Arasu ist aber schon so, dass PV eigentlich überhaupt nicht richtig auf nur sechs Monate hin einzuschätzen ist. Das ist ganz einfach so. Die Nachfrage wie auch die Preisentwicklung ist so gut wie nicht absehbar, da sbeide Faktoren sehr stark von der Politik abhängig ist.
Wer hat denn schon vorausgesehen, dass die Modulpreise in 2009 um rd. 35% nachgeben werden ?? Keiner - jeder ist davon ausgegangen, dass die Preise so um die 15% fallen werden. Gutes Beispiel dafür ist Solarworld. Noch Ende 2009 lagen die Gewinnprognosen für Solarworld für 2010 bei einem Nettogewinn von 110 Mio. € und aktuell liegen die durchschnittlichen Gewinnprognosen für 2010 bei 59 Mio. €. Das sind die Auswirkunge der fallenden Modulpreise gewesen.
Wer hat schon die Nachfrage in 2010 vor zwei Monaten einigermaßen richtig prognostiziert ?? Keiner. Die Prognosen lagen für einen globalen PV-Neuzubau in 2010 so bei 8 bis 10 GW. So wie es aussieht wird es alleine in Deutschland in diesem Jahr einen PV-Neuzubau von um die 7 GW geben. Der globale PV-Neuzubau dürfte sich in diesem Jahr so zwischen 12 bis 14 GW bewegen. Mit diesen Zahlen hat vor zwei Monaten noch überhaupt keiner gerechnet.
Aufgrund dieses doch unerwarteten PV-Booms werden die Rohmaterialien teuerer. Ist eigentlich ein ganz normaler Fakt. Wacker Chemie, immerhin drittgrößter Polysilziumlieferant auf der Welt, hat in der letzten Woche klipp und klar gesagt, dass sie ihre Polysilzium-Produktion für dieses Jahr schon ausverkauft ist. Das wird zu Preiserhöhung bei Polysilzium führen. Es ist zwar davon auszugehen, dass Polysilzium nicht sehr viel teurer wird, wenn auch der Polysilziumpreis sich auf einem recht niedrigen Niveau bewegt, aber er wird steigen. Die Halbleiterindustrie boomt genau so wie die PV-Industrie und das wird bei Polysilzium zu höheren Preisen führen. Auch LDK, der weltgrößte Waferproduzent (Marktanteil immerhin von 10%) hat die Waferpreise in Q2 von 0,83 $/W auf 0,87 $/W erhöht. Ist zwar nicht allzu viel diese knapp 5%, aber in den letzten zwei Jahren ging der Rohstoffpreis für Polysilzium wie dann auch für die Wafer kontinuierlich immer sehr stark zurück. Das wird in diesem Jahr ganz sicher nicht der Fall sein. Dazu kommt noch, dass Polysilzium wie auch die Wafer normalerweise in US-Dollar bezahlt werden. Das führt dann dazu, dass die Waferpreise gegenüber Q1 zu Q2 um gut 15% gestiegen sind, aber die Modulpreise waren auf der Preisseite recht stabil. Das hat Goldman Sachs gemeint und Goldman Sachs ist auch das erste Analystenhaus das auf höhere Rohstoffpreise als Problem ansieht. Ich habe das in diesem Thread schon vor drei Wochen geschrieben.
Gerade die kleinen nicht vertikal voll integrierten PV-Unternehmen wie Conergy oder auch Solon müssen diese Preissteigerungen bei Polysilzium bzw. bei den Wafer voll schlucken, die großen vertikal integrierten PV-Unternehmen wie eine Solarworld, Suntech, Yingli oder Trina Solar haben das Problem nicht so sehr, da sie ihr Polysilzium wie auch die Wafer selbst herstellen.
Daneben steigen ja die anderen Kosten auch noch wie das Antireflexglas, die sehr teueren Silberpasten zur Metallisierung der Zellen und Modulen wie auch die Industriegase, die man bei der Produktion von Zellen und Modulen benötigt. Auch die Energiekosten sind gestiegen und die sind auch nicht ganz unwichtig bei der Zell- bzw. Moduulproduktion.
Steigende Rohstoffpreise bei gleichbleibenden Verkaufspreise sind schon ein mehr oder weniger größeres Problem. Zumal ja davon ausgehen ist, dass in der zweite Jahreshälfte nach dem die Einspeisevergütungen in Deutschland gesenkt sind, die Modulpreise schon wieder nachgeben werden. Die Frage ist halt wie weit werden sie runter gehen. Ich schätze so zwischen 5 bis 10%.
Ananas ist meine Lieblingsfrucht