Damit hat Conergy bzw. der Comberg seine Aussage präzisiert, denn es gab wohl an der Börse Irritationen, da wohl so gut wie jeder dachte, dass der Comberger von der EBITA-Marge gesprochen hat, aber Comberger hat die Bruttomrage gemeint. Jedoch ist die Bruttomarge um ein gutes Stück höher wie die EBITA-Marge. Man sieht halt beim Comberger, dass der ein Investmentbanker ist.
Im Gesamtjahr 2011 hatte Conergy eine Bruttomarge von 16,9% (2010: 23,7%) und heraus kam ein bereinigtes EBITA von 42 Mio. €.
In Q1 2011 hatte Conergy bei einem Umsatz von 163 Mio. € eine Bruttomarge von 20,6% (Q1 2010: 31%). Würde also bedeuten, dass die Q1 2012er Bruttomarge in etwa gleich hoch ist wie die Bruttomarge von Q1 2011. In Q1 2011 ist dann ein EBITA von - 12,3 Mio € und ein EBIT von - 18 Mio. € heraus gekommen.
Conergy hat zwar ihre operative Kosten senken können im Laufe von 2011 (Q1 2011 lagen die bei insgesamt 45 Mio. €), auch die Abschreibungen sind bei nicht mehr so hoch wie in 2011 (Q1 2011: 6 Mio. €), da ja die Zellproduktion komplett abgeschrieben wurde, und das Finanzergebnis wird natürlich auch deutlich besser sein wie in Q1 2011 (- 3,8 Mio. €), aber bei einer Bruttomarge von um die 20% wird wohl am Ende kein positives Nettoergebnis heraus schauen können.
Berauschend ist eine Bruttomarge von 20% in Q1 2012 für Conergy-Verhältnisse ohnehin nicht, da ja die Zellproduktion als größter Verlustbringer geschlossen wurde und schon alleine deshalb musste ja die Bruttomarge zwangsläufig steigen. Alles andere wäre ja verheerend gewesen.
Bei einem Q1-Umsatz von 200 Mio. € (sehr hoch geschätzt), würde der Bruttogewinn bei einer Marge von 20% bei 40 Mio. € liegen. Davon muss man die Personalkosten (ca. 19 Mio. €/Q1 2011: 21 Mio. €) und die Differenz zwischen betriebliche Erträge und Aufwendungen (ca. 18 Mio. €/bereinigt um Sondereffekte und Währungsverluste lagen die in Q1 bei 22 Mio. €) abziehen, sowie die Abschreibungen von rd. 4 Mio. € (Q1 2011: 6 Mio. €). Das wäre dann ein leichter operativer Verlust (EBIT) von 1 Mio. €. Dazu kommen dann wohl auch noch Währungsgewinne von geschätzten 2 Mio. € und somit würde das EBIT mit 1 Mio. € leicht positiv sein. Der Nettoverlust in Q1 dürfte sich dann bei einem negativen Finanzergebnis von 1,5 Mio. € (Q1 2011: 4 Mio. €) und Steuerzahlungen von 0,5 Mio. € bei einem Minus von etwa 1 Mio. € bewegen.
Die Zahlen bzw. Schätzungen sind aber schon etwas optimistisch geschätzt, vor allem beim Umsatz. Ich gehe eher davon aus, das sich der Q1-Umsatz bei 175 Mio. € bewegen wird und dann würde ein operativer Verlust von 4 Mio. € und ein Nettoverlust von 6 Mio. € in etwa raus kommen.
Alles in allem aber ein wesentlich besseres Ergebnis wie man noch vor zwei Monaten vermuten konnte. Wobei ich aber der Meinung bin, dass der Comberger bei einer Bruttomarge von 20% nicht so große Töne spucken müsste. Aber plabbern gehört ja zum Handwerk. Für einen Investmentbanker sowieso.
Hier der Link zu der Bruttomarge von 20%:
www.bloomberg.com/news/2012-04-16/...ment-frankfurt-mover.html
("Conergy Rises on CEO 20% Margin")