue Art der Entschuldung
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate brüstet sich Cybernet, seine
hohe Verschuldung, die das Unternehmen zum Stammgast auf den immer
wieder auftauchenden Todeslisten werden ließ, durch Anleihe-Rückkäufe
zurückgeführt zu haben. Im Sommer 1999 deckte das Unternehmen seinen
Mittelbedarf im Wege eines Senior Bonds im Volumen von 150 Mill. Dol-
lar. Die starke Korrektur bei Internetwerten, sich ausweitende unter-
nehmerische Verluste sowie verfehlte und revidierte Prognosen ließen
den Cybernet-Kurs gewaltig einbrechen (aktuell 5 Euro, Hoch 41) - und
damit auch den Anleihekurs. Nun "verkauft" das Management die Tilgung
der Anleihen von 51,6 Mill. Dollar Nennwert im dritten und 20 Mill.
Dollar im vierten Quartal zu jeweils 44 % des Nominalwerts als cleve-
ren Schachzug, der satte außerordentliche Erträge generiert. Kein Wort
verliert Cybernet allerdings über die "geprellten" Investoren bzw.
Anleger, die dem Unternehmen in gutem Glauben ihr Geld zur Verfügung
stellten. Bleibt zu hoffen, daß dieses Beispiel nicht Schule macht.
Tips und Termine
Trotz des widrigen Umfeldes feiern in der kommenden Woche mit Gericom,
MME (20.11.), ems new Media, Group Technologies, Neue Sentimental Film
(21.11.) sowie Comtrade und Royalty Pharma (24.11.) immerhin sieben
Neulinge Einstand auf dem Parkett des Neuen Marktes. Großartige Zeich-
nungsgewinne sind freilich nicht zu erwarten. Da die Börsengänger al-
lerdings mehrheitlich für die jeweiligen Vorstände an der Schmerzgren-
ze gepreist sind und vermutlich am unteren Ende der Preisspanne bzw.
sogar darunter zugeteilt werden, sollten Zeichner zumindest nicht auf
Verlusten aufwachen.
Für Spannung sorgen eine ganze Reihe an Unternehmensdaten - meist
Quartalsberichte. Aufschluß über die vermeintlichen Liquiditätsproble-
me der Kinowelt könnten die Neun-Monats-Zahlen am Montag geben. Eben-
falls am 20.11. berichtet der Aufsteiger in den NEMAX 50 ACG über den
Geschäftsverlauf.
Quelle: Czerwensky Intern
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7. EMPFEHLUNGEN INLAND
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BfG Bank: Porsche aufstocken
Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche (WKN 693773) hat im Ge-
schäftsjahr 1999/2000 (31.07.) sein Ergebnis weiter gesteigert, so die
Analysten der BfG-Bank. Der Gewinn vor Steuern habe trotz gestiegener
Entwicklungsaufwendungen für die zukünftige dritte Modellreihe um
21,5 % auf 848,5 (Vorjahr 698,2) Mio. DM zugenommen und übertreffe da-
mit das Wachstum von Absatz (+10,9 % auf 48.797 Fahrzeuge) und Umsatz
(+15,4 % auf 7,134 Mrd. DM). Der Jahresüberschuss verbessere sich um
10 % auf 410,7 Mio. DM. Aufgrund der erfreulichen Geschäftsentwicklung
werde der Hauptversammlung am 19. Januar 2001 die Erhöhung der Divi-
dende je Vorzugsaktie von 25 auf 30 DM sowie je Stammaktie von 24 auf
29 DM vorgeschlagen. Das Thema Aktiensplitt habe der Aufsichtsrat auf
seiner gestrigen Sitzung noch nicht behandelt. Eine Entscheidung hier-
zu werde aber noch rechtzeitig vor der Hauptversammlung erwartet. Die
Empfehlung der Analysten der BfG-Bank laute daher, Porsche-Vorzüge an
schwachen Börsentagen aufstocken.
Porsche (WKN 693773)
Quelle: Aktiencheck