Bisher war die Planung und Realisierung eines Energie-Systems, getragen von großen Kraftwerken (z. Bsp. AKW’s mit Leistungen um die 1,5 GW, oder fossile KW von klein bis 2GW). Um solche Energieknoten nutzbar zu machen, bedarf es eines Strom-Netzes, in eben solcher Stärke, um die so gewonnene Energie, bis zum Endverbraucher (Industrie, Haushalte usw.) auch auch nutzbar zu machen.
Das Bauen, Betreiben und Instandhalten, solcher Anlagen liegt im Bereich großer Unternehmen. Richtigerweise muss es heißen, „weniger großer Unternehmen!“.
Im Vergleich dazu, haben wir in der PV-Industrie im Bereich „Anlagen über 1 MWp“ eine Größenordnung von etwa 10 MWp (die größten Anlagen liegen bei etwa 80 MWp).
Für windgetriebene Anlagen, liegen wir in der Größenordnung von ca. 2 bis 5 MW pro Anlage (nicht Windpark!)
Geothermie und Bioanlagen liegen darunter.
Es fällt mir schwer, einen Vergleich z. Bsp. eines AKW’s mit einem „PV-Kraftwerk“ anzustellen, da ja das eine Strom permanent für die Grundlast liefert und das andere eine völlig unterschiedlich verteilte Energiemenge über Tag und Jahreszeit erzeugt. Aber um etwa eine Abschätzung wahrzunehmen, setze ich die Leistungsangaben in Relation. Daraus folgt, dass ein AKW mindestens 50 mal mehr Energie produziert, als eine große PV-Anlage.
Aber diese Vergleiche erklären bei weitem nicht das System „Zentral oder Dezentral“. Die wahren Unterschiede liegen darin, dass in einem dezentralen System beliebig viele Anbieter auftreten können. Jede Kommune kann sich praktisch selbst versorgen! Überschüsse verkaufen, entsprechende Energiesicherheit selbst bestimmen.
Ein System EE kann selbst bestimmt werden. Die größte Unabhängigkeit findet sich in dem Vorhandensein der Primärenergie (Sonne, Wind, Erdwärme, Biomasse) vor Ort.
Die daraus sich ergebenden wirtschaftlichen Möglichkeiten (Wertschöpfung, usw.) sind nicht unwesentlich. Der Einfuhr von Gas, Öl etc. würde stark zurückgehen. Dadurch würde der enorme Druck auf die Exportwirtschaft zurückgehen und der Binnenmarkt könnte auch mit höheren Gehältern reagieren.
Und dass ist der „wahre Kampf“ der beiden Systeme, ganz abgesehen davon inwieweit Umwelt und Klima betroffen sind. Ich denke PV hat hier wesentlich dazu beigetragen, dass es neue Lösungen gibt. Wie das in Zukunft alles aussehen wird, ist schwer abschätzbar. Realistisch betrachtet, können Erneuerbare Energien sich nur durchsetzen, wenn sie auch wirtschaftlich überzeugen können. Im PV-Bereich heißt das „fallende Modulpreise“ und neue Technologien. In der politischen Verantwortung heißt es, ordentliche Energiekonzepte und sachliche Bekenntnisse.