Q-Cells hat einen operativen Gewinn von 37 Mio. € erzielt mit einer EBIT-Marge von sehr ordentlichen 9,1%. Conergy hat gerade mal einen operativen Gewinn von 1 Mio. € mit einer lächerlichen EBIT-Marge von 0,4% erreicht. Beide Unternehmen fahren ganz offensichtlich andere Strategien. Conergy geht mit Kampfpreisen in ihrem Projektgeschäft auf den Markt um auf Teufel komm heraus Umsatz zu generieren und Q-Cells geht einen anderen Weg, denn die schauen auf die Profitabilität. Die EBIT-Marge von 9,1% zu 0,4% sagt ja alles.
Q-Cells hat halt zwei ganz entscheidende Vorteile gegenüber Conergy:
1. Q-Cells ist bei weitem über der kritischen Unternehmensgröße mit einer Zellkapazität von 1.200 MW und einer Modulkapazität von 335 MW. Conergy hat gerade mal 200 MW bzw. 250 MW Fertigungskapazitäten. Sicherlich muss man sich da fragen ob Conergy mit diesen sehr kleinen Fertigungskapazitäten überhaupt mithalten kann in der PV-Branche, denn die Entwicklungs- bzw. Forschungskosten sind dann halt schon sehr hoch und das lohnt sich dann halt nicht wenn man das auf nur 200 MW Zellkapazitäten umlegen kann. Wirtschaftlich kann das im Prinzip nicht gut gehen bei Conergy auf Sicht von 12 bis 18 Monate. Das sieht es halt bei Q-Cells um Längen besser aus.
2. Q-Cells hat die Hälfte ihrer Fertigungskapazitäten in Asien. Conergy nur in Deutschland. Auch ein ganz klarer Vorteil von Q-Cells gegenüber Conergy. Erstens produziert man in Asien wesentlich billiger (Lohnkosten, Energiekosten, die ja gerade bei der Zellproduktion einen erheblichen Anteil der Produktionskoten ausmachen) und zweitens sind die Kosten beim US-Dolllar Hedging bei weitem nicht mehr so hoch, da Q-Cells mit ihrem Malaysia-Werk über ein natürliches Hedging verfügt.
Mich haben jedenfalls die Q-Cells positiv überrascht. Vor allem die wirklich gute EBIT-Marge und die zeigt, dass Q-Cells ihre Restrukturierung erfolgreich beendet hat und sich jetzt auf das Wesentliche konzentrieren kann und zwar den Ausbau des operativen Geschäftes und die weitere Verbesserung der Profitabilität, denn ab Januar werden die Verkaufpreise wohl fallen und die dann wird der Knackpunkt bei der Verbesserung der Kostenstruktur von der Entwicklung/Fosrchung über die Produktions- bis zu den Vertriebskosten liegen.
Der Ammer könnte sich vom Q-Cells Chef Cen mal eine Scheibe abschneiden, denn alleine mit Kampfpreisen auf dem Markt zu agieren wie es ja die Strategie vom Ammer war, kommt man ganz sicher nicht allzu weit, denn letztendlich muss ein Unternehmen Geld verdienen und die Unternehmens-Maxime sollte nicht sein "Verkaufen um jeden Preis".